Deutscher Vorstoß nach Kuba


Ultra deepwater drilling rig

21.02.12
WirtschaftWirtschaft, Internationales 

 

von Lateinamerika-Portal amerika21.de

Trotz des "Gemeinsamen Standpunktes" der Europäischen Union gegenüber Kuba will die Regierung des Karibikstaates den Weg zu einem Kulturabkommen mit Deutschland freimachen.

Nach Informationen aus dem Bundestag wird dafür sogar eine Reise von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Kuba erwogen, berichtet das Lateinamerika-Portal amerika21.de. Mit solch einer Vereinbarung würde zugleich die jahrelange Stagnation der bilateralen Beziehungen beendet.

Auch wenn der von Deutschland unterstützte "Gemeinsame Standpunkt" der EU gegenüber Kuba weiter bestehen bleibt, könnte seine Wirkung durch die zunehmende Kooperation mit EU-Mitgliedsstaaten de facto ausgehebelt werden, heißt es in diplomatischen Kreisen in Havanna.

Berlin wage so eine Gratwanderung zwischen dem Dogmatismus rechter Wortführer in der Bundesregierung und einer angestrebten Wirtschaftskooperation mit Kuba. Die kubanische Seite sieht dabei drei Beweggründe in Berlin: Zum einen wolle die Bundesregierung das wirtschaftliche Engagement deutscher Unternehmen in Lateinamerika fördern.

Dabei habe sich in Berlin die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein gutes Verhältnis zu Kuba eine der Grundbedingungen für Erfolg in Lateinamerika ist. Zudem wolle Deutschland in Kuba Fuß fassen, solange US-amerikanische Unternehmen durch die Blockade Washingtons behindert werden. Drittens lasse sich die deutsche Bundesregierung bei ihrem verstärkten Engagement in Kuba von ideologischen Motiven leiten.

Die neue Offenheit der deutschen Diplomatie in Kuba hat indes auch konkrete wirtschaftliche Gründe. Nach Ansicht führender Diplomaten könnte die Erdölblase in kubanischen Gewässern zwischen fünf und 20 Milliarden Barrel fassen.

Die Erschließung des Vorkommens durch südeuropäische Energieunternehmen, China, Russland und Brasilien hat unlängst begonnen. Sollte sich die Einschätzung über die Erdölvorkommen bestätigen, gilt Kuba nach dieser Einschätzung quasi über Nacht als Erdöl-Exportstaat mit hoher Kreditwürdigkeit. In diesem Fall gebe es keinen Zweifel daran, dass US-amerikanische Unternehmen den kubanischen Markt umgehend erschließen, sagte ein führender deutscher Gesandter.

mehr Informationen:
amerika21.de/nachrichten/2012/02/48978/deutschland-kuba
mehr zur Kuba-Blockade:
amerika21.de/tag/blockade

 

 


VON: LATEINAMERIKA-PORTAL AMERIKA21.DE






<< Zurück