Ganz Gütersloh zahlt die Zeche für jahrelange ausbeuterische Unternehmenspraxis

23.06.20
WirtschaftWirtschaft, NRW, OWL, News 

 

„Das Gebaren der Firma Tönnies verhöhnt die Eindämmungsbemühungen der letzten Monate. Die Menschen eines ganzen Kreises müssen nun die Zeche für die rücksichtslose Personalpolitik eines ausbeuterischen Konzerns zahlen. Tönnies muss zur Rechenschaft gezogen werden und hat für den gesamten Schaden zu haften. Alle Beschäftigten sind bezahlt freizustellen. Erst wenn der Infektionsschutz gewährleistet ist, darf dieses Werk wieder öffnen“, erklärt Jutta Krellmann, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Mitbestimmung und Arbeit, zum Lockdown im Kreis Gütersloh infolge des Corona-Ausbruchs beim Fleischkonzern Tönnies. Krellmann weiter:

„Angesichts der Katastrophe von Gütersloh kann niemand mehr der Meinung sein, dass die Fleischindustrie nicht streng reguliert werden muss. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat bereits bestätigt, dass ein Verbot von Werkvertragsbeschäftigung verfassungskonform wäre – und genau so muss es kommen.

Viele Politikerinnen und Politiker, die jetzt große Töne spucken, haben jahrelang ihre schützende Hand über die Fleischbranche gehalten. Wir hätten schon vor Jahren eine andere Politik gebraucht. Jedem hätte bereits zu Beginn der Corona-Pandemie klar sein können, dass sich das Virus in den Schlachtbetrieben ungehemmt wird ausbreiten können. Es reicht nicht, nur dann zu handeln, wenn Medien und Öffentlichkeit auf die Betriebe blicken. Ich fordere deswegen ein nachhaltiges Arbeitsschutzsystem, das diesen Namen auch verdient, konsequente Kontrollen, starke Betriebsräte und ein Verbandsklagerecht für Gewerkschaften.“







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