Sinnloses Massaker - MENSCHEN FÜR TIERRECHTE kritisieren Rottweiler Fuchswochen


Bild: Luise Dittombee

13.01.16
UmweltUmwelt, Bewegungen, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Von Menschen für Tierrechte

Der Verein Menschen für Tierrechte kritisiert die geplanten Fuchswochen der Kreisjägervereinigung Rottweil vom 18. bis 29. Januar 2016 als sinnlose Massaker und fordert die Jägerschaft auf, von ihrem Vorhaben Abstand zu nehmen.  Denn für die Bejagung von Füchsen gibt es keinerlei vernünftigen Grund  - weder unter dem Gesichtspunkt des Arten- und Seuchenschutzes noch unter dem der Bestandskontrolle, im Gegenteil:

Die scharfe Bejagung von Füchsen ist der falsche Weg, den Fortbestand bedrohter Arten zu sichern, denn deren Rückgang ist in erster Linie der Zerstörung ihrer Lebensräume durch die industrialisierte Landwirtschaft zu verdanken. So bewies beispielsweise der Totalabschuss von Beutegreifern in einem saarländischen Großrevier zwischen 1990/91 und 1996 auf eindrucksvolle Weise, dass die Jagd auf Fuchs & Co. ohne jeden positiven Effekt auf den Bestand von Bodenbrütern und Niederwild bleibt.

Wissenschaftliche Studien zeigen außerdem, dass hoher Jagddruck die Geburtenraten bei Füchsen in die Höhe schnellen lässt, wodurch auch drastische Verluste rasch ausgeglichen werden. Darüber hinaus werden „freigejagte“ Reviere in aller Regel sofort wieder von einwandernden Füchsen besetzt. Die Folge: Seuchen breiten sich umso schneller aus. Im Falle der Tollwut etwa führte die erbarmungslose Hatz auf Füchse in den 1970er Jahren keineswegs zu einer Eindämmung der Seuche. Genau das Gegenteil war der Fall: Die Tollwut grassierte schneller aus als je zuvor, und erst durch den Einsatz tierfreundlicher Impfköder konnte ihr Einhalt geboten werden

In jagdfreien Gebieten sinkt dagegen die Fortpflanzungsrate: Niedrigere Welpenzahlen pro Wurf und ein sinkender Anteil an Füchsinnen, die sich am Fortpflanzungsgeschehen beteiligen, vermeiden Überpopulationen. Im fuchsjagdfreien Nationalpark Bayerischer Wald beispielsweise werden pro Füchsin nur etwa ein Drittel so viele Welpen geboren wie in intensiv bejagten Gebieten.

Darüber hinaus spielen Füchse als „Gesundheitspolizei“ und Mäusejäger eine wichtige Rolle im Ökosystem. Sie erlegen kranke oder schwache Tiere und erhalten so die Gesundheit der Wildtierbestände. Zudem sorgen sie für Sauberkeit in ihrem Revier, indem sie überfahrene Tiere am Straßenrand und sonstiges Aas beseitigen.

"Die Jagd auf Füchse ist nicht nur unsinnig, sondern auch grausam," so die Vorsitzende des Verbandes, Marie-Luise Strewe. "Viele Tiere werden bei der Jagd nur schwer verwundet und gehen jämmerlich an ihren Verletzungen zugrunde. Es ist höchste Zeit, sich von diesen Gemetzeln zu verabschieden“"







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