IG Metall-Tarifrunde zum Auftakt gescheitert


02.10.08
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Verhandlungsauftakt in der Mittelgruppe: Nach Einigung bei Altersteilzeit Streit um Entgelt

Darmstadt/Völklingen (sk) -. Die Tarifverhandlungen für die rund 430.000 betroffenen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sind am Donnerstag in Darmstadt auf den 23. Oktober vertagt worden. Die Arbeitgeber legten erwartungsgemäß kein Angebot vor.

Die IG Metall fordert eine Entgelterhöhung von 8% einschließlich einer sozialen Komponente. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.

In der bundesweit ersten Tarifverhandlung tauschten beide Tarifvertragsparteien ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage aus. Die IG Metall bewertet ihre Forderung als ?wirtschaftlich sinnvoll, bezahlbar und gerecht".

Nach der Verhandlung warf die IG Metall den Arbeitgebern vor, sich unredlich zu verhalten. Man könne nicht jedes Jahr argumentieren wie es einem in den Kram passe. Bezirksleiter Armin Schild erklärte: ?Im letzten Jahr haben sie eine Teilhabe der Beschäftigten abgelehnt. Da hieß es, man könne erst verteilen, was erarbeitet wird. Nun haben die Beschäftigten Rekordumsätze und -gewinne erarbeitet. Da stellen die Arbeitgeber fest, dass Zurückliegendes nicht mehr zähle. Ungeniert fordern die Herren vorauseilende Bescheidenheit für ihre düsteren Zukunftsprognosen. Das ist unglaubwürdig", sagte Schild. Er warf den Metallarbeitgebern Respektlosigkeit vor, angesichts der Leistung der Menschen in den Betrieben.

?Die IG Metall erwartet noch in der Friedenspflicht ein verhandlungsfähiges Angebot", erklärte der IG Metall Bezirksleiter weiter und stellte fest, dass nur ein sehr enger Zeitplan für Verhandlungen zur Verfügung stehe. ?Wir fahren mit hoher Trittfrequenz. Nach der dritten Runde müssen wir wissen, ob eine Lösung am Verhandlungstisch möglich ist."

Altersteilzeit

Zu Beginn der Verhandlungen hatten die Tarifvertragsparteien als bundesweit erstes Tarifgebiet die Übertragung der baden-württembergischen Altersteilzeitregelung unterzeichnet. Damit war die Forderung des IG Metall Bezirks Frankfurt erfüllt, die Entgelttarifrunde nicht zusätzlich mit diesem Thema zu belasten.

Protest vor dem Verhandlungslokal

Vor dem Start der Verhandlungen haben ca. 750 Beschäftigte aus den umliegenden Betrieben anschaulich für ein deutliches Plus in ihrer Lohntüte protestiert. Auf Plakaten forderten sie: ?Die Taschen sind leer, mehr muss her". Zum Beweis, dass die IG Metall noch alle Tassen im Schrank und sogar noch ein paar übrig habe, übergaben protestierende MetallerInnen rote Tassen an die Verhandlungskommission der Arbeitgeber.







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