Raus aus der Braunkohle!


Foto: Pay Numrich, Robin Wood

02.08.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Sachsen, TopNews 

 

Von Robin Wood

Kletteraktion von ROBIN WOOD-Aktiven beim Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig

ROBIN WOOD-Aktivist*innen haben heute Nachmittag mit einer Kletteraktion an einem Strommasten in Sichtweite des Kohlekraftwerks Lippendorf bei Leipzig für den Stopp des Braunkohletagebaus und den sofortigen Ausstieg aus der Kohle demonstriert. Mit einem Banner mit der Aufschrift „Saubere Kohle ist eine dreckige Lüge“ solidarisieren sich die Aktivist*innen mit Menschen vor Ort und weltweit, die von den Auswirkungen des Abbaus und der Verbrennung von Kohle betroffen sind.

Das Kraftwerk Lippendorf wird aus dem Braunkohletagebau Vereinigtes Schleenhain gespeist, für dessen Erweiterung die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft MIBRAG das Dorf Pödelwitz zwangsumsiedeln und zerstören will.

„Kohlekraft ist zerstörerisch, dreckig und gehört abgeschaltet. In den Revieren hier vor Ort werden ganze Dörfer und Wälder für die Braunkohle vernichtet. Und weltweit gefährdet die Kohle als Klima-Killer die Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Daniel Schöngart. „Wer wie die MIBRAG und andere Kohleunternehmen behauptet, Deutschland brauche noch viele Jahrzehnte lang die Braunkohle für eine umweltgerechte Energieversorgung, will die Menschen in Zeiten des Klimawandels für dumm verkaufen.“

Um das Klima zu schützen und das Energiesystem ökologisch und sozial gerecht zu gestalten, muss die Bundesregierung jetzt den Ausstieg aus der Kohleverbrennung durchsetzen. Stattdessen aber verzögert sie mit der Gründung der sog. „Kohlekommission“ den Kohleausstieg und lässt zu, dass Tagebaue erweitert werden und Menschen dadurch ihr Zuhause verlieren.

„Die Bundesregierung tritt durch ihre Verzögerungstaktik beim Kohleausstieg die Klimagerechtigkeit mit Füßen. Der Klimawandel ist schon jetzt spürbare Realität – und trifft am stärksten diejenigen, die am wenigsten zu ihm beigetragen haben. Das Ende der Kohleverstromung hinaus zu zögern, bedeutet, die Profitinteressen der Energiekonzerne über die Interessen jetziger und zukünftiger Generationen zu stellen“, kritisiert ROBIN WOOD- Energiereferentin Ronja Heise.

ROBIN WOOD setzt darauf, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung weiterhin Druck macht gegen Kohlekraftwerke und Tagebaue – trotz und wegen der Kohlekommission. Die Bewegung zeigt ihre Stärke in ihrer Vielfalt an

Protest- und Aktionsformen. Zurzeit läuft das Klimacamp „Leipziger Land“, am vergangenen Wochenende demonstrierten Hunderte Klimaschützer*innen in Leipzig.

Auch in den kommenden Tagen und Monaten ist Protest geplant. So lädt das Bündnis „Kohle erSetzen“ zu einer Sitzblockade gegen Kohleinfrastruktur ein. Im Herbst wird es Aktionen massenhaften zivilen Ungehorsams im Rheinischen Braunkohlerevier geben, um unter anderem gegen die Rodung des Hambacher Forstes zu demonstrieren.

Daniel Schöngart: „Viele Menschen haben es satt, sich noch länger mit leeren Klimaschutz-Versprechen hinhalten zu lassen!“








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