Bargeld abschaffen birgt gesellschaftliche Risiken

12.02.19
WirtschaftWirtschaft, Soziales, Politik, News 

 

Die Bundesbank kritisiert in einer Studie die Kosten und den Zeitaufwand von Bargeldzahlungen. Dazu sagt Katja Kipping, die Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

"Im Alltag mit Bargeld bezahlen zu können und nicht auf Karten oder andere technische Verfahren angewiesen zu sein, ist auch eine Frage der Barrierefreiheit und der Privatsphäre. Aus Sicht der Banken ist es verständlich, dass sie das Bargeld abschaffen wollen. Aus Sicht der Menschen muss dies verhindert werden"

Katja Kipping weiter: "Sicher, Deutschland hinkt beim bargeldlosen Zahlungsverkehr hinterher und hat in Sachen Digitalisierung dringenden Aufholbedarf. Die Abschaffung des Bargeldes liegt jedoch nur im Interesse der Banken und Kreditinstitute, die jedes Mal mitverdienen, wenn wir mit 'Plastik' statt in bar bezahlen. In Zeiten, in denen Überwachung und Datensammelwut die Privatsphäre immer kostbarer machen, wird ein 5-Euro-Schein zu einem Stück Freiheit. Denn jeder Kaffee im Stammcafé, jedes Straßenbahnticket, jede Zeitschrift am Kiosk, einfach alles, was wir kaufen, wird mit Ort und Zeitpunkt gespeichert. Banken, Firmen und der Staat wissen gelegentlich mehr über uns als die eigenen Freunde.

Zu guter Letzt schließt die Abschaffung des Geldes Teile unserer Gesellschaft aus: Die Schließung von Bankfilialen und der Wegfall persönlicher Kundenbetreuung trifft vor allem ältere Menschen und jene, die auf dem Land leben. Menschen ohne das notwendige gute Schufa-Scoring werden von vielen der neuen Zahlungsmittel ausgeschlossen, und hunderttausende Menschen in Deutschland besitzen kein Bankkonto."







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