Nein zum DGB-Tarifvertrag in der Zeitarbeit!

04.04.13
WirtschaftWirtschaft, Soziales, News 

 

von Aktionsbündnis Sozialproteste (ABSP)

Equal Pay durchsetzen statt Lohndumping tariflich absichern.


Erst vor zwei Tagen haben wir Euch per Rundmail zum 52. bundesweiten Treffen des ABSP eingeladen, und schon erhaltet Ihr eine weitere Nachricht. Aber das Thema ist sehr dringlich geworden und kann nicht bis zum 20. April warten.

Bitte lest untenstehenden Offenen Brief von ver.di-GewerkschafterInnen sorgfältig durch. Er wendet sich gegen die Verhandlungen zur erneuten Tarifierung der Leiharbeit, wodurch die Schlechterstellung der Leiharbeit tariflich fixiert würde.

ver.di-Kolleginnen und -Kollegen oder auch gewerkschaftliche Gliederungen können, wenn sie der gleichen Meinung sind, diesen Offenen Brief mit ihrer Unterschrift unterstützen, bevor er veröffentlicht wird.

Unterstützungserklärungen bitte bis zum 10.4. mailen an:
patrick.vonbrandt@verdi.de

Es wäre natürlich wünschenswert, wenn es eine ähnliche Initiative ebenfalls aus den Reihen der IG Metall gäbe.

Und in eigener Sache:
Hier ein kurzer Hinweis zum Aktionsmonat Mai für 10 Euro gesetzlichen Mindestlohn: Die Kampagnenseite: www.mindestlohn-10-euro.de und auch die Seite für den Aktionsmonat www.mindestlohn-10-euro.de/?p=697 war vom 28.3. bis zum 2.4. wegen eines technischen Problems des Servers nicht zu erreichen. Die Seite ist nun wieder online.

Teilt bitte mit, wenn bei Euch vor Ort Aktivitäten als Beitrag zum Aktionsmonat Mai, schon am 1. Mai oder auch an späteren Tagen, geplant sind, per E-Mail an info@mindestlohn-10-euro.de!

Aktionsbündnis Sozialproteste
www.die-soziale-bewegung.de

-ver.di Tarifkommission Zeit-/Leiharbeit
-Tarifpolitische Grundsatzabteilung ver.di

Equal Pay durchsetzen statt Lohndumping tarifieren – Nein zum DGB Tarifvertrag in der Zeitarbeit!


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

überrascht und verärgert haben wir, ver.di Ehren- und Hauptamtliche aus dem Bundesgebiet, von den Neuverhandlungen des Tarifvertrags zwischen der DGB Tarifgemeinschaft und den Leiharbeitsverbänden BAP und IG erfahren. Wir wenden uns deshalb mit diesem offenen Brief an euch.

Überrascht sind wir nicht zuletzt, weil es in den letzten Monaten keinerlei demokratische Diskussion und Meinungsbildung innerhalb unserer Gewerkschaft gab. Nicht einmal eine Information wurde darüber verbreitet, dass der Tarifvertrag bereits neu verhandelt wird. Dieses intransparente Vorgehen einiger Weniger widerspricht unserer Vorstellung einer demokratischen Gewerkschaft und offenen Diskussionskultur!
Die Ausweitung der Leiharbeit und des damit verbundenen Lohndumpings führt zu einer Ausweitung prekärer Beschäftigung, setzt Belegschaften unter Druck und schwächt uns in gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen. Umso wichtiger ist eine gemeinsame Diskussion darüber, wie die Leiharbeit zurückgedrängt und Equal Pay sowie Equal Treatment durchgesetzt werden können. Eine solche Diskussion muss unter Einbeziehung der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben und Gremien geführt werden.

Verärgert sind wir, weil wir den DGB Tarifvertrag mit den Leiharbeitsverbänden für falsch und zunehmend schädlich halten – bezüglich der Arbeits- und Lebensbedingungen der unmittelbar betroffenen Kolleg/innen und strategisch für die Gewerkschaften. Wir sind gemeinsam mit zahlreichen Arbeitsrechtler/innen der Überzeugung, dass die Vorteile einer ersatzlosen Kündigung angesichts des Equal-Pay-Grundsatzes im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz gegenüber möglichen und angeblichen Risiken deutlich überwiegen. Eine ersatzlose Kündigung des Tarifvertrags ermöglicht die Durchsetzung einer gleichen Bezahlung von Leiharbeiter/innen. Eine Neuauflage des Tarifvertrags hingegen zementiert Lohndumping durch die Leiharbeit und beschädigt unsere gewerkschaftliche Glaubwürdigkeit nachhaltig.

Wir sind deshalb nicht mehr bereit, einen erneuten DGB Tarifvertrag in der Zeitarbeit mitzutragen. Wir fordern von euch:

  • Die ersatzlose Kündigung des DGB Tarifvertrags mit den Leiharbeitsverbänden
  • Eine innergewerkschaftliche Information und Diskussion zu diesem Thema
  • Eine gemeinsame Gewerkschaftsoffensive (im Wahljahr!) für eine flächendeckende, gesetzlich geregelte Gleichbezahlung und -behandlung von Leiharbeitnehmer/innen
  • Eine gewerkschaftliche Debatte über die nächsten Schritte zur Zurückdrängung und Abschaffung prekärer Beschäftigungsverhältnisse wie der Leiharbeit

In Erwartung einer Antwort verbleiben wir mit kollegialen Grüßen

Name, Ort
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VON: AKTIONSBÜNDNIS SOZIALPROTESTE (ABSP)






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