IG Metall und Betriebsrat setzen Beschäftigungs- und Standortsicherung für Edelstahlsparte durch
31.01.12
Wirtschaft, Soziales, NRW, News
von IG Metall-Bezirksleitung NRW
in der heutigen Nacht wurde in Essen nach sehr langen und äußerst schwierigen Verhandlungen zwischen der IG Metall sowie dem Betriebsrat und Outokumpu sowie ThyssenKrupp ein Ergebnis erreicht. Die wesentlichen Eckpunkte der Vereinbarung sind:
· Betriebsbedingte Kündigungen werden für 4 Jahre ausgeschlossen (bis zum 31. Dezember 2015).
· Alle Produktionsstandorte haben eine Bestandsgarantie bis mindestens Ende 2015.
· Die Flüssigphase im Stahlwerk Bochum wird für 5 Jahre, mindestens bis Ende 2016 fortgeführt.
· Das Stahlwerk in Krefeld wird zum 31.12.2013 geschlossen.
· Der Kaltwalzwerkstandort Krefeld bleibt erhalten und wird weiter zum Forschungs- und Entwicklungszentrum ausgebaut. Das betrifft auch die Weiterentwicklung der Bandgießtechnologie bis Ende 2013 am Standort. Bis dahin erfolgt eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der Technologie mit der Option auf Fortführung in Krefeld.
· Bestehende Investitionszusagen wurden vertraglich bestätigt.
· Die bestehenden Mitbestimmungsvereinbarungen und –strukturen gelten uneingeschränkt fort.
· Dieser neue Tarifvertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2017.
· ThyssenKrupp bleibt als Gesellschafter mit einem Anteil von 29,9 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen langfristig beteiligt.
Dieser Erfolg in letzter Sekunde war nur durch den massiven Protest der Beschäftigten zu erreichen. ThyssenKrupp und Outokumpu konnten sich mit ihrem Ansinnen, beide Flüssigphasen in Krefeld und Bochum kurzfristig zu schließen und in der Folge alle Arbeitsplätze an beiden Standorten zu vernichten, nicht durchsetzen.
Die Verhandlungsführer der IG Metall, Markus Grolms und Marc Schlette erklärten zum Abschluss der Vereinbarung: „ThyssenKrupp hat die schwierige wirtschaftliche Lage des Konzerns und letztendlich auch von Stainless allein zu verantworten. In dem extrem schwierigen und angespannten Verhandlungsprozess konnten wir dennoch eine Sicherung für alle Beschäftigten erreichen, die Entscheidung von ThyssenKrupp und Outokumpu zur Schließung der Flüssigphase in Krefeld war jedoch nicht zu verhindern. Am Ende zählt: Wir haben für vier Jahre den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen durchgesetzt, mit Zukunft der Nirosta-Standorte und Erhalt einer Flüssigphase, das ist ein Erfolg."
Bertin Eichler, Vorstandsmitglied der IG Metall: „Wir haben kein Ergebnis erreicht, das zum Jubeln Anlass bietet. Für die Beschäftigten und ihre Familien konnten wir aber Arbeitsplätze, Einkommen und Perspektiven absichern."
Bernd Kalwa, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates Inoxum GmbH, betont den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die Beschäftigten der Stainless: „Vier Jahre Schutz vor betriebsbedingter Kündigung ist ein Erfolg. Das ist eine 1a-Sicherung per Tarifvertrag.“, sagte Bernd Kalwa. Als herbe Enttäuschung für die Krefelder Belegschaft wertet er die Stahlwerksschließung. „Für die Kolleginnen und Kollegen ist diese Schließung des Stahlwerkes eine Zumutung. Das wird trotz der forcierten Fortführung der Bandgießtechnologie und der Investition in die Zukunft des Standortes Krefeld zum herben Einschnitt für den Standort."
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VON: IG METALL-BEZIRKSLEITUNG NRW
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