TKMS-Werksschließung in Emden


Bild: wsws.org

03.09.17
WirtschaftWirtschaft, Arbeiterbewegung, Niedersachsen, Ruhrgebiet, NRW, Bewegungen 

 

Von RIR

Da hilft nur noch Betriebsbesetzung!

Der Vorstand von Thyssenkrupp hat beschlossen, den TKMS-Standort Emden (Marineschiffbau) zu schließen. Davon wären direkt 220 KollegInnen betroffen. Insgesamt sollen in der Sparte Industrial Solutions 1.500 Arbeitsplätze, davon 1.000 in Deutschland, abgebaut werden. Auf der Jagd nach Profiten liegen für den Thyssenkrupp-Vorstand die „Lösungen“ immer im Personalabbau.

Langsam, eingefahren und ineffizient?

Nimmt man die Konzernmitteilung Wort für Wort, dann arbeiteten die ´lieben Mitarbeiter` in Emden langsam, eingefahren und ineffizient. Denn wie die Emder Zeitung vom 1.9.2017 berichtet: „Der Konzern begründete das Aus für den Emder Standort damit, dass man „´schneller, flexibler und effizienter` werden muss“. Nachdem Hiesinger also auch noch den Ruf unserer Emder KollegInnen, der Techniker und Schiffsingenieure, kaputt gemacht hat, sollen sie zu Standorten in Bremen, Hamburg oder Kiel wechseln.

Konzernbetriebsrat und IG Metall auf Tauchstation

Der TKMS-Standort Emden soll geschlossen werden. Thyssenkrupp-Steel soll aus dem Konzern ausgegliedert und mit Tata-Steel oder sonst wem fusioniert werden. Dort sind bis zu 5.000 Arbeitsplätze gefährdet. Allein im Angestelltenbereich sollen 2.500 Arbeitsplätze vernichtet werden.

Obwohl Betriebsräte und hohe IGM-Funktionäre (ex IGM-Vorsitzender Wetzel!) die Aufsichtsratsgremien bevölkern und dafür fette Aufwandsentschädigungen abziehen, gibt es keine frühzeitige konzernweite Informationspolitik, keine konzernweite Gegenwehr, keine Strategie, um Hiesingers Klassenkampf von oben zu begegnen. Das Ganze nennt sich „paritätische Mitbestimmung“. Was tun bei Thyssenkrupp hat Strafanzeige gegen die Hiesinger, Burkhard, Kaufmann und Kerkhoff gestellt (http://riruhr.de/). Ist es nicht die Aufgabe der Betriebsratsgremien und der IG Metall,  gegen den TK-Vorstand eine härtere Gangart einzulegen? Aber deren CDA- und SPD-Mitglieder wollen vor den Bundestagswahlen den Ball flach halten.

Das Beispiel der AG Weser

Als 1983 die Werft AG Weser in Bremen-Gröpelingen geschlossen werden sollte, stießen die Unternehmenspläne auf entschlossen Widerstand der Belegschaft und ihres Betriebsrates um Hans Ziegenfuß. Die Belegschaft besetzte im September 1983 den Betrieb. Das schaffte bundesweite Öffentlichkeit gegen die Vorstandspläne. Und das ist genau der richtige Schritt, um Hiesingers Klassenkampf von oben eine passende Abfuhr von unten zu erteilen. Und jetzt vor der Bundestagswahl ist genau der richtige Zeitpunkt, um die Politik durch eine öffentlichkeitswirksame Besetzung unter Druck zu setzen.

Bei einer Betriebsbesetzung gibt es genug Zeit und Möglichkeiten, um über eine Rüstungskonversion  nachzudenken. Denn Kriegsschiffbau hat tödliche Spätfolgen.

Auf nach Essen!

Hiesingers Kahlschlagpolitik betrifft alle Sparten des TK-Konzerns. Wir haben schon an anderer Stelle in der was tun vorgeschlagen, alle KollegInnen aus allen Branchen gemeinsam vor die Konzernzentrale nach Essen zu mobilisieren. Auf nach Essen! Belagern wir das Hauptquartier!

RIR 2.9.2017







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