Wien, Versuchsstation für US-Moslems

25.10.12
InternationalesInternationales, Kultur, News 

 

von Aug und Ohr via indymedia

Nachdem die Wiener israelische Botschaft das bunte Musik-Spektakel mit dem blöden Namen „Salam Orient“ unterstützt hat und sich daraufhin eine Reihe von arabischen Sängern und Sängerinnen von dem fremdbestimmten Projekt zurückgezogen hat, steht uns nun ein weiterer politischer Skandal ins Haus, bei dem sich schon wieder eine Botschaft einmischt – wie üblich in völliger Mißachtung der 'Wiener Konvention'.

Das für den 3. November 2012 im 'Austria Center' in Wien angesetzte Muslim-Festival „100 Jahre Islam 100 Jahre Bewegung“, mit dem das 100-jährige Bestehen des „Islamgesetzes“ gefeiert wird, mit dem der Islam als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde, wird sage und schreibe von der US-amerikanischen Botschaft unterstützt, deren Wappen zum gegenwärtigen Zeitpunkt (24. 10. 2012) nach wie vor auf der Homepage der Moslemischen Jugend Österreichs – das sind die Veranstalter - zu sehen ist.

Man darf aber nicht vergessen, daß 4 Jahre vor dem Islamgesetz Bosnien-Herzegowina von Österreich annektiert wurde, und viele der 600.000 Muslims dieses annektierten Landes dem österreichischen Mörderheer in der Folge unter anderen als Soldaten dienten.

Aus diesem Grund wurden auch Imame zur Betreuung dieser professionellen Mörder gestattet. Das Islamgesetz von 1912 ist also im Kontext eines großen politischen Raubzuges zu verstehen und als Beispiel für einen raffinierten Integrationsmechanismus. Diese imperialistische Politik feiert die Muslimische Jugend Österreichs also mit! Heute wird nicht nur der Nazismus rehabilitiert, auch die Monarchie, der Völkerkerker, und die Staatsmoslems sind ein nützliches Werkzeug hierfür.

Die US-Botschaft ist jedoch nicht die einzige Schirmherrin dieser Propagandaveranstal- tung, es gibt eine Reihe von weiteren suspekten Schirmherren und Schirmfrauen und Unterstützerinnen.

Darunter in erster Linie die Firma „Wech Geflügel“, ein Kärntner Unternehmen, das einer (nunmehr verstorbenen) Dame gehörte, die zu den engsten Unterstützern (auch finan- ziellen Unterstützern, wie die 'Kleine Zeitung' berichtet) Haiders gehört und innigst von Haider und seinen Kohorten hofiert und geehrt wurde.

Daneben befinden sich türkische Großunternehmen wie 'Etsan', die als politisch-wirt- schaftliche Agenturen der türkischen Regimes zu bezeichnen sind. Nicht gerade ein progressiver Bereich.

Im Kern also ein Schritt weiter in Richtung politische Amalgamierung der rechten Lager des österreichischen nationalen Gebildes und des türkischen nationalen Gebildes.

Und das ist die volle Liste der Unterstützer/Sponsoren: Unter den staatlichen Organi- sationen sind zu nennen das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, die Arbeiterkammer Wien (!), Fair@sensibel - Polizei und AfrikanerInnen und schließlich: „The Embassy of the United States of America, Vienna Austria“, mit ihrem Wappenspruch „E pluribus unum“.

Aus der Wirtschaft kommen die Telefonieanbieter „Wir geben mehr“ und „Yooopi.at Grenzenlos günstig“, desweiteren das Unternehmen 'Taxi 31 300', 'Thali Fresh Indian Food', 'Easy Drivers Fahrschule', 'Pizza Service Hollywood', 'Akakiko Easy Japanese Dining', die 'Humboldt Bildungsgesellschaft m. b. H.' und  schließlich 'Etsan' und 'Hermine Wech, Geflügel vom Bauernhof'.

