DGB - die Gewerkschaft macht uns schwach

18.05.09
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Von Dieter Braeg

Hej, da jubelt es, der Blätterwald wiegt sich im Wind, Herr Sommer, ehemals SEW (Sozialistische Einheitspartei Westberlin) hat "in ungewöhnlich scharfer Form" die Politiker Deutschlands kritisiert, die in der DGB - Demo in der ersten Reihe mitmarschierten - der  "ich binmalwiederDA SPD Vorsitzende - Müntefering" und dazu die GRÜNEN - die Erfinder  und Durchsetzer der Agenda 2010.
Ein Sozialpakt muss her, der bestrichen mit dem Honig der Sozialpartnerschaft für jene Friedhofsruhe sorgt, die dem Kapital weitere Rettungsmilliarden in den Rachen spült.
Was nun "Voodoo-Geldgeschäfte" sind,  und warum hier eine kreolische Religionsform plötzlich zu Schleusen kommt, die vor allem dem  Wasser des Rhein-Main - Donaukanal beim Weg ins Schwarze Meer helfen, das wird der Kollege Sommer, seine Rednerschreiber fragen müssen. Kapitalismus ist kein Voodoo Kult.  Den Voodoo-Kult kann man in Radakult und  Petrokult aufteilen. Der Radakult ist der ältere und somit traditionsreichere Kult mit afrikanischem Ursprung. Rada-Loa sind von sanfter Natur und haben aufbauende Eigenschaften. Der Petrokult wurde wahrscheinlich am Ende des 18. Jahrhunderts von einem Mann namens Pedro gegründet, der Rauschmittel verwendet haben soll, um seine Anhänger in Ekstase zu versetzen. Nun haben wir es mit einem Michaelkult zu tun, der von großer zerstörerischer Natur ist und dafür sorgt, dass vermittels Sozialparttnerschaftsgewinsel dem Kapital und seinen Spitzenfunktionären nix Schlimmen passiert.
"Die Krise bekämpfen, Sozialpakt für Europa" heißt die Parole des DGB bei dieser Demonstration. So was hilft gegen die grenzenlose Gier, die alle Schutzdämme eingerissen hat, die Europa vor einer Welle  windelweicher DGB Parolen  schützen sollte.

Immer mehr Betriebe verlangen Milliardenhilfen, nicht um Arbeitsplätze zu retten, sondern mit dem Hilfsgeld des Volkes weitere Arbeitsplätze zu vernichten. Der DGB sieht zu und hat Angst davor, dass vielleicht die im Betrieb Beschäftigten endlich begreifen, dass eigentlich dort wo sie arbeiten, schon lange alles ihnen gehört - also eine Betriebsbesetzung hilfreich sein könnte, um jene Werte zu sichern, die man selbst erarbeitet hat. 

Krisenbewältigung schafft kein dritttesviertesfünftes Konjunkturprogramm, nein Hilfe bringt ein Kündigungsstopp und die Aufteilung der Arbeitszeit auf alle,  die ein Recht auf Beschäftigung haben, entsprechend der Auftraglage, bei einer Bezahlung die ein gutes Leben ermöglicht, wobei den verursachenden leitenden Führungskräften mal die Wohltat einer Bezahlung in Höhe eines Facharbeiterlohnes klar machen sollte, dass das Leben unter jener Mitte stattfindet, die die FDP ständig bewirbt und per Steuersenkungsgeschwurbel  am Leben halten will.

Eine Knarzstimme verkündet:

Guten Morgen Merkelfrau&Müntebrückmänner,  Hausfrauen, liebe Börsenhaie, Hausbesitzer und Mietzahlerinnen. Hier spricht Hermann HAUzu. Ich sitze im höchsten Wipfel eines nebeligen Morgens und betrachte unter mir die wabernd beginnende Dramatik des aufwachenden Wirtschaftskrisenstandortes Deutschland. Da läuft ein abgewirtschafteter Dollar durch ölige Schraubenkästchen, dort kringelt sich einsam ein holländischer Emmentallöcherbohrer und...beizeiten krümmt sich ein trockener französischer Rotwein. Dynamisch sackt der Börsenkurs.

In den nicht all zu hohen Ardennen und Vogesen wipfelt jodelnd ein US-YeswecantPräsident weil er eine Wahlversprechenreinigungsanlage erfunden hat und schlürft eine dampfende Tasse Rührmichnichtan6ichsagnixtee.

In der Ferne sehe ich einen deutschen Diätberater im Busch liegen. Er verzehrt die letzten Reste einer BundestagsabgeordnetenOBERschenkelkeule. Leises melodisches Knochenkrachen läßt mich ein wenig schaudern in diesem Hochstand der neu eingeführten 80 Stundenwoche, ohne vollen Lohnausgleich, abzüglich Urlaubs- Weihnachts- und Ostergeld samt abgeschafftem Kündigungsschutz und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgehandelt vom DGsozialpartnerschaftsB.

Ein magerer Kaufkraftesel schleicht durch's Gelände und schneidet Grimassen. Will er etwa den Pleitegeier nachahmen? DA...erscheint endlich ein in Grund und Boden geohrfeigter Gewerkschaftsfunktionär und versucht, mit Tränen in den Augen und den Parteibüchern der CDUCSUFDPSPDPDSGRÜNENDIELINKE, ein Konjunkturfeuerchen zum lodern zu bringen.

Ein 35stundenplagiator raschelt herbstlaubig und tannengrün steigt er hoch und frohlockt dem Morgen entgegen. Einige Freunde des Wortes SOLIDARITÄT verschwinden im Rachen eines  SCHAEFFLERausbeutfanten. Das hört sich an wie's Knirschen im Staatsgetriebe und er schlingt die Knöchelchen des letzten Konjunkturaufschwunglüftchens saumagengleich Continental hinunter.

Auch die Bremer Stadtmusikanten sind nicht mehr jagdbar - da hält Greenpeace, Attac und Amnesty International die Hand drauf.

Pscht...ich glaub, da rauscht es irgendwo im Währungsschwächewäldchen, oder ist's nicht doch auf der Konjunkturaufschwungwiese, könnt's gar im Eurobetrugsgärtlein samt Crossboderleasingbeet  sein? Blökt da ein grüner Gartzweiler2fuchs opportunistisch? Tut sich da was? Läuft gar ein Auftrasgszuwachs durch's Revier und preist den Börsenkursverfall?

Ganz ruhig, das Büchsenlicht ist gut. Nun...nicht gezögert. Ihr guter Hermann HAUzu kennt kein Erbarmen.

DA...ich hab ihn getroffen, erlegt, abgeballert, den letzten Arbeitsplatzbesitzer, Steuerzahler, Renten- und Krankenkassenbeitragszahler...

Der Wirtschaftsstandort Deutschland samt Kapital ist gerettet!
Der DGB Chor singt: Die Gewerkschaft macht uns schwach!

Dieter Braeg

 



bjk's Fotobericht von der DGB-Demo am Samstag, 16. Mai 09, in Berlin - 18-05-09 21:36
100.000 demonstrieren in Berlin - 16-05-09 23:05




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