Die Wohnungsbranche für Profit und Dividende


Bildmontage: HF

24.08.18
WirtschaftWirtschaft, Soziales, Debatte 

 

Von Reinhold Schramm

»Berater der Bundesregierung empfehlen einen weitgehenden Verzicht auf den sozialen Wohnungsbau sowie die ersatzlose Streichung der Mietpreisbremse. So soll die Wohnungsknappheit bekämpft werden. –  Den Wissenschaftlichen Beirat bilden rund drei Dutzend Hochschullehrer aus Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.« – Vgl. Spiegel-Online *

»Teure Häuser und Wohnungen: "Die Baubranche konzentriert sich auf Gutverdiener".

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen - das liegt auch an den hohen Baukosten. Ist es nicht mehr möglich, günstig zu bauen? Doch, sagt der Ökonom Michael Voigtländer. Es gäbe Alternativen. Ein Interview von Henning Jauernig.«

Vgl. Spiegel-Online **

Kommentar

Das Gremium für Immobilien, Profit und Dividende

Die Herrn Professoren beugen ihren Titel für die Investoren, Spekulanten und Miethaie. Sie sind nicht den sozialen Interessen der Mieter verpflichtet. Ihr wissenschaftliches Interesse orientiert sich am ökonomischen Interesse der Hauseigentümer, der Wohnraumvermieter, der Immobilienbranche und Baugesellschaften. Für sie gibt es keine Sozialverpflichtung. Sie sind wissenschaftliche Professoren der Kapitalgesellschaft. Deren wissenschaftliche Zielsetzung orientiert sich am Profit und Maximalprofit, an der Umverteilung der materiellen Wertschöpfung der Bevölkerungsmehrheit, insbesondere der am (privaten) Wohnraum eigentumslosen Bevölkerung, von unten nach oben. Ihre Konzepte orientieren sich ausschließlich an den materiellen Interessen der Eigentümer von Immobilien und der maximalen profitorientierten Verwertung von Mietwohnungen. Hierfür unterstützen sie auch zusammen mit den vom Kapital gebeugten bürgerlichen Parteien die maximale Plünderung der (sozialen) Kassen des staatlichen Gemeinwesens, welches sich ebenfalls nur am funktionalen Interesse der Verwertung des Kapitals orientiert.

Was auch in der bundesdeutschen Wissenschaftsgesellschaft fehlt, eine Orientierung am Gemeinwohl, unter Beachtung und Einbeziehung der sozialen Interessen der unteren sozialen Schichten und Klassen der Gesellschaft. 

Sozialkritische Ansätze, ihrer Vollzugsbeamten der bürgerlichen Wissenschaften, wie sie noch in Folge der marginalen studentischen 1968er Bewegung und in den 1970er Jahren im universitären Wissenschaftsbetrieb existierten, wurden in Folge alsbald über Bord geworfen, insbesondere nach dem Anschluss der ostdeutschen Brüder und Schwestern, nach 1990. Heute gibt es keine Wissenschaften mit Sozialverpflichtung mehr, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen orientieren. Sozialkritische Wissenschaften und Alternativen sind im Kapitalismus Deutschlands unerwünscht. An dieser asozialen Ideologie und materiellen Praxis beteiligen sich auch die staatlich besoldeten und beauftragten Wissenschaften.

 

* Vgl. Spiegel-Online, 23.08.2018: Rat an Regierung: Experten fordern Ende des sozialen Wohnungsbaus. Sozialer Wohnungsbau und die Mietpreisbremse helfen nicht gegen Wohnungsknappheit - im Gegenteil. Zu diesem Schluss kommt ein Beratergremium der Regierung und fordert neue Anreize [für Profitmaximierung. – R.S.].

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sozialer-wohnungsbau-beratergremium-empfiehlt-abschaffung-a-1224526.html

 

** Spiegel-Online, 23.08.2018: Teure Häuser und Wohnungen: "Die Baubranche konzentriert sich auf Gutverdiener". Die Immobilienpreise in Deutschland steigen - das liegt auch an den hohen Baukosten. Ist es nicht mehr möglich, günstig zu bauen? Doch, sagt der Ökonom Michael Voigtländer. Es gäbe Alternativen. Ein Interview von Henning Jauernig.

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/immobilien-warum-bauen-in-deutschland-so-teuer-ist-a-1223728.html

 

24.08.2018, R.S. (Zusammenfassung)







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