EU-Ratssitzung in Brüssel: PETA fordert EU-weites Verbot von Langstreckentransporten

18.09.20
UmweltUmwelt, Internationales, Bewegungen, TopNews 

 

Vpn PETA

 „Grausame Langstrecken-Tiertransporte verbieten“: Unter diesem Motto protestierte PETA anlässlich des informellen Treffens der EU-Agrarminister am 31. August in Koblenz für ein EU-weites Ende von Tiertransporten in Drittstaaten. Während die Tiere über Tage oder Wochen hinweg dicht aneinandergedrängt auf den Ladeflächen ausharren müssen, haben sie meist weder ausreichend Wasser noch Nahrung zur Verfügung, trampeln sich teils gegenseitig tot und werden anschließend in den Zielländern oft ohne Betäubung getötet. Die Langstreckentransporte verstoßen mit Missständen wie diesen fast ausnahmslos gegen die EU-Tierschutztransportverordnung. Daher fordert PETA Julia Klöckner nun erneut auf, das Treffen am 21. und 22. September in Brüssel dazu zu nutzen, zumindest Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten zu untersagen. Die Organisation übergab dem zuständigen Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft schon Mitte August per E-Mail eine Petition mit über 83.000 Unterschriften. Damit wurde auch die Bundesregierung aufgefordert, ein europaweites Verbot auf den Weg zu bringen.

„Seit Jahren ist den EU-Agrarministern bekannt, dass Tiere und Tierkinder unter furchtbaren Bedingungen oft tage- oder wochenlang transportiert und am Zielort auf grausame Weisen getötet werden. Schuld an den Transportbedingungen und den damit einhergehenden Verstößen tragen also auch die Minister“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei PETA. „Das gesetzliche Schlupfloch, Transporte über andere EU-Länder laufen zu lassen, muss endlich geschlossen werden. Wir appellieren neben den Politikern auch an alle Verbraucher, den tierquälerischen Tiertransporten mit einer veganen Ernährung eine Absage zu erteilen.“
 
Hintergrundinformationen 
Aus Tierschutzgründen haben einige Bundesländer Transporte in Nicht-EU-Staaten erst kürzlich per Erlass untersagt; andere Bundesländer hatten sie schon zuvor verboten. Transporte in andere EU-Länder sind jedoch erlaubt. Von dort können die Tiere dann weiterhin in Nicht-EU-Staaten verfrachtet werden. In der ARD-Dokumentation „Tiertransporte gnadenlos – Viehhandel ohne Grenzen“ wurde deutlich, dass Rinder beispielsweise nach einer qualvollen Mast in Spanien von dort aus nach Nordafrika weitertransportiert werden und somit das Transportverbot in Länder außerhalb der EU umgangen wird. Aktuelle Berichte von Amtstierärzten, Tierschützern und Medien belegen, dass die Tiere auf vielen der teils tagelangen Routen nicht oder nur unzureichend versorgt werden. Auf den Strecken fehlen oftmals Entlade- und Versorgungsstationen. Infolgedessen müssen die Tiere auf den Transportern tage- oder wochenlang dicht an dicht in ihren Exkrementen ausharren. Auch Tierkinder, die noch auf Muttermilch angewiesen sind, müssen teils lange Fahrten ertragen – der Tod vieler Tierkinder, wie zum Beispiel Kälber, ist somit von vornherein einkalkuliert. Die überlebenden Tiere werden in den Zielländern unter grausamsten Schlachtbedingungen – häufig ohne Betäubung – getötet. PETA weist darauf hin, dass die Transporte somit gegen die EU-Transportverordnung 1/2005 verstoßen, wonach ein Transport nur genehmigt werden darf, wenn „den Tieren Verletzungen und Leiden erspart werden und ihre Sicherheit gewährleistet ist“. [1]
  
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz