NABU: Europäisches Parlament stimmt für Verbrenner-Aus

09.06.22
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Von NABU

Miller: Ausstieg kommt fünf Jahre zu spät

Neuzugelassene Fahrzeuge dürfen ab 2035 kein CO2 mehr ausstoßen. Das hat das Europäische Parlament beschlossen. Das bedeutet faktisch das Ende des Verbrennungsmotors in Europa.

„Ohne Frage sendet das europäische Verbrenner-Aus weltweit ein Signal für den Klimaschutz, aber die Entscheidung kommt zu spät. Aus Klimasicht muss der Ausstieg 2030 erfolgen. Die Bundesregierung steht nun vor der Wahl entweder im Ministerrat auf Verschärfungen zu dringen oder nationale Maßnahmen auf den Weg zu bringen.“, so Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer. Die Entscheidung muss durch die Verhandlung zwischen den Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament bestätigt werden. Deutschland unterstützt das Verbrenner-Aus 2035.    

Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, dessen Emissionen nicht sinken. Die Autohersteller haben zuletzt ihre Minderungsziele durch den Hochlauf der E-Mobilität eingehalten, daher wäre der Weg frei gewesen für höhere Reduktionsziele bereits vor 2030. Dafür fand sich im EU-Parlament aber keine Mehrheit. Ein neues Ziel für 2027 und höhere Ziele für 2030 wurden abgelehnt.   

Nikolas von Wysiecki, Verkehrsreferent des NABU: „Das eigentliche Problem im Verkehrssektor ist die Zeit vor 2030. Hier fehlen die Anreize durch die EU völlig. Das Verkehrsministerium muss daher ein ambitioniertes Sofortprogramm auf den Weg bringen, das nachweislich die Treibhausgasemissionen im Verkehr senkt. Die Anpassung der Kfz-Steuer und die Dienstwagenregulierung könnten viel leisten.“   

Neben dem Verbrenner-Aus stimmte das EU-Parlament gegen eine Anrechnung von synthetischen Kraftstoffen. Dies ist begrüßenswert, weil sie ineffizient sind und lokal Schadstoff- und CO2 emittieren. Am 28. Juni entscheidet der Ministerrat der EU über das Thema.







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