Die Arbeiterkammer entblödet sich nicht, mit einem Unternehmen, das dem öster- reichischen nationalen/radikal rechten Lager zuzurechnen ist, auf einer Liste zu stehen!

Bemerkenswert ist, daß auf dem Festival, das an die österreichische Monarchie erinnern soll und deren Errungenschaften, ausschließlich Männer auftreten dürf(t)en. Auf den Photos der Festival-Homepage (s. u.) sind ausschließlich Männer zu sehen, in der APA-OTS-Aussendung der MJÖ vom 11. 10. 2012 (s. u.) werden ebenfalls ausschließlich Typen angeführt. Hat sich der Islam der Androkratie verschrieben?

Wer kommt da, unter anderem, laut APA-OTS?

Der türkisch-mazedonische Sänger "Mesut Kurtis", die aus Amerika stammende Band "Native Deen" (Männer!), der bosnische Chor "Hor Hazreti Hamza" (Männer!), der Hip Hop-Künstler Nasihat Kartal aus Salzburg, der Rapper Ammar114 aus Deutschland.

Was denken sich diese „moslemischen“ Sängerkarrieristen eigentlich dabei, daß ihr Islam-Paradekonzert von der Firma einer Haiderfreundin unterstützt wird?

Die vielleicht fragwürdigste Gruppierung, die von diesem politischen Gesindel Rücken- deckung bekommt, ist die dänische sexistische Männer-Band „Outlandish“, die einer norwegischen Sängerin, die es wagte, mit nackten Schultern auf einem gemeinsam geplanten Abend aufzutreten, den Platz verwehrte, sie zwang, sich vom Zentrum des Geschehens zu entfernen und sich ganz an den Rand zu stellen, mithin möglichst unsichtbar zu sein.

Dies wurde von der Sängerin selbst bestätigt (wohingegen der Dänische Rundfunk behauptete, es hätte nirgendwo Druck gegeben) und nachdem der chauvinistische Aggressionsakt erst von einer dänischen Boulevardzeitung aufgegriffen worden war, wurde er schließlich von der seriösen linksliberalen Tageszeitung Politiken dokumentiert (1).

Die Begründung für das der norwegischen Sängerin aufgezwungene Verhaltensdiktat ist in der weit verbreiteten Wahnidee zu suchen, das „moslemischen“ Frauen kurze Ärmel untersagt wären und daß sie keinesfalls – welch Frevel! – ihre Schultern entblößen dürfen. Wieweit diese Bestimmerei zwingend aus der Substanz des islamischen Lichtes hervorgeht, ist eine Frage, die die Gelehrten noch beschäftigt.

Ähnlich wurde bei uns in den Sechzigerjahren gegen den Minirock gehetzt.

Reaktionäre Unternehmen, reaktionäre Ideologen. Auf der einen Seite Geld, auf der anderen Seite Opium.

In the belly of the beast … Der reaktionäre frauenfeindliche Islamismus läßt sich von der Botschaft des brutalsten Genozidsystems der Welt unterstützen! Man sieht, was für Dynamiken unterwegs sind, „den Islam“, „den Islamismus“ ins Fahrwasser des Imperialismus zu bringen, falls er ohnehin nicht schon drin ist. E pluribus unum.

Daß der Auftritt einer Sexistenband und die pseudomoslemische Androiden-Show im Lande der Maria-Theresianischen Keuschheitskommission so leicht über die Bühne geht, darf niemanden verwundern. Türkische Faschisten und reaktionäre Islamisten (nicht Widerstands-Islamisten) werden in Europa zu nützlichen Mit-Zuchtmeistern der hiesigen Reaktion und der hiesigen extremen (auch klerikalfaschistischen) Rechten herange- züchtet, heranorganisiert. Sie sind die künftigen Mitgestalter einer allgemeinen Sittendiktatur – vielleicht einer neuen Diktatur überhaupt? Von der Türkei, Saudiarabien und dem Iran kann man ja schon sagen: 'exempla docent'.

Politisches Schweigen und Sinnlichkeitsverbot, das geht Hand in Hand. Sexualhaß, Frauenhaß, Männerwahn. Die Vereinigten Staaten domestizieren die (ohnehin auf Gehorsam angelegten) Moslems.

Dagegen muß argumentiert werden. Die Gegeninformationsinitiative wird in der Folge den Männerwahnskandal, den Outlandish in Dänemark (und Norwegen) ausgelöst hat, eingehend dokumentieren und fordert in diesem Zusammenhang die progressive Kräfte auf, Beiträge zu liefern zur Analyse und Einschätzung der übrigen hier genannten Sponsoren, Unterstützer, Firmen und Organisationen.

Es ist insbesondere bedauerlich, wie die hierzulande extrem schwache, angepaßte und ihr in ihre Zirkel zurückgezogenen Linke aus der Türkei in den letzten Jahrzehnten es nicht vermochte, genaue Analysen und Hintergründe über die türkischen Firmen hier zulande, über ihre faschistischen bzw. rechtsislamistischen Hintermänner zu liefern. Das wird sich rächen, muß man schlicht und einfach sagen (2).

Wenn Moslems verfolgt werden, wie (der allerdings konservativ bis reaktionäre) Mohammed Mahmoud), dann halten aber diese Staatsmoslems entweder den Mund, oder sie machen bei der Verfolgung mit. Es gibt Widerstandsislamismus und es gibt Staatsislamismus – und es gibt Mischungen beider.

Eine Frage muß der Moslemischen Jugend Österreichs zum Schluß noch gestellt werden: Ist der Islam dazu da, der österreichischen Regierung und seiner imperialistischen Vergangenheit in den Arsch zu kriechen?

Einige Adressen:

Muslimische Jugend Österreichs:
http://www.mjoe.at/

Eitnergasse 6/5, 1230 Wien
office@mjoe.at

Muslim Festival „100 Jahre Islam 100 Jahre Bewegung“:
muslimfestival.at

Rückfrage für OTS-Sendungen:
Saime Öztürk
Pressesprecherin
Tel.: 0660 47 47 769
presse@mjoe.at

(1)    Politiken wird zwar der dänischen Sozialdemokratie zugerechnet, kann aber durchaus in vielen Belangen als eine aufgeklärte und progressive Zeitung bezeichnet werden, im Gegensatz zu anderen europäischen Organen, die der Sozialdemokratie nahestehen.  So hat Politiken etwa sehr „fair“ und detailliert über das Ungdomshuset (Jugendhaus) und seine  Bewegung berichtet, von Substanz sind auch die kontinuierlichen Reportagen über die isländische antiglobalistische, Bürgerrechts-  und Unabhängigkeits-/Basis-Bewegung – dies um nur zwei Beispiele zu nennen.

(2)    Einmal hat, vor 20 Jahren, eine linke Organisation aus der Türkei in Wien dies versucht, hat versucht, die Manöver der türkischen faschistischen Glückspielmafia im „Arbeiterbezirk“ Ottakring aufzudecken. Das Resultat war eine Art Schauprozeß, der mit dem zwielichtigsten türkischen Unterweltgesindel als „Zeugen“ und mit österreichischen Kriminalbeamten, die man mit leicht mit Unterweltlern verwechseln konnte,bestückt war und in dem es beinahe so weit kam, daß DEN ANKLÄGERN ein politischer Prozeß gemacht wurde, mit dem Argument, DIE ANKLÄGER hätten Schutzgelder erpresst.

Die Erpresser werfen ihren Opfern Erpressung vor. Bis zu einem gewissen Grad kann man auch verstehen, daß die Genossen und Genossinnen aus der Türkei hier in Österreich, diesem schleimigen Schweigestaat, ein wenig vorsichtig geworden sind. Aber es wächst auch keine „neue“ politische Generation heran, schon gar nicht unter den Muslims. Ein langweiliges Ambiente.

http://de.indymedia.org/2012/10/336665.shtml

 

 

 

 

 

 

 


VON: AUG UND OHR VIA INDYMEDIA






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