Wirtschaftswachstum nur für Reiche!
19.01.12
Wirtschaft, Soziales
von Reinhold Schramm
Laut Oxfam-Studie profitieren vor allem diejenigen vom Wirtschaftswachstum, die ohnehin schon vermögend sind. Die Armen gehen leer aus.
Seit der Liquidierung des Realsozialismus hat die Ungleichheit in 14 der 20 größten kapitalistischen Industrieländer zugenommen.
»Am meisten hat sich die Einkommensschere in Japan, China und Russland geöffnet, aber auch in Deutschland, Großbritannien, den USA und Kanada gab es seit 1990 eine deutliche Verschlechterung.«
»In Ländern mit relativ geringen Einkommensunterschieden führe ein Prozent Wirtschaftswachstum zu einem Rückgang der Armut um vier Prozent; in Ländern mit hohen Einkommensunterschieden gebe es bei gleichem Wirtschaftswachstum überhaupt keine Auswirkung auf die Armut, schreiben die Autoren der Studie mit Verweis auf Zahlen der Weltbank.«
Zur selbstgefälligen Annahme der Regierungen, die Ärmsten könnten zeitversetzt vom Wirtschaftswachstum im Laissez-faire-Kapitalismus profitieren, merkte der US-Ökonom Paul Krugmann im Jahr 2008 an: „Wir warten nun seit 30 Jahren auf diesen Trickle-Down-Effekt - vergeblich.“ (Vgl.) [1] Eigentums- und Vermögensverhältnisse (nur) in Deutschland
Das reichte Zehntel der Bevölkerung hatte bis 2007 seinen privaten Netto-Vermögensanteil auf 61,1 Prozent ausgebaut (4032,6 Milliarden Euro). [Aktuell auf mehr als 4.600 Mrd. Euro.]
Das 9. Zehntel der Bevölkerung hatte einen privaten Netto-Vermögensanteil von 19,0 Prozent (1.254,0 Mrd. Euro).
Das 8. Zehntel der Bevölkerung von 11,1 % (732,6 Mrd. Euro); das 7. Zehntel von 6,0 % (396,0 Mrd. Euro) und das 6. Zehntel von 2,8 % (184,8 Mrd. Euro).
Das 2., 3., 4. und 5. Zehntel der Bevölkerung (40 %) hatte einen privaten Netto-Vermögensanteil von 1,6 Prozent (105,6 Mrd. Euro).
Das ärmste Zehntel der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland hatte im Jahr 2007 einen Schuldenstand von: - 1,6 Prozent (minus: 105,6 Mrd. Euro). (Vgl.) [2]
Quelle: [1] Süddeutsche.de am 19.01.2012. Einkommensunterschiede. Wirtschaftswachstum nur für Reiche. Von Caspar Dohmen. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/einkommensunterschiede-wirtschaftswachstum-nur-fuer-reiche-1.1261578
[2] Vgl. Sozio-oekonomisches Panel 2002, 2007; DIW 2009. Hans-Böckler-Stiftung. Vermögen: Nur jeder Dritte hat Reserven. Verteilung.
VON: REINHOLD SCHRAMM
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