Vom Geld-Anlegen


Bildmontage: HF

17.10.18
WirtschaftWirtschaft, Debatte, Theorie, TopNews 

 

Von Oswin Haas

Was "legen" "Geldanleger" "an"?
Geld natürlich. Dumme Frage!
Was ist Geld?
"Gefrorene Arbeit" (Karl Marx).
Die Werte, für die das Geld eingetauscht wurde und für die es steht, müssen ja von jemanden erzeugt worden sein.
Sonst wäre es wertlos.
Was erhofft sich der "Anleger"?
Noch mehr Geld natürlich. Auch eine dumme Frage!
Wo legen „Anleger“ ihr Geld an?
Im Finanzmarkt.
Dieser gehört zur Kategorie Meta-Profitmaschinen, die oft über mehrere Stationen „überflüssiges“ Geld in noch mehr „überflüssiges“ Geld verwandeln.
Wie wird grundsätzlich Geld in noch mehr Geld verwandelt?
IMMER durch GEWALT:
Raub: Mit Geld werden z.B. Räuber gekauft, die man zwingen kann, einen Teil ihrer Beute abzugeben.
Betrug: Mit Geld werden z.B. Waren gekauft, die man Unwissenden oder Optionslosen teurer verkauft, ohne einen realen Wert hinzugefügt zu haben.
Diese Art von Betrug nennt man Handel.
Sklaverei: Mit Geld werden Arbeitskräfte gekauft (direkte Sklaverei) oder gemietet (Lohnarbeit), die man dadurch zwingt, Waren herzustellen, die teurer sind als der Preis für ihre Arbeit oder ihren Körper.
Etc.
In diese Bereiche der Profitkultur „investiert“ die „Finanzindustrie“ Geld.
Einwand:
Wenn ich mein Geld in Aktien oder sonst welche „Wert-Papiere“ investiere, lasse ich doch mein GELD für mich arbeiten und NICHT irgend welche Leute.
Ich beute dabei doch niemanden aus!
Antwort:
Hat man "Geld" schon einmal tatsächlich arbeiten gesehen?
Nein.
Geld ist aus Papier, Metall oder gar nur digital virtuell eingetragen auf Bank-Computern. Es kann gar nichts machen oder „arbeiten“. Es ist, wie schon gesagt, lediglich gefrorene Arbeit und als solche bloß das neutralste Tauschobjekt, um etwas von anderen Menschen Er-Arbeitetes eintauschen zu können.
Wie nennt man allgemein einen solchen Tausch von Geld gegen etwas anderes?
„Kaufen“.
Was wird „gekauft“, wenn man am Finanzmarkt “Geld anlegt“?
Man kauft „Beteiligungen“ an asozialen Strukturen wie die schon genannten
Geldvermehrer:
Raubstrukturen, Betrugsstrukturen, Sklavereistrukturen. Letztere nutzen andere Menschen wie Nutztiere (mir der gleichen Vergewaltigung und
Entwürdigung), um mit ihnen einen Mehrwert zu "erwirtschaften“, den man mit direkter oder indirekter Gewalt abschöpft.
Freiwillig lässt sich niemand dazu bringen.
Beispiel:
Die VW-"Mitarbeiter" brauchen Geld wie alle Menschen in einer Geldwirtschaft, um damit Dinge zu kaufen oder zu mieten, die sie zum eigenen Erhalt und/oder zur Teilhabe am genormten „gesellschaftlichen Schein“ brauchen. Nur deshalb bauen sie für VW Autos. Doch den Wert der Autos, die sie mit ihrer Arbeit herstellen, bekommen sie nicht voll ausgezahlt, sondern nur einen Bruchteil davon. Wäre dem nicht so, würden VW und seine
Aktionäre (ein anderes Wort für Geld-Anleger) niemanden „einstellen“!
Das Geld, das VW seinen Arbeitern asozial vorenthält, wird den Geldanlegern bei VW als „Dividende“ ausgezahlt.
Geld-Anlegen ist nichts anderes als Teilhabe an Raub, Betrug und Sklaverei.
Eines kann man allerdings dem „Anleger“ zugute halten:
Er kann diese wenig schmeichelhafte Wahrheit meist nicht direkt erkennen. Zwischen den genannten hässlichen Strukturen von Raub, Betrug und Sklaverei einerseits und dem „Anleger“ andererseits stehen wunderschöne Fata Morganas, verführerische spanische Wände: mit Marmor verkleidete Banktempel, einladende Glanzprospekte mit glücklichen Menschen, die feudalen Karossen und maßgeschneiderten Anzüge der „Finanzakteure“, rosige Aussichten auf ein unbeschwertes Leben im Alter oder auch sofort, etc. …
Der „Anleger“ bekommt so den Eindruck, sein Geld würde direkt in den Tiefen dieses schönen Scheins auf genauso wundersame wie ehrwürdige Weise vermehrt!
Noch ein Einwand:
Der „Anleger“ hat ein Risiko!
Was riskiert der „Anleger“?
Sein Geld zu verlieren!
Man muss es zugeben: Die „Geld-Anlage“ ist ein Spiel, bei dem man sein Geld gewinnen, aber auch verlieren kann.
Ein entscheidendes Element dieses Spiels ist die Konkurrenz unter den asozialen Strukturen, die das Geld vermehren können, aber eben nur KÖNNEN. Wie bei den Rangeleien unter Mafiafamilien können die benannten asozialen Strukturen bei dieser Konkurrenz regelrecht untergehen.
Banales Beispiel:
Nicht aus jedem mit fremder Arbeitskraft hergestellten „Produkt“ kann ein „Gewinn“ zurückfließen. Vielleicht hat diese asoziale Struktur (z.B. BMW) ein besser „verkäufliches“ Produkt hergestellt als jenes (z.B. Toyota). Gleichermaßen blöd dann für die „Arbeitskräfte“ und die entsprechenden „Anleger“ bei BMW.
Dieses Risiko unterscheidet sich prinzipiell nicht von jenem Risiko, das man hat, wenn man in einem Kasino sein Geld „anlegt“.
Gibt es Leute, die dieses Spiel so spielen, dass sie dabei IMMER gewinnen?
Ja.
Diese Leute gibt es auf dem Finanzmarkt genauso wie in der Kasinowelt.
Was im Spielkasino die Spielbank ist, sind auf dem Finanzmarkt die Banken und Broker.
Allerdings werden am Ende des Spiels auch die Banken und Broker völlig leer ausgehen. Denn im Gegensatz zum Kasino ist das Geldanlegespiel so umfassend und vereinnahmt mittlerweile alle Menschen schon so sehr, dass auch die Lebensgrundlagen der Menschen schon längst Einsätze im Spiel geworden sind.
Am Ende wird nur Geld übrig bleiben.
Kann man Geld essen?
Nein.
Kann man mit Geld Liebe und freundschaftliche Anerkennung erkaufen?
Nein.
Lasst uns aufhören, Geld „anzulegen“.
Lasst uns aufhören, Geld zu sammeln.
Lasst uns Geldverhältnisse durch menschliche Beziehungen ersetzen.
Warum sollten wir „kaufen“ und vereinsamen,
wenn es so viele Menschen gibt, die sich helfen und dabei tiefe und dauerhafte Freunde werden können?
Lasst uns Menschen sein!
Keine „Geld-Anleger“!







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