Sparwelle bei den Banken trifft vor allem die armen Kunden


Bild: occupy

15.07.18
WirtschaftWirtschaft, Soziales, Debatte 

 

Von Gewerkschaftsforum Dortmund

Bei den Banken sprudeln die Einnahmen nicht mehr so üppig wie früher einmal. Vor allem die Nullzinsen haben dazu geführt, dass bei den Kosten gespart und die Gebühren, wo eben durchsetzbar, saftig erhöht wurden.

Das scheint ihnen aber nicht auszureichen. Jetzt läuten vor allem die Direktbanken eine neue Einsparrunde ein. Konnten die ärmeren Kunden bisher auch einzelne Fünf- oder Zehn-Euro-Scheine ziehen,  geht seit neustem unter 50 Euro gar nichts mehr. Für Schüler, Auszubildende, Studenten und Bezieher von Sozialleistungen, deren Kontostand oft knapp im Guthabenbereich ist, wird es dann eng, sie müssen mit dem Geldabheben dann den nächsten Monatsersten abwarten.Jeder, der schon mal versucht hat, Bargeld auf sein Konto einzuzahlen, weiß wie ungerne die Banken das machen. Die Institute erheben darauf seit Jahren Gebühren, weil ihnen dieser Service zu viel Mühe macht.

Beim Geldabheben schrecken die Banken Kunden anderer Institute ebenfalls seit Langem mit hohen Gebühren am Automaten ab. Und in jüngster Zeit beschränken immer mehr Banken sogar das kostenlose Geldabheben an Geldautomaten des eigenen Bankenverbunds.

Der Durchschnittsbankkunde hebt jährlich 42-mal Geld vom Konto am Geldautomat ab und zieht dabei durchschnittlich 189 Euro aus dem Gerät.

Jeder achte Deutsche zieht weniger als 50 Euro. Bei den unter 30-Jährigen ist es sogar jeder Dritte. Die jungen Leute und Erwachsenen mit geringem Einkommen heben häufig genau den Betrag ab, den sie für den Tag oder Abend brauchen, auch aus Gründen der Selbstdisziplinierung. Wenn die Banken nun einen Mindestbetrag beim Abheben vom Automaten einführen, müssen diese Menschen sich das Geld anders einteilen, um der Gebühr zu entgehen.

Vorreiter bei der 50-Euro-Mindestabhebung waren die Commerzbank-Tochter Comdirect und die Deutsche Kreditbank (DKB) und sie handhaben das schon seit Anfang des Jahres. Nun zieht die ING-Diba, Europas größte Direktbank mit mehr als neun Millionen Kunden nach. Diese Direktbank gibt offen zu, dass es ihnen bei der neuen Praxis um ihre Kosten geht, da jede Abhebung Geld koste, unabhängig von der Höhe des abgehobenen Betrags. Die ING-Diba betreibt zwar 1.200 eigene Automaten, doch die meisten Kunden heben per Visa-Karte bei anderen Instituten ab. Für die Kunden ist das kostenlos, die ING-Diba muss aber jedes Mal eine Gebühr an das andere Institut zahlen, die liegt bei rund 1,50 Euro pro Abhebung. Wer fünfmal zehn Euro abhebt, kostet es die eigene Bank damit 7,50 Euro.

Künftig will die ING-Diba zwar Ausnahmen beim Abhebelimit machen, wenn z.B. auf dem Konto weniger als 50 Euro sind, lässt sie auch geringere Beträge zu. Der Kunde selbst kann das Limit auch heruntersetzen lassen, gegen eine Gebühr von zehn Euro pro Monat, was wohl eher als Abschreckung wirkt.

Doch nicht nur Direktbanken schränken den Kundenzugriff am Geldautomaten ein. Auch Sparkassen bieten neuerdings Kontomodelle, bei denen nur noch zwei bis fünf Abhebungen pro Monat kostenlos sind. Einige Sparkassen bitten sogar für jede Bargeldauszahlung zur Kasse. Am Bankschalter Geld abzuheben, hilft übrigens nicht, dort ist es noch teurer.

Die Banken selbst sehen das Ganze recht locker, unter der Hand empfehlen sie ihren aufgebrachten Kunden, doch die Möglichkeit zu nutzen, bei Supermärkten und Drogerien Geld abzuheben, da bekommt man auch noch die niedrigen Beträge.

Da kann man sich nur noch 2 Fragen stellen: befinden diese Banken sich bereits im Harakiri-Modus und wofür braucht man die Banken überhaupt noch??

 

Diese Regelung bestätigt den Trend der Banken und auch der Sparkassen, die ärmeren Kunden zu vergraulen und die Geschäftsbeziehungen mit ihnen zu beenden.

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Quelle: Bundesbank, WAZ, ING-Diba, Forsa,






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