denn´s Biomarkt veranstaltet Kalbfleisch Gewinnspiel – Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg erinnert an die Tierkinder hinter diesem Produkt

29.03.21
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Von Menschen für Tierrechte

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg wurde von einer denn`s Kundin auf das Gewinnspiel "Wir suchen Ihr Lieblingsrezept“ hingewiesen. Diese Kundin war entsetzt über den großen Aufsteller im Markt mit dem Aufruf, sein liebstes Bio-Kalbfleisch Rezept einzureichen. denn´s hat einen großen Teil seiner Kundschaft im veganen Sektor. Kampagnen für Lamm- und Kalbfleisch sieht man regelmäßig, für vegane Produkte gibt es leider kaum, bis keine Aktionen.

Was Lamm und Kalb gemeinsam haben ist, egal wie schön sie gehalten wurden, dass es sich hierbei um Tiere im Kindesalter handelt. Und diese sehr jungen Tiere werden durch Gewalteinwirkung getötet, um die Nachfrage nach dem von Ihnen beworbenen Fleisch zu erfüllen. Uns ist bewusst, dass die Haltung der Tiere, dessen Fleisch Sie auf diese Art bewerben, deutlich über den Standards in Deutschland liegt. Es ist schön, dass auf dem Hof Eichigt, von welchem denn´s sein Kalbfleisch bezieht, die Kälber nicht von ihren Müttern getrennt werden und männliche Kälber nicht wie Abfallprodukte behandelt werden. Es liest sich schön, dass die Kühe auf die Weide dürfen, dass die Kälber nicht enthornt werden, dass sie Sozialverhalten lernen und von der Herde erzogen werden (1). Ansprechende Fotos mit niedlichen Kälbern und genauen Beschreibungen, wie die Kälber toben und im Stroh spielen, lassen einen regelrecht vergessen, dass allein aus dieser Situation kein Fleisch entsteht. Kälber werden in der Regel nach nur ca. 6 Monaten Lebenszeit getötet. Das beschriebene Spielen, Aufziehen und Lernen bezieht sich also auf einen Zeitraum von gerade einmal dieser kurzen Spanne. Eine Kuh hätte eine Lebenserwartung von mindestens 20 Jahren. Mutter und Kalb haben eine starke Bindung zueinander und Kälber werden von den Müttern ähnlich lange wie menschliche Babys gestillt. Dieses natürliche Verhalten können sie in den meisten Betrieben nicht ausleben. Ob man sie auf dem Eichigt Hof durchgehend ungestört bei ihren Müttern trinken lässt, geht aus dem Text nicht klar hervor. Ist dies der Fall, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Kälber mit 6 Monaten noch Milch bei ihrer Mutter trinken, denn sie sind ganz einfach gesagt Babys. Babys, die wie denn´s es beschreibt, gerne spielen, toben und die Welt erkunden.

Bis zu dem Moment, in welchem man sie ihren Müttern entreißt, ihnen die Hirnplatte mit einem Bolzenschussgerät zerstört und ihnen anschließend die Kehle aufschlitzt. Von diesen Geschehnissen findet man keine Fotos auf denn´s Website und auch keinerlei Erwähnung im Text. Es wirkt fast so, als würden die Kälber spielend von der Wiese auf den Teller springen. Doch Sie werden durch Gewalteinwirkung getötet, um im Markt zerstückelt verkauft zu werden. Und mit einem Gewinnspiel, in welchem man sein liebstes Rezept mit Kalbfleisch einreichen soll, wird diese Nachfrage zusätzlich angeheizt. Solche Gewinnspiele legitimieren das Töten von Tieren im Kindesalter und machen es den Kunden/-innen furchtbar einfach auszublenden, dass hinter jedem gekauften Kalbfleisch ein Individuum stand, das gerne weiter auf den Wiesen getobt hätte und friedlich in seiner Herde gelebt hätte. Ein Tier, das gerne erwachsen geworden wäre.

Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg wünscht sich, dass denn´s seine Kunden/-innen ermutigt, pflanzliche Alternativen zu probieren. Denn für diese musste kein fühlendes Lebewesen sein Leben lassen. Wieso also nicht öfter mal ein Gewinnspiel oder ähnliche Aktionen mit pflanzlichen Lebensmitteln? Und wieso nicht ganz realistisch alle Schritte aufzeigen, die zu dem eigentlichen Tieprodukt geführt haben? Könnte das Ausblenden des gesamten Tötungsprozesses vielleicht daran liegen, dass wir im Grunde wissen, dass es moralisch nicht mehr vertretbar ist?

Quelle

1: https://www.biomarkt-bestellung.de/pages/tierhaltung-and-herkunft







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