Chinamerika. Es gibt keinen Interessengegensatz zwischen USA und China
13.01.12
Internationales, Wirtschaft, News
von Reinhold Schramm [Ein Leserbrief an die jW., falls er der üblichen kleinbürgerlichen Zensur zum Opfer fällt, hier bei scharf-links.] »Es gibt keinen Interessengegensatz zwischen der US-Monopolbourgeoisie und Chinas Administration.«
[Das US-Monopolkapital* und Chinas Administration ist an der profitablen Ausbeutung und/bzw. (begrenzten*) wissenschaftlich-technologischen und sozialökonomischen Entwicklung Chinas interessiert.]
»Ein militärischer Konflikt zwischen beiden kapitalistischen Atomstaaten wäre im Ergebnis die gemeinsame Vernichtung (zugleich der gesamten Menschheit). In der Bewertung der realen Beziehungen sollten wir auch die wechselseitige ökonomische Abhängigkeit beider Staaten berücksichtigen. Nach den Staaten der Europäischen Union und noch vor Japan und den ASEAN-Staaten sind die USA der wichtigste Handelspartner für China. Mit einem Anteil von 27 % sind die USA der zweitgrößte Abnehmer und Handelspartner Chinas (der gesamte EU-Anteil am chinesischen Export liegt bei 29 %). Das Handelsvolumen zwischen China und den USA lag nur im Jahr 2010 (nach den aktuellen Zahlen der chinesischen Statistik) bei 385,3 Milliarden US-Dollar. Der Exortanteil von China lag bei: 283,3 Milliarden US-Dollar (- von China in die USA). Der Importanteil aus den USA nach China lag (nur) bei: 102,0 Mrd. USD. Der Anteil des Handels mit den USA am gesamten Handelsvolumen Chinas liegt bei: 13 Prozent. Das Handelswachstum zwischen beiden kapitalistischen Handelspartnern lag im Jahr 2010 bei: + 29,2 Prozent. Bei solchen gewaltigen Zahlen und sich hieraus ergebenden Abhängigkeiten - für beide Seiten (China und USA) - müssen wir aber auch berücksichtigen: der sogenannte Export Chinas wird zum überwiegenden Teil von ausländischen Unternehmen kontrolliert, die zugleich in China produzieren lassen. Konkret: der Außenhandel Chinas wird von internationalen Unternehmen kontrolliert (- ungeachtet der staatlichen Statistik, NBS, Beijing) etc. Natürlich hat die US-Rüstungsindustrie ein Interesse daran, ein künstliches Gespenst, was China in Wahrheit nicht ist, zu erzeugen. / Die Exportwirtschaft Chinas liegt bereits heute zu mehr als 70 Prozent in den Händen ausländischer, in China produzierender Unternehmen, multinationaler Konzerne (bereits mehr als 500. der weltgrößten Konzerne und Monopolunternehmen) [- dies sind nur wenige unvollständige Anmerkungen]« [Es handelt sich um einen Leserbrief an die junge Welt.] Bezug: 13.01.2012: Gegen die Wand. China verweigert sich Iran-Boykott. Von Rainer Rupp. (Tageszeitung junge Welt). Anmerkung Nur im postreligiösen Glauben an die Allmacht der antikommunistischen Konvergenzpartei Chinas, die zahlreiche klein-bürgerliche Intellektuelle für eine „Kommunistische Partei“ halten, kann man von einem sozialökonomischen und gesellschaftspolitischen Gegensatz zwischen den Interessen der US-Monopolbourgeoisie und Chinas antikommunistischer und (teils nationalistischer) regierender Administration der internationalen und nationalen Bourgeoisie fabulieren. Trotz alledem!
VON: REINHOLD SCHRAMM
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