Grüne Kreuze: "Kreuzzug" für Agrar-Gift, Glyphosat und Massentierhaltung


Bild: Umweltbüro München

22.09.19
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Von Axel Mayer, BUND Südlicher Oberrhein

Bei einem Abendspaziergang bin ich an einem der vielen grünen Kreuze vorbeigegangen, die jetzt bundesweit überall in der Landschaft stehen. "Die grünen Kreuze sollen als Mahnmal auf die Folgen des neuen Agrarpakts der Bundesregierung, auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen" und auf die allgemeine Lage der Landwirtschaft hinweisen." Ein am Kreuz angebrachter Text besagt, dass der von der Bundesregierung geplante Agrarpakt ein „kommendes Bauernsterben“ auslösen würde. Hinter den vorgeschobenen Kreuzen steht eigentlich eine bundesweite Kampagne "Schützt die Bauern durch ein Ja zum Gift". In manchen Medien wird unkritisch schon von einem "Kreuzzug auf dem Land" geschrieben.

Kernpunkte des von der Agrochemie-Lobby so massiv bekämpften, von der Bundesregierung geplanten Agrarpakets sind unter anderem das verspätete Aus für das Unkrautgift Glyphosat Ende 2023, endlich ein wenig mehr Schutz für Insekten und ein neues Tierwohl-Kennzeichen. In einer Zeit in der in Deutschland die Masse der Insekten teilweise um über 75% abgenommen hat, ist das geplante Agrapaketchen eine kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die bundesweite Kreuz-Aktion ist der verzweifelte Wunsch nach Beibehaltung des Sta­tus quo und das heißt Agrar-Gifte, Glyphosat, Massentierhaltung, Insektenvergiftung, Vogelsterben, CO2 Belastung und Nitrat im Grundwasser.

Ähnliche Bauern-Aktionen und die gut organisierte Agrar-Lobby in der Vergangenheit haben dazu geführt, dass wir in Deutschland ein massives  Grundwasserprobleme mit Nitrat haben. Der Applaus vieler AfD, CDU, CSU und FDP-Politiker für die Grünen Kreuze passt eigentlich eher in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts und ist insbesondere für die Parteien mit dem C besonders peinlich.

Der Missbrauch christlicher Symbole für Gift, Glyphosat und Massentierhaltung ist nicht akzeptabel.
Absolut nachvollziehbar aber sind die Ängste, Sorgen und Nöte der Landwirte.

  • Zumeist unter CDU- & CSU-Landwirtschaftsministern sind, politisch gewollt, seit 1949 in Baden-Württemberg 75 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe verschwunden. Bundesweit gab es einen Rückgang von 42 Prozent innerhalb der letzten 17 Jahre.
  • Aktuell wird die deutsche Landwirtschaft auf dem Altar eines nicht umwelt- und menschengerechten Freihandels (Mercosur) geopfert.


Die kleinen ökologischen Fortschritte des geplanten und bekämpften Agrarpaketes stören den Traum von der ständig wuchernden, großen, globalen, giftdominierten Agrarfabrik, den Bayer, Hoechst, Monsanto, Syngenta, Genlobby & CDU, CSU, FDP & Bauernverbände träumen. In diesem zerstörerischen Traum kommen allerdings kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe, egal ob öko oder konventionell, auch nicht vor.

Naturschutzbewegung, das geplante Agrarpaket in Berlin und das Volksbegehren in Baden-Wüttemberg sind nicht die Feinde der Landwirtschaft. Gerade BUND und Umweltbewegung sind potentiell Verbündete einer insektenfreundlichen, grundwasserfreundlichen, naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Wir müssen den Wachstumswahn brechen, den Traum von der globale Argrafabrik beenden und die Globalisierung menschengerecht und nachhaltig gestalten. Dazu braucht es nicht nur ein Agrarpaket und ein Volksbegehren, sondern eine andere, neue Agrar- und Subventionspolitik. Und die Landwirtschaft braucht endlich auch gute Preise für gute, umweltschonend erzeugte Produkte.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

 


Zitate:

·  Der niedersächsische Bauernverband begrüßt die Aktion. Vor allem die Pläne zum Insektenschutz stießen bei vielen Bauern auf wenig Gegenliebe, heißt es vom Verband. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist das Verbot von Glyphosat Ende 2023.NDR

·  Letztlich wollen die Protestler, dass der Bundestag die Beschlüsse nicht billigt. Zum Agrarpaket der beiden Ministerien gehören unter anderem das Glyphosat-Verbot, ein Tierwohl-Kennzeichen sowie die Neuverteilung der EU-Subventionen für Landwirte, die sich künftig nicht mehr nach der Fläche, sondern am Grad der Nachhaltigkeit orientieren. Der neue Tag







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