TÜRKEI VERFOLGT DOGAN AKHANLI

25.08.17
InternationalesInternationales, Kultur, News 

 

Von AAV

Die Festnahme des Türkei-stämmigen Schriftstellers Dogan Akhanli in Spanien löst beim Armenisch-Akademischen Verein 1860 e.V. (AAV) pures Entsetzen aus

„Dass die türkische Willkürjustiz bis in die Europäische Union hinein wirken kann“, so der Vorsitzende Azat Ordukhanyan, „entsetzt uns zutiefst. Zwar ist unser Freund nach einem Tag unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden, er darf Spanien aber nicht verlassen und muss weiterhin mit einer Auslieferung in die Türkei rechnen. Das ist einfach abscheulich.“

Der AAV fordert die sofortige Aufhebung der Auflagen und die volle Bewegungsfreiheit des Autors.

„Wir anerkennen, dass sich die Bundeskanzlerin und der Außenminister eindeutig positioniert haben, das reicht aber nicht. Dogan Akhanli muss sofort die Möglichkeit erhalten, wieder nach Deutschland zurückzukehren.“ Der AAV erinnert daran, dass Dogan Akhanli in der Türkei mehrfach als politischer Gefangener im Gefängnis gesessen hat und dass er, als er - längst in Deutschland als politisch Verfolgter anerkannt und im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit - vor einigen Jahren seinen todkranken Vater in Istanbul besucht hat, erneut verhaftet worden war.

„Damals haben wir uns mit vielen anderen dafür engagiert, dass der Schriftsteller aus den Fängen der türkischen Justiz befreit wird. Es ist unerträglich, dass wir heute wieder in Sorge um das Wohlbefinden Dogan Akhanlis sein müssen.“ Akhanli gilt in der Türkei als Oppositioneller, er hat sich den Zorn des Regimes u.a. damit zugezogen, dass er in seinem Werk immer wieder den Völkermord an den Armeniern zum Thema gemacht und damit die über 100 Jahre währende Leugnungspolitik Ankaras unterminiert hat.

Vorstand des Armenisch-Akademischen Vereins 1860 e.V.







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