Das Hamas Regime lenkt ein: Das „Wunder" von Gaza


Bildmontage: HF

19.09.17
InternationalesInternationales, Debatte 

 

Von Siegfried Buttenmüller

Das Hamas Regime hatte 10 Jahre im Gazastreifen die Macht und führte mehrere Kriege gegen Israel. Auch mit dem Regime der israelischen Autonomiebehörde und der Fatah Bewegung von Abbas, welches Gebiete im Westjordanland kontrolliert, gab es blutige Auseinandersetzungen.

Beide Regime sind jedoch weitgehend Stellvertreter anderer Regime. Hinter Hamas steht das Regime des arabischen Emirats von Katar.  Das Hauptquartier der Hamas befindet sich sogar direkt in Katar und der Scheich selbst besuchte den Gazastreifen und Katar finanziert das Hamas Regime komplett. Ebenso unterstützt Katar die Muslim Bruderschaft in Ägypten, die dort zeitweilig großen Einfluß hat und auch zu den Schützlingen des Regimes von Katar gehört.

Auf der anderen Seite wird die Fatah und das Regime von Abbas im Westjordanland von Israel geduldet und finanziert. Außerdem hauptsächlich vom Regime in Saudi Arabien, daß im Bündnis mit Israel ist. Katar und seine Schützlinge wie die Hamas, die Muslim Bruderschaft und noch weitere Gruppen im Arabischen Raum sind mit dem Iran verbündet. Die Hauptspannungen bestehen also zwischen Israel / Saudi Arabien und seinen Bündnispartnern einerseits und Iran / Katar und seinen Bündnispartnern andererseits.

Das „Wunder" von Gaza kam nun durch die Krise des Kapitalismus und den Regierungswechsel in Washington  langsam in Gang. Eigentlich hatte Trump im Wahlkampf Isolationismus gepredigt. Öl vom Golf brauchen die USA eigentlich nicht mehr weil viele neue Quellen weltweit entdeckt wurden. Elektromotoren verdrängen auch langsam die Verbrennungsmotoren, so daß der Verbrauch erheblich sinken wird. Und die USA haben ein riesiges Problem mit dem Haushaltsdefizit von 800 Milliarden Dollar allein in diesem Jahr. So wollte Trump die Truppen vom Golf eigentlich abziehen und auch die riesige 5. US Flotte die ständig auch mit mit Flugzeugträgern in der Nähe des Golfes präsent ist.

Der Hauptstützpunkt der US Truppen am Golf ist jedoch Doha, die Hauptstadt eben des Emirats von Katar. Zehntausende US Soldaten, zahlreiche Flugzeuge, Schiffe und andere Waffen sind dort stationiert und gar nicht weit von der Zentrale der Hamas entfernt. Trump wollte mit dem Abzug vielleicht 100 Milliarden sparen aber natürlich ändert das die Lage im ganzen mittleren und nahen Osten erheblich. Nichts würde die verfeindeten Mächtegruppen davon abhalten loszuschlagen. Das wurde mit der Kriegsdrohung des Regimes von Saudi Arabien gegen das Regime von Katar deutlich. Ein totaler Krieg zwischen Saudi Arabien / Israel einerseits sowie Katar / Iran andererseits sowie ihren jeweiligen Verbündeten und Vasallen wäre bei Abzug der US Truppen wohl derzeit unausweichlich.

Allerdings hatte Trump nicht mit dem Einfluß des ganzen arabischen Kapitales in den USA gerechnet, dessen Abzug die angeschlagene Supermacht USA destabilisieren könnte. Man einigte sich deshalb weiter so wie bisher zu verbleiben und Trump bekam Rüstungsaufträge und sonstige Beruhigungspillen von den Herrschern von Katar wie auch von Saudi Arabien, zwischen denen die USA vermitteln.

Das größte Feuer konnte hinter den Kulissen also erst einmal gelöscht werden. Trotzdem brennen die Lunten am Pulverfaß naher und mittlerer Osten weiter und eine Explosion würde sämtlichen beteiligten Regimen und Regierungen sowie der ganzen Welt großen Schaden zufügen.

So dreht das Regime von Katar der Hamas nun den Geldhahn zu damit diese Lunte am Pulverfaß vielleicht gelöscht werden kann. Vermutlich wird auf Hamas und Fatah Druck ausgeübt, sich nun zu einigen.

Im Gegenzug wird das Regime in Saudi Arabien mit seinen Verbündeten arabischen Regimen die Sanktionen gegen Katar vermutlich lockern. Vermutlich gibt es auch hinter den Kulissen weitere Gespräche oder Vereinbarungen bezüglich anderer Krisenherde in der Region wie Syrien oder Jemen. Doch von all den geheimen Absprachen erfährt die Weltbevölkerung wohl nichts. Am fraglichsten ist ob sich die Regime von Israel und dem Iran einigen können oder ob sie lieber Öl in das Feuer gießen.

Das „Wunder" von Gaza ist also eigentlich leicht zu durchschauen und leicht erklärbar.

Es geht mit dem Öl zu Ende und irgendwann werden die US Truppen auf jeden Fall vom Golf abziehen. Den herrschenden Kapitalisten geht es eigentlich sehr gut aber das wird nicht immer so bleiben. So versuchen sie die Probleme auf ihre Art zu lösen. Das wird jedoch nicht möglich sein denn der Kapitalismus versinkt weltweit in einer ausweglosen Krise. Zukunft ist nur durch die Ersetzung dieses Wirtschaftssystems vorstellbar. Schon bald werden die kapitalistischen Krisenregime aus Notenbanken, Weltbank, IWF, Großbanken usw.  selbst mit Kapitalverkehrskontrollen weltweit erheblich in dieses System eingegriffen müssen, um den Totalabsturz zu verhindern. Das wird sozusagen alternativlos sein.

Den Luxus von privaten Stellvertreterkriegen wird sich das Großkapital dann auch nicht mehr leisten können. Die Menschen werden die Chance haben weltweit ein neues und antikapitalistisches Wirtschaftssystem zu etablieren, auch wenn das Großkapital versuchen wird seine Macht und sein System zu retten.

Siegfried Buttenmüller  19.9.2017







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz