Sammelklage gegen BAYER

17.11.22
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Australische Verhütungsmittel-Geschädigte ziehen vor Gericht

Von CBG

In Australien haben hunderte Geschädigte des Langzeit-Verhütungsmittels ESSURE eine Sammelklage gegen den BAYER-Konzern eingereicht. Die Frauen machen die kleine Spirale, deren Kunststoff-Fasern für ein so großes Wachstum des Bindegewebes sorgen sollen, dass sich der Eileiter verschließt, für zahlreiche Nebenwirkungen verantwortlich. So bleibt das Medizin-Produkt allzu oft nicht an seinem Bestimmungsort; stattdessen wandert es im Körper umher und verursacht Risse an den Wänden von Organen, was zu lebensgefährlichen inneren Blutungen führen kann. 94 Todesfälle registrierte allein die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA. Auch Schmerzen im Unterleib, Depressionen oder Angstzustände, Kopfschmerzen, Übelkeit, Allergien, Hautausschläge und Haarausfall zählen zu den unerwünschten Arznei-Effekten des Mittels.

„Du fühlst dich, als würdest du sterben, als würdest du von innen heraus sterben“, so beschreibt die Klägerin Simmone Burford ihre Erfahrungen mit ESSURE. Die Mutter dreier Kinder erlitt eine Gesichtslähmung, bekam Ausschlag an den Extremitäten und Magen-Probleme. Gleich büschelweise fielen ihr die Haare aus. 

Sie und ihre Leidensgenossinnen erhalten Unterstützung von der US-amerikanischen VerbraucherInnenschutz-Aktivistin Erin Brockovich, die durch den Hollywood-Film über ihr Engagement zu großer Popularität gelangte. „Ich finde es wirklich bestürzend, wie viel Beharrlichkeit es erfordert, durchzusetzen, dass das Richtige für unsere Gesundheit und unser Wohlergehen geschieht. Also macht weiter!“, sprach sie den Frauen Mut zu. 

Brockovich hatte bereits den US-amerikanischen ESSURE-Geschädigten den Rücken gestärkt, die BAYER im Jahr 2020 einen Vergleich abtrotzten. 1,6 Milliarden Dollar musste der Pharma-Riese den rund 39.000 KlägerInnen damals zahlen. Geschlossen ist die Akte „ESSURE“ damit in dem Land allerdings noch nicht. Zusätzlich sieht sich das Unternehmen unter anderem noch in Irland, Holland, England und Brasilien mit Schadensersatz-Ansprüchen konfrontiert. 

Trotz alledem hält der Global Player noch immer unverbrüchlich zu der Spirale. Er stehe „weiterhin hinter der Sicherheit und Wirksamkeit von ESSURE“, heißt es im aktuellen Geschäftsbericht unter der Rubrik „Rechtliche Risiken“. Dabei vertreibt BAYER das Produkt gar nicht mehr. Nach Verboten und Gebrauchseinschränkungen in einigen Staaten entschloss der Konzern sich zu einer Marktrücknahme. Als Gründe für die Einstellung des Verkaufs führte er jedoch lediglich die „inadäquate und irreführende Berichterstattung über das Mittel“ sowie das abnehmende Interesse für Langzeit-Kontrazeptiva an. 

„Der BAYER-Konzern weigert sich stets bis zum bitteren Ende, Gesundheitsschädigungen durch seine Medikamente einzugestehen. Gerade die Sparte „Frauengesundheit“ hat hier traurige Berühmtheit erlangt, nicht nur in Sachen „ESSURE“, sondern auch die Verhütungspräparate MIRENA und YASMIN betreffend. Das Leid der Frauen ignorierte die Aktien-Gesellschaft dabei immer konsequent. Ihr ging es nur um den Profit“, hält Marius Stelzmann von der Coordination gegen BAYER-Gefahren abschließend fest.







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