Diskriminierung von Frauen - durch die staatliche Arbeitsverwaltung.


Bildmontage: HF

21.12.09
WirtschaftWirtschaft, Feminismus, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

Frauen werden bei der Arbeitsvermittlung noch stärker benachteiligt als Männer. Wenn sie Arbeitslosengeld II / "Hartz IV" beziehen, werden sie seltener bei beruflichen 'Förderprogrammen' der Arbeitsverwaltung einbezogen als Männer. Dies belegt eine Studie, die das "Institut Arbeit und Qualifikation" (IAQ) zusammen mit weiteren Forschungseinrichtungen erstellt hat. Demnach wurde die Gleichstellungspolitik "bislang nicht systematisch in die Prozesse und Abläufe" der "Jobcenter" integriert. Da die Ämter vor allem um wirtschaftliche Effizienz und niedrigere Kosten bemüht sind, treten "Gleichstellungsziele" regelmäßig in den Hintergrund. Die Arbeitsvermittler sind in erster Linie daran interessiert, den Mann in Vollzeitarbeit zu vermitteln. Die Frau in den Arbeits- und Verwertungsmarkt zu integrieren, hat laut Studie "für den Arbeitsvermittler dagegen eine geringere Priorität". Die Vermittlung von Frauen in Lohnarbeit gestaltet sich für den Arbeitsvermittler schwieriger: Zuerst müsste, als Folge der traditionellen familiären Arbeitsteilung, eine Betreuungsmöglichkeit für das Kind gefunden werden. Da "Frauenberufe" unterdurchschnittlich bezahlt werden, wären umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen nötig, um ein existenzsicherndes Arbeitseinkommen zu erzielen. Viele Arbeitsvermittler (Frauen und Männer) begnügen sich damit, dass Frauen Kinder betreuen und in "Mini- oder in Teilzeitjobs" mit weniger Stunden arbeiten. Laut Studie: Im Jahr 2007 bekamen von 1.000 männlichen Langzeitarbeitslosen in vielen Regionen (nur) "mehr als 40 Eingliederungszuschüsse". Bei Frauen lag der Vergleichswert unter 20 (von 1.000 Langzeitarbeitslosen).

Vgl.: Gender "Jobcenter: Frauen stehen hinten an" / 16.12.2009
HBS: http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2009_20_1.pdf

Empfehlung:
Lohndifferenz - "mit" und "ohne" Tarifvertrag!
Die Kolleginnen und Kollegen sollten berücksichtigen: "mit" Tarifvertrag beinhaltet ein höheres Arbeitseinkommen und höhere Sozialleistungen (Krankenversicherung, Pflege-, Renten-, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung mit Lohnbezug u.a.m.)
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/kombilohn/niedrtarif.pdf
Merke: "Ohne" Tarifvertrag - dies mindert den Lohnleistungsbetrag aus der Lohnarbeit (für den Unternehmer bzw. 'Arbeitgeber') und erhöht den Gewinn und Profit.







<< Zurück