Düren: Schwarzer Freitag für Real u. Proteste an bundesweit 19 Orten. Kritik an Metro AG


Bildmontage: HF

12.07.18
WirtschaftWirtschaft, Bewegungen, NRW, Düsseldorf 

 

Von aktion./.arbeitsunrecht e.V.

Am Freitag, 13. Juli 2018 werden Bürgerrechtler, Gewerkschafter_innen, Solidaritätskomitees und linke Organisationen an über 19 Städten gegen die Geschäftspraktiken der Metro AG vorgehen. Das Motto für den Schwarzen Freitag lautet "Der Horror ist real".

Die Bürgerrechtsinitiative aktion ./. arbeitsunrecht e.V. wirft der Metro-Tochter Real Tarifflucht, Missbrauch von Leiharbeit und Lohndumping vor.

Der Metro-Konzern nutzt die gelbe Scheingewerkschaft DHV, um Interessenvertretung zu untergraben und Dumping-Tarifverträge abzuschließen.

Image-Schäden zu befürchten

»Wir wollen den Ruf von Real bei lohnabhängigen Kunden gerade rücken«, erklärte Kampaignerin Jessica Reisner.

»Die Metro AG führt nicht nur ihre Beschäftigten mit falschen Versprechen an der Nase herum. Metro zeigt auch der Bundesregierung und dem Gemeinwesen eine lange Nase, indem sie das Equal-Pay-Gebot in der Leiharbeit schamlos unterläuft.«

Rote Karte für Metro! Auto-Korso zur Tonhalle Düsseldorf

In Düsseldorf, dem Konzernsitz der Metro, wird ein Arbeiter_innen-Auto-Korso eine riesige Rote Karte vom Real-Markt in Bilk zur Tonhalle fahren.

Die Rote Karte kann in einer Online-Petition gegen den Metro-Vorstand unterzeichnet werden:

https://arbeitsunrecht.de/real-rote-karte-fuer-die-metro-ag/

In der Tonhalle Düsseldorf findet am Freitag, 13. ein Konzert des Pop-Jazzers Pat Matheney statt.

»Wir wollen das geneigte Jazz-Publikum aufklären welcher Punk bei Real abgeht«, erklärt Jessica Reisner.  »Das Geld für feine Konzerte wurde Verkäuferinnen und Regaleinräumern abgepresst. Die Tonhalle wird von der Metro AG gesponsort.«

Missbrauch von Leiharbeit, Umgehung von Gesetzen

Real setzt verstärkt auf Werkverträge und Leiharbeit, auch in Kernbereichen wie den Kassen.

Das Equal-Pay-Gebot (gleicher Lohn für gleiche Arbeit), das die SPD im April 2017 im Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz (AÜG) verankern konnte, unterläuft Real mit einem simplen wie schamlosen Trick. Equal Pay gilt laut AÜG nach neun Monaten Einsatz am selben Ort – Real entlässt nach acht Monaten oder befristet auf acht Monate.

Alter Geldadel: Aktionsärsfamilie Haniel

Hinter den Kulissen der Metro AG regiert alter Geldadel aus dem Kaiserreich, allen voran die Familien Haniel, die 2015 zu den 10 reichsten Familien Deutschlands gehörte und ca. 680 Eigner umfasst.

»Während die Leistung der Verkäuferinnen und Regaleinräumer bei Real systematisch klein gerechnet wird, stopfen sich die Aktionäre der Metro AG die Taschen voll«, erklärt Pressesprecher Elmar Wigand. »Im vergangenen Geschäftsjahr genehmigten sie sich 256 Millionen an Dividenden.«

Das Metro Tarif-Theater und die "Gewerkschaft" DHV

Die Metro AG betreibt bei Real ein bizarres Kulissengeschiebe, um Dumping-Tarifverträge abzuschließen, die über 20% Lohneinbuße bedeuten.

Elmar Wigand erläutert: »Beide Tarif-Akteure - die unchristliche Gewerkschaft DHV und der Unternehmerband AHD - sind Pappkameraden, die sich die Metro zurecht gebastelt hat.«

Die Schein-Gewerkschaft DHV soll Tarife für Sektoren abschließen, in denen sie kaum vertreten ist und mit Sicherheit keine Streikfähigkeit besitzt.

Der DHV ist nach einer Entscheidung des BAG vom 26. Juni 2018 bis auf weiteres nicht tariffähig (1 ABR 37/16).

Metro-eigener Unternehmerverband AHD

Auf der anderen Seite des Verhandlungstischs sitzt die „Unternehmervereinigung für Arbeitsbedingungen im Handel und Dienstleistungsgewerbe e. V.“ (AHD) – eine Eigen-Kreation der Metro AG mit ebenfalls stark fiktiven Anteilen.

Vorsitzender der AHD ist der Jurist Jan Lessner-Sturm. Er arbeitet hauptamtlich für als Director Labour Relations Germany & Labour Law der Metro AG, also als hausinterner Spezialist für Gewerkschaftsvermeidung, Streikbruch und Betriebsratsbekämpfung.

Freitag, der 13. – Was soll das?

Der Stichtag Freitag der 13. hat sich in Deutschland als Tag des Widerstands gegen Union Buster und Fertigmacher etabliert und bereits einige Unternehmen durch öffentliche Aufmerksamkeit geschädigt. Er wird seit dem 13. März 2015 mit Aktionen begangen.

Böser Fluch? Image-Schäden, Kursstürze & Pleiten

Der Aktienkurs des Textil-Konzerns H&M war nach bundesweiten Aktionen und massiver Medienpräsenz am Freitag, 13. Oktober 2017 eingebrochen. Die Spielwarenkette Toys R Us, die am 13. 5. 2016 Ziel des Schwarzen Freitags war, ist inzwischen insolvent. Die Marke wird nach der Übernahme durch die irische Kette Smyths Toys voraussichtlich Anfang 2019 verschwinden.

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Mehr Informationen

 

 #  Real: DHV fällt als Dumping-Tarifpartner aus, arbeitsunrecht in deutschland, 28.6.2018, https://arbeitsunrecht.de/real-dhv-faellt-als-dumping-tarifpartner-aus/

 #   Dossier: Warum gehen wir am Schwarzen Freitag, 13. Juli 2018 gegen

Real vor?, aktion./.arbeitsunrecht, 10. Juni 2018 https://aktion.arbeitsunrecht.de/de/schwarzer-freitag/real

 #   Freitag13: Aktions-Verteiler und Übersicht, aktion./.arbeitsunrecht

https://aktion.arbeitsunrecht.de/de/freitag13-newsletter

 #   Freitag13: Was bisher geschah,

https://arbeitsunrecht.de/freitag13/was-bisher-geschah/

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