„Wir haben es satt – Agrarindustrie die Stirn bieten“ - Demonstration zur Grünen Woche: Samstag, 19. Januar, Berlin

17.01.19
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, Saarland, News 

 

Von Aktion 3. Welt Saar

Aufruf trotz Bauchschmerzen unterzeichnet - Gegensatz zwischen 'böser Industrie' und 'guten Bauernhöfen' ist klischeehaft und falsch

„Wir haben trotz Bauchschmerzen den Aufruf zur Demonstration ‚Wir haben Agrarindustrie satt‘ unterzeichnet“, so Ingrid Röder von der Aktion 3.Welt Saar e.V. Diese ist Mitglied im Trägerkreis und damit Mitveranstalterin der größten Demonstration für eine nachhaltige Landwirtschaft. Insgesamt sind rund 50 Agrar- und Umweltorganisationen daran beteiligt. Die Demonstration zum Beginn der Internationalen Grünen Woche, findet zum neunten Male statt und beginnt um 12 Uhr am Brandenburger Tor. In den vergangenen Jahren haben meist

20.000 Menschen daran teilgenommen. Sie plädiert für eine Landwirtschaft, in der Bauern im Süden wie im Norden Zugang zu Land und Saatgut haben. Zusätzlich spricht man sich für eine Steuerung der Milchmenge aus, um das Höfesterben in Deutschland zu beenden.

Ingrid Röder weiter: „Wir teilen allerdings nicht den favorisierten Gegensatz zwischen böser Industrie und guten Bauernhöfen. Auch eine Formulierung im Aufruf wie ‚außerlandwirtschaftliche Investoren‘, von denen eine Gefahr ausginge, halten wir mindestens für bedenklich, genau genommen für verschwörungstheoretisch und platt. Es gibt in ‚unserem‘ Wirtschaftssystem in jedem Bereich Investitionen, die ‚fachfremd‘ sind.

Leider fanden wir mit unserem Plädoyer, dies zu ändern, im Trägerkreis keine Mehrheit. Ebenso ist der vermeintliche Gegensatz zwischen böser Agrarindustrie und ‚gutem handwerklich erzeugtem Essen‘ voller Klischees, auch wenn es nett klingt. Wir haben nichts gegen Industrie und nutzen in unserem Alltag Tag für Tag vielerlei Industrieprodukte, die uns das Leben erleichtern. Wir sollten als Agrarbündnis aufhören, nachhaltig einen Gegensatz zwischen der vermeintlich bösen Industrie und dem guten Handwerk zu befeuern. Es gibt im Übrigen ‚in der Region‘ durchaus ‚industriell‘ erzeugtes Essen bzw. Milchbauern und Bäuerinnen, die mit Melkroboter arbeiten. Wenn man dem Denken in dem Aufruf folgt, müsste man dies ablehnen.“

Die Aktion 3.Welt Saar e.V. arbeitet bundesweit und hat ihren Sitz im Saarland. Aktuell führt sie mit Bauern, Naturschützern und mit Gewerkschaften das Vernetzungsprojekt ERNA goes fair – Für eine Faire Landwirtschaft weltweit“ durch. In diesem Rahmen hat sie mit dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) mehrere Publikationen erstellt und Alternativen aufgezeigt.

 







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