Völkermord an den Armeniern: Die Bürokraten sind schuld!


Khatchkar

08.06.16
InternationalesInternationales, Debatte 

 

Von Siegfried Buttenmüller

Der Bundestag hat eine Resolution verabschiedet, in der er den Völkermord an den Armeniern „anerkennt". Dies soll angeblich ein Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte sein. Der Bundestag besteht jedoch aus lauter Politiker Bürokraten mit großen Privilegien und die eigentlichen Hauptschuldigen diesen und anderen Greueltaten haben sie mit keiner Silbe erwähnt. 

Besagter Völkermord fand in den Jahren 1915 / 1916 statt, Millionen Armenier wurden Opfer von Vertreibung und / oder kamen um. Wie war es zu diesem Völkermord und den weiteren Blutbädern in jener Zeit gekommen ?

Die  SPD war wie die anderen sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien vor dem 1 Weltkrieg strikt gegen jeden Krieg und gegen jeden Militarismus gewesen. Auf der Basis wurde die Partei bei den Reichstagswahlen von 1912 mit 34,8 Prozent die mit Abstand stärkste Partei, so viele Stimmen wie noch nie eine Partei im Kaiserreich bekommen hatte..

Allerdings starb 1913 der inzwischen betagte August Bebel und die Bürokraten der SPD stimmten mit den anderen Parteien für die sogenannten Kriegskredite, mit Ausnahme des Abgeordneten Karl Liebknecht, der als einziger bereits im Dezember 1914 dagegen gestimmt hatte. Diese „Kredite" waren Zwangsanleihen, die Betriebe, Banken usw. dem Staat geben mußten, um den Krieg zu finanzieren. Eine Rückzahlung wurde „nach einem Sieg" im 1 Weltkrieg durch Reparationen und Raubzüge in besetzen Ländern in Aussicht gestellt. Dafür stimmte das ganze damalige Parlament einschließlich der SPD, mit Ausnahme des Abgeordneten Karl Liebknecht.

Ohne diese Kriegskredite und vor allem die Zwangsanleihen, hätte der 1 Weltkrieg und im Zuge dessen der Völkermord an den Armeniern und die weiteren Blutbäder mit Millionen Toten nicht stattfinden können. Die Reichswehr brauchte große Summen und auch die wenigen Verbündeten wie Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich. Ein sehr teurer und wesentlicher Punkt des 1 Weltkrieges war der Bau einer Eisenbahnlinie von Deutschland über den Balkan und die Türkei bis in den Irak sowie nach Saudi Arabien, wo wertvolle Rohstoffe zu holen waren und Absatzmärkte lockten. Um diese Bahn zu realisieren war es nötig das zusammenbrechende Reich der Osmanen und der aufkommenden türkischen Nationalbewegung zu stärken und im Gefolge dieser Strategie sollten feindliche Völker wie die Armenier „umgesiedelt" und vertrieben werden. Der Völkermord hängt also unmittelbar und ganz wesentlich mit der Entscheidung der Bürokraten im deutschen Reichstag zusammen, für die Kriegskredite und Kriegsanleihen und damit für die Kriegspolitik, zu der auch der Völkermord an den Armeniern gehörte, zu stimmen.

Nach dem 1 Weltkrieg verbündete sich die Bürokratie unter Ebert sogar mit dem Militär und faschistischen „Frei Corps", um mit Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Franz Mehring und weiteren Spartakisten die Kritiker an Bürokratie, Krieg und Völkermorden ermorden zu lassen.

Davon war im Bundestag aber keine Rede, mit keiner Silbe wurde die schuld des Parlamentes erwähnt. Aus Sicht der hochprivilegierten Bürokraten im Bundestag sind „die Türken" schuld am Völkermord und müssen ihn „anerkennen". Auch „die Deutschen" sind für sie noch Mitschuld wobei der Verrat der damaligen Bürokraten an den Wählern und die Verantwortung des Parlamentes jedoch vertuscht wird.

Eine Aufarbeitung des Völkermordes an den Armeniern und den anderen Blutbädern zur Zeit des 1 Weltkrieges kann so nicht stattfinden.  Diese kann von Bürokraten auch nicht geleistet werden denn Sie unterstützen auch heute verschiedene Regime und Kriegsparteien und im Zuge dessen haben sie blutige Hände und tragen Verantwortung für die Blutbäder und Völkermorde, die heute im Gange sind. Sie sind heute nämlich noch viel Rechter als die SPD damals gewesen ist.

Um die heutigen Völkermorde und Kriege zu unterbinden und die vergangenen aufzuarbeiten ist ein Kampf gegen die privilegierte Politikerkaste unausweichlich. Schon Rosa Luxemburg hat die Bürokratie als Phänomen der kapitalistischen Gesellschaft kritisiert und in ihr die große Gefahr erkannt. Die Privilegien der Politiker müssen deshalb abgeschafft werden damit demokratische Diskussionen und eine wirkliche Aufarbeitung der Vergangenheit stattfinden kann, und damit es in Zukunft besser werden kann.

Deutsche, Türken, Russen und alle Menschen der Nationalitäten sollten sich daher von solch privilegierten Bürokraten nicht gegeneinander hetzen lassen, sondern deren Maske herunter reißen. Zukunft gibt es nur ohne Bürokratie denn mit ihr gibt es nur Kapitalismus, Niedergang, Krieg und Völkermord. .

Siegfried Buttenmüller, 8.6. 2016







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