Magere Erntebilanz einer falschen Agrarpolitik

28.08.20
WirtschaftWirtschaft, Umwelt, Politik, News 

 

„Die Bundeslandwirtschaftsministerin stellt mit der heutigen Erntebilanz drei Punkte ins Zentrum: Ernährungssicherung, landwirtschaftliche Einkommen und Anpassung an den Klimawandel. Ihre eigene politische Ernte-Bilanz ist bei diesen Top-Themen sehr mager. Mit 22,4 Prozent und 35,7 Prozent Eigenversorgung bei Obst und Gemüse ist Deutschland bei der Selbstversorgung schlecht aufgestellt. Gerade die Pandemie sollte die Erkenntnis gestärkt haben, dass Ernährungssouveränität wichtig ist und eine strategische Neuausrichtung auf kurze Lieferketten und regionale Versorgungssicherung erfordert statt billige Warenproduktion für den Weltmarkt“, kommentiert Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprechern der Fraktion DIE LINKE, den heute vorgestellten Erntebericht 2020. Tackmann weiter:

„Dazu werden aber kostendeckende Erzeugerpreise für nachhaltige Produktion gebraucht. Deshalb ist es inakzeptabel, wenn die Landwirtschaft als Primärerzeugerin mit durchschnittlich 13,6 Prozent den kleinsten Teil der Bruttowertschöpfung in der Lebensmittelkette bekommt, während der nachgelagerte Wirtschaftsbereich im Durchschnitt über 86 Prozent abschöpft.

Statt kooperative Zusammenarbeit in regionalen Lieferketten zu sichern, wird die erpresserische Übermacht von Schlacht-, Molkerei- und Lebensmitteleinzelkonzernen in globalisierten Lieferketten weiter geduldet. Dieser Systemfehler trägt auch zum Klimawandel bei, der weiter die Landwirtschaft bedroht. An den Taten wird gemessen, nicht an Worten.“







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