Internationale ethecon Awards 2017

19.11.17
WirtschaftWirtschaft, Bewegungen, Berlin, News 

 

Vorstand & Großaktionäre geschmäht - RHEINMETALL am Pranger

Am 18.11.2017 wurde in Berlin im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung der ethecon Ehrenpreis 2017 an die deutsche Umwelt- und Friedensaktivistin Hanna Poddig verliehen, der ethecon Schmähpreis 2017 stellte den Vorstand Armin Papperger und den Aufsichtsrat Ulrich Grillo sowie die Großaktionäre Paul Manduca und Larry Fink des deutschen Rüstungskonzerns RHEINMETALL an den internationalen Pranger.

Auf der großen Projektionsleinwand des Saales leuchteten die Fotos des Vorstands Armin Papperger und des Aufsichtsrats Ulrich Grillo sowie der Großaktionäre Paul Manduca (BLACKROCK) und Larry Fink (PRUDENTIAL) des deutschen Rüstungskonzerns RHEINMETALL. Sie wurden am 18.11.2017 in einer öffentlichen und per Livestream im Internet übertragenen Veranstaltung in Berlin von ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award 2017 an den Pranger gestellt.

Otfried Nassauer, Journalist und Friedensforscher vom Berlin Information Center for Transatlantic Security (BITS), ging in seiner Schmährede auf einige der zahllosen Skandale und Verbrechen ein, die die Schmähpreisträger als Besitzer und Verwalter der Rüstungsschmiede RHEINMETALL zu verantworten haben. Immerhin versteht sich der Konzern im militärischen Bereich, der in zynischer Weise als Sparte „Defence“ (Verteidigung) bezeichnet wird, als für die Bundeswehr und die NATO „zuverlässiger Partner“, die längst Offensiv- und Eroberungsarmeen sind. Auch habe der Konzern in den letzten Jahrzehnten immer wieder neue Strategien entwickelt, um die nach Ansicht des Konzerns zu restriktive deutsche Rüstungsexportpolitik zu umgehen. Dabei schreckt der Konzern auch nicht davor zurück, Standorte in Krisen- oder Kriegsgebieten mit aufzubauen und mit Regierungen zu kooperieren, die massiv in Menschenrechtsverletzungen verstrickt sind oder gar Krieg führen. Die MENA-Region, also der Nahe und Mittlere Osten sowie Nordafrika, liefert die deutlichsten Beispiele. Wiederholt haben RHEINMETALL-Firmen auch autokratisch regierte Länder wie Saudi-Arabien oder Bahrain mit tödlicher und nicht-tödlicher Munition für Polizei und Sicherheitskräfte beliefert.

Brigitte Hincha, Mitglied des Kuratoriums von ethecon, verlas den Offenen Brief an die Preisträger, in dem es u.a. heißt: „In erster Linie verantwortlich für Entscheidungen und Handeln des Rüstungskonzerns RHEINMETALL (Deutschland) sind beispielhaft Sie als führende Manager und wichtige Großaktionäre. Ihnen gehört der Konzern zu wesentlichen Teilen. Sie leiten entscheidend die Firma. Auf ihr Konto gehen der Ruin der menschlichen Gesundheit und die Zerstörung der Umwelt im großen Stil, ja selbst der Tod vieler Menschen. Sie stellen nicht nur eine Gefahr für den Frieden und die Menschenrechte dar, sondern auch für die Demokratie, die Ökologie und die Menschheit insgesamt. Sie handeln zum Vorteil persönlicher Macht und privater Bereicherung. Dafür treten sie Moral und Ethik mit Füßen und nehmen den Untergang der Erde als Schwarzer Planet in Kauf.

Kathrin Petz von Urgewald begrüßte in einem Redebeitrag die Verleihung des ethecon Black Planet Awards an die Verantwortlichen von RHEINMETALL für ihre Verbrechen und nahm symbolisch die Preitrophäe in Empfang. Sie versprach, dass den Preisträgern die Trophäe zu einem geeigneten Zeitpunkt in öffentlichen Aktionen überbracht werden wird.

Zusammen mit dem Negativ-Preis, dem Internationalen ethecon Black Planet Award 2017, wurde der Ehrenpreis, der Internationale ethecon Blue Planet Award 2017, verliehen.

Er ging an die deutsche Umwelt- und Friedensaktivistin Hanna Poddig. Die Laudatio für die Preisträgerin hielt Kerstin Rudek aus Pretzetzs. Nach Meinung von Kuratorium und Vorstand von ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie "verteidigt (sie) ungeachtet ihrer eigenen Sicherheit Menschen- und Umweltrechte und stellt sich Krieg, Atomindustrie und Staatlicher Gewalt entgegen. Sie tritt nicht nur für die Menschen- und Umweltrechte ein, sondern auch für eine Abschaffung des herrschenden kapitalistischen Systems. Sie handelt zum Vorteil der menschlichen Gemeinschaft. Sie hält Moral und Ethik hoch und stemmt sich gegen den Untergang der Erde als Schwarzer Planet."

Die Preistrophäe des Internationalen ethecon Blue Planet Award 2017 wurde von der bekannten Fotokünstlerin Prof. Katharina Mayer aus Düsseldorf zusammen mit dem Fotokünstler Prof. Matthias Leupold aus Berlin gestaltet. Es handelt sich um ein wertvolles Unikat, das von den beiden Künstlerinnen jeweils ein Motiv zeigt. Prof. Leupold stellte in einem Redebeitrag sein Motiv "Lighter Than Orange" vor.







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