Karneval und Arbeit - erlaubt ist nicht alles, was gefällt

01.02.16
WirtschaftWirtschaft, Arbeiterbewegung, Düsseldorf, NRW, News 

 

von DGB-Düsseldorf

Bei allem Frohsinn wird durch den Karneval jedoch nicht das Arbeitsrecht außer Kraft gesetzt. Gewisse Regeln sind auch während der tollen Tage einzuhalten, auch wenn sie in den Karnevalshochburgen teilweise kulanter gehandhabt werden als in anderen Teilen Deutschlands. Der DGB- klärt auf, was erlaubt ist.

„Dass es einen‚ allgemeinen Anspruch auf Arbeitsbefreiung‘‘ gibt, stimmt nicht. Selbst Rosenmontag und Faschingsdienstag seien keine allgemeinen Feiertage, nicht einmal nach regionalem Gewohnheitsrecht“, so der DGB-Rechtsexperte Christian van Remmen. Trotzdem könne Freizeit zu Karneval mit dem Arbeitgeber geregelt sein, schreibt der DGB. Er kann entscheiden, ob er etwa den Rosenmontag als normalen Arbeitstag oder als zusätzlichen bezahlten Feiertag behandelt.

Anspruch auf Arbeitsbefreiung aus betrieblicher Übung

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben unter Umständen einen Anspruch auf Arbeitsbefreiung, wenn dies im Tarifvertrag, einer freiwilligen Betriebsvereinbarung oder einer arbeitsvertraglichen Regelung festgehalten ist. Gegebenenfalls kann ein solcher Anspruch auch aus der sogenannten "betrieblichen Übung" hergeleitet werden, wenn der Arbeitgeber bisher regelmäßig zu diesem Termin freigegeben hat.

Sind Verkleidungen und Schminke erlaubt?

Wer arbeiten muss, aber den Rosenmontagszug über das Radio verfolgen will, darf dies nur, wenn die Arbeit nicht darunter leidet. Die Arbeitgeber können das Radiohören allerdings generell oder zu bestimmten Zeiten verbieten. Auch Verkleidungen und Schminke sind nicht grundsätzlich zulässig. Sie dürfen das Tragen von Schutzkleidung nicht behindern. Ob sie überhaupt erlaubt sind, hängt laut DGB vor allem davon ab, wo man arbeitet und ob man Kundenkontakt hat.

Alkohol? Nein danke!

Auch ein Gläschen in Ehren kann verwehrt werden. Beschäftigte haben die Pflicht, ihre Leistungsfähigkeit und die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht durch Alkoholkonsum zu gefährden. Der Arbeitgeber kann den Umgang mit der "Ordnung im Betrieb" jedoch eigenmächtig regeln, sofern kein Betriebsrat besteht.

Buchstäblich "krank feiern" ist unterdessen keine gute Idee. Der Arbeitgeber muss ein Verhalten während der Krankschreibung, das "dem Heilungsprozess mutmaßlich entgegensteht", nicht tolerieren.

„Wir wünschen den Düsseldorfer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern trotz aller Regeln närrische Karnevalstage und den nötigen Frohsinn“, so die Düsseldorfer DGB-Vorsitzende Sigrid Wolf abschließend.







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