NABU: Nur eine nachhaltige Landwirtschaft kann ergiebige Ernten auch in Zukunft sichern

28.08.22
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Von NABU

Krüger: Gesunde Böden erhöhen die Anpassung an Extremwetterereignisse / Humusaufbau und Renaturierung vorantreiben

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir stellt den Erntebericht 2022 vor. Bereits jetzt zeichnet sich ab: Durch die enorme Trockenheit und Hitze ist auch in diesem Jahr mit hohen Ernteausfällen zu rechnen. Laut Erntebericht des Deutschen Bauernverbands bleibt etwa die Getreideernte deutlich hinter dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2021 zurück. Auch der Körnermais ist zukünftig von massiven Ertragsausfällen betroffen, warnt der Deutsche Raiffeisenverband. 

Der NABU betont vor diesem Hintergrund die Dringlichkeit, die Agrarpolitik endlich an ökologischen Maßstäben neu auszurichten. Nur durch eine gezielte und ausreichende Förderung von regenerativen Anbausystemen wird unsere Landwirtschaft zukunftsfähig und krisenfest. Die Regeneration landwirtschaftlicher Böden ist in diesem Zusammenhang von fundamentaler Bedeutung. 

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Dieses Jahr zeigt sich erneut, wie wenig unsere Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels angepasst ist. Wenn wir es nicht schaffen, deutsche Agrarflächen widerstandsfähiger gegen die Klimakrise zu machen, werden sich zunehmende Extremwetterereignisse wie Dürren, aber Hochwasser noch negativer auf die Erträge der Landwirtschaft auswirken. Landwirtschaftliche Betriebe können nur dann klimaresilient werden, wenn wir gezielt die Regeneration von Agrarökosystemen, Landschaftswasserhaushalten und nachhaltigere Bewirtschaftung fördern.” 

Humusreiche, gesunde und artenreiche Böden sichern nicht nur langfristig die Erträge, sondern binden auch große Mengen an Treibhausgasen. So leisten sie einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen die Natur- und Klimakrise. „Das Wasser muss durch eine nachhaltigere und strukturreichere Bewirtschaftung langfristiger in der Fläche gespeichert werden, bevor es abfließt. Nur resiliente Agrarökosysteme und natürlicher Klimaschutz bieten langfristig Ernährungssicherheit”, sagt Simon Krämer, Experte für Ernährungssystem- und Bodenpolitik. 

Um Artenvielfalt, natürlich produktive Böden und damit eine langfristige und resiliente Ernährungssicherung zu erhalten, ist auch eine deutliche Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes von großer Bedeutung. „Das wird seit Jahren nicht nur von Umweltverbänden, sondern auch von der Gesellschaft gefordert und von der EU nun auch endlich vorangetrieben”, so Krämer.

Hintergrund: Extremwetterereignisse in der deutschen Landwirtschaft 
Durchschnittlich haben sich die Gesamtniederschläge in Deutschland zwar nicht stark verändert, Niederschläge treten wegen des Klimawandels aber immer unregelmäßiger auf und sind ungleichmäßig verteilt. Gleichzeitig verdichten schweren Maschinen den Unterboden, so dass das Wasser schwerer in tiefere Bodenschichten versickert. In der Folge kommt es zu Überflutungen. Das Wasser, das versickern kann, wird meist schnell durch Drainagen abgeleitet, weil die Landschaft seit Generationen auf Entwässerung ausgelegt ist. Die Folge: der Boden kann Niederschläge nicht schnell genug aufnehmen, der Grundwasserspiegel sinkt stark ab und Nutzpflanzen fehlt in entscheidenden Wachstumsphasen das Wasser. Um dem entgegenzuwirken, wird das Grundwasser vielerorts für die künstliche Bewässerung angezapft – ein Teufelskreis entsteht. Um sowohl der Wasserknappheit als auch der Natur- und Klimakrise entgegenzuwirken, fordert der NABU, Flächen und Lebensräume in Deutschland umfangreich zu renaturieren.







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