foodwatch Deutschland feiert 20-jähriges Bestehen – europaweite Verbraucherorganisation als langfristiges Ziel

04.09.22
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Von foodwatch

foodwatch feiert Jubiläum: Seit 20 Jahren macht sich die Organisation für die Interessen der Verbraucher:innen in Deutschland stark. Am 5. September 2002 erfolgte der offizielle Eintrag ins Vereinsregister. Seitdem hat sich die Verbraucherorganisation etwa gegen Mineralölverunreinigungen in Lebensmitteln, illegalen Tiermehlschmuggel oder die Spekulation mit Agrarrohstoffen eingesetzt. Aktuell streitet die Organisation zum Beispiel für eine Regulierung von Kinder-Werbung und strengere Vorgaben für die Gesundheit von Nutztieren. Einmal im Jahr verleiht foodwatch den Negativpreis „Goldener Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge im Supermarkt.

„Auch nach 20 Jahren bleibt für foodwatch viel zu tun: Ungesunde Ernährung tötet etwa so viele Menschen in Deutschland wie das Rauchen, und die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, ist zerstörerisch für Umwelt, Tiere und Landwirt:innen. Die Verantwortlichen in der Politik vertreten viel zu oft eher die Interessen der Agrar- und Lebensmittelindustrie als von uns Bürger:innen. Eine unabhängige und unerschrockene Verbraucherorganisation wie foodwatch braucht es heute mehr denn je“, sagte Chris Methmann, Geschäftsführer von foodwatch Deutschland. 

foodwatch wurde 2002 von dem ehemaligen Greenpeace-Chef Thilo Bode unter dem Eindruck der BSE-Krise gegründet. In den folgenden Jahren machte die Organisation eklatante Fehler in der Bekämpfung der Rinderkrankheit öffentlich. foodwatch-Recherchen über den riskanten Umgang mit Tiermehl bewirkten, dass Tiermehlexporte aus Deutschland in Staaten außerhalb der EU gestoppt wurden. Regelmäßig testet die Organisation zudem Lebensmittel auf Schadstoffe und setzt sich für einen besseren Schutz der Verbraucher:innen ein. So machte foodwatch zum Beispiel immer wieder die Belastung von Chips und Weihnachtsgebäck mit dem krebserregenden Acrylamid öffentlich – viele Hersteller änderten daraufhin die Produktion, um niedrigere Werte zu erzielen. Die Verbraucherorganisation setzte sich mit der Veröffentlichung von Laboranalysen außerdem erfolgreich für einen Grenzwert für die Uran-Belastung von Trinkwasser ein. 2011 stieß der foodwatch-Report „Die Hungermacher“ eine breite Debatte über die exzessive Spekulation mit Grundnahrungsmitteln an – die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg, die DekaBank der Sparkassen und andere Geldhäuser stiegen daraufhin aus dieser Form der Spekulation aus. Seit 2010 verleiht foodwatch den Negativpreis „Goldener Windbeutel“ und hat seitdem zahlreiche Supermarkt-Werbelügen entlarvt. Viele Unternehmen überarbeiteten ihre Produkte oder nahmen diese ganz aus den Regalen. 2021 zum Beispiel gewann Rewe den Goldenen Windbeutel für irreführende Klimaneutral-Werbung auf seinem Hähnchenfleisch – der Handelskonzern stellte die Verbrauchertäuschung daraufhin ein. foodwatch recherchiert zudem immer wieder zu Lebensmittelskandalen. Ob EHEC, Dioxin in Eiern, Ethylenoxid in Eiscreme oder Listerien in Wilke-Wurstwaren: foodwatch-Recherchen halfen mit, die Fälle aufzuklären und entlarvten die Schwachstellen im System der Lebensmittelüberwachung. 

foodwatch arbeitet unabhängig vom Staat, der EU und von der Lebensmittelwirtschaft und finanziert sich über Förderbeiträge und Spenden. In Deutschland unterstützen mehr als 45.000 Mitglieder die Arbeit. Der eingetragene Verein gliedert sich in zwei Geschäftsbereiche: „foodwatch Deutschland“, geleitet von Geschäftsführer Chris Methmann, und „foodwatch International“, das als Dachorganisation für die nationalen foodwatch-Büros fungiert. Geschäftsführer von foodwatch International ist Jörg Rohwedder. Neben Berlin gibt es mittlerweile Büros in Amsterdam (seit 2010), Paris (2014), Brüssel (2020) und Wien (2020). Langfristiges Ziel ist es, foodwatch als europaweite Verbraucherorganisation aufzubauen.

Erfolge aus 20 Jahren foodwatch: https://www.foodwatch.org/de/ueber-uns/unsere-erfolge/







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