Urananreicherer Urenco mischt bei Endlagersuche mit:

14.04.14
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Von BBU

„stellvertr. Vorsitzender“ Gerd Jäger in Suchkommission

- Uranmülllagerung eigentlich mit abgebrannten Brennelementen

„Jäger ist bei Endlagersuche befangen und verschleiert Tätigkeit“

Der Urananreicherer Urenco, der mit seiner Urananreicherungsanlage Gronau zu einem der größten Atommüllproduzenten Deutschlands zählt, ist bei der von der Bundesregierung eingesetzten „Endlagersuchkommission“ durch den Top-Manager Gerd Jäger vertreten. Jäger gehört dem Direktorium von Urenco im Auftrag von Urenco-Miteigentümer RWE bereits seit 2001 an und bekleidet in dem Leitungsgremium die Funktion des „stellvertretenden Vorsitzenden“ (bei Urenco gibt es keine Trennung in Vorstand und Aufsichtsrat). Während Jäger bei RWE in den Ruhestand trat, ist er bei Urenco weiterhin in führender Funktion tätig. Der BDI hat den Atommanager Jäger nun für die Endlagersuchkommission benannt.

Die Personalie ist deshalb so brisant, weil nach Angaben der Bundesregierung der abgereicherte Urenco-Uranmüll aus Gronau eigentlich mit den hochradioaktiven abgebrannten Brennelementen zusammen gelagert werden soll. Herr Jäger ist also für den Beratungsauftrag der Bundesregierung klar befangen, zumal bislang weder er selbst noch der BDI Jägers führende Tätigkeit bei Urenco erwähnt haben.

„In der Öffentlichkeit verschweigt Herr Jäger gerne sein Urenco-Engagement, in Wirklichkeit ist er bei dem Urananreicherer eine zentrale Figur. Es hat mehr als ein Geschmäckle, dass Führungspersonal just der Firma, um deren Atommüll es bei der Endlagersuche auch gehen soll, mit am Tisch sitzt – ohne dabei die eigenen Interessen und eine mögliche Befangenheit zu offenbaren,“ erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Die sogenannte „Endlagersuche“ der Bundesregierung startet unter völlig falschen Vorgaben. Statt die Endlagerprojekte Gorleben und Schacht Konrad endgültig aufzugeben und die Atommüllproduktion umgehend einzustellen, werden riesige Mengen Atommüll – wie der Uranmüll aus Gronau – einfach ausgeklammert. Und dann wird in das Suchgremium auch noch verschleiert das Top-Personal der betroffenen Firmen eingeschleust. Wir fordern, dass die Bundesregierung einen klaren Strich unter den vermurksten „Neustart“ bei der Endlagersuche zieht und das Standortauswahlgesetz einkassiert,“ so Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und Mitglied im Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau.

 

18. April, 12.30 Uhr: Ostermarsch an der Uranfabrik Gronau

 

Am Karfreitag, 18. April, startet um 12.30 Uhr der diesjährige Ostermarsch Rhein-Ruhr an der Urananreicherungsanlage Gronau. Zu der Demo in Gronau rufen mehr als 40 Initiativen und Verbände sowie zahlreiche Einzelpersonen auf. Im Mittelpunkt steht dabei die enge Verbindung von ziviler und militärischer Urananreicherung.

Zum einen kann aus Gronau nahezu jedes zehnte AKW weltweit mit angereichertem Uran zur Brennelementefertigung beliefert werden – wobei die UAA Gronau von der Bundesregierung nicht mit einem Stilllegungsdatum versehen wurde. Zum anderen ist „die Urananreicherung der einfachste Weg zur Atombombe“, wie der Chef der Entsorgungskommission der Bundesregierung, Michael Sailer, vor einem Jahr gegenüber der taz sagte.

Hauptforderung des Gronauer Ostermarsches ist deshalb die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau.

 

Weitere Infos:

www.ostermarsch-gronau.de, www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de







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