Kein Gift im Trinkwasser – Verbot von Fracking


Bildmontage: HF

22.05.13
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

von DIE LINKE. Ortsverband Witten, Wetter, Herdecke

Am 21.5.2013 hat der LINKE Ortsverband Wit- ten, Wetter, Herdecke zur Informationsveran- staltung zum Thema 'Fracking' eingeladen. Dreißig interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Witten und Umgebung sind in das Haus Witten gekommen.

„Gerade wird der nächste Versuch gestartet, die Risikotechnologie 'Fracking' in Deutschland per Gesetz zu erlauben. Um giftfreies Trinkwasser zu erhalten, müssen wir alles tun, um Fracking zu verhindern“, erläutert Ingrid Remmers, Mitglied des Bundestags für die LINKEN.

'Fracking' bedeutet das Einpressen von Wasser, Sand und Chemikalien in den Unter- grund, um das Gestein zu zertrümmern und Porengas zu gewinnen. Sowohl beim Eintrag des Chemiecocktails in den Boden als auch beim Zurückpressen des 'Flow Back' ist eine Schädigung des Grundwassers zu befürchten. Die LINKE spricht sich als einzige Partei im Bundestag für ein klares Verbot von 'Fracking' aus.

Angesichts der anhaltenden kritischen Diskussion in der Bevölkerung über diese hochris- kante Fördertechnologie hat die Regierungskoalition ihren Gesetzesentwurf bereits mehr- fach vertagen müssen.

"Die geplanten Gesetzesänderungen zielen da- rauf ab, Fracking in Deutschland endgültig zu ermöglichen“, so Ingrid Remmers weiter.

Gefahren für Mensch und Umwelt würden für einen fraglichen Nutzen weiterhin in Kauf ge- nommen.

Auch die Äußerungen des EU-Energiekommissars Günther Oettinger, den Einsatz von 'Fracking' auf europäischer Ebene regeln zu wollen, weist Ing- rid Remmers scharf zurück.
"Scheinbar wollen CDU und FDP 'Fracking' not- falls gegen die Bevölkerung durchsetzen. Das ist Politik mit der Brechstange."

Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger unterstützen einstimmig mit einer Enthaltung die 'Korbacher Resolution' der Bürgerinitiativen gegen 'Fracking' vom 5.5.2013. Sie ent- hält neben dem Verbot von 'Fracking' weitere Forderungen. Dazu gehören ein Import- verbot von gefrackten fossilen Energieträgern und die höchsten Umwelt- und Mitwirk- ungsstandards in einem zu novellierenden Bergrecht.

„Gemeinsam mit vielen engagierten Bürger und Bürgerinnen können wir es schaffen, 'Fracking' in Witten und an anderen Orten zu verhindern. Die NRW-Landesregierung darf 'Fracking' in NRW nicht zulassen. Auch Forschungsbohrungen lehne ich ab. Es sind bereits genügend schlechte Erfahrungen mit 'Fracking' in den USA gemacht worden. Wir wollen in Witten kein Versuchsballon für 'Fracking' werden“,
ergänzt Oliver Kalusch, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des Bundesverbands Bürgerinitiativen Um- weltschutz.

Der Norden von Witten liegt im Bereich des Claim der Rheinisch-Westfälischen Techni- schen Hochschule Aachen. Hier könnte sich die Landesregierung NRW Forschungsbohr- ungen vorstellen. Die genaue Lage des Claim ist auf einer Karte auf der Homepage der Bezirksregirung Arnsberg eingezeichnet.

Text der Korbacher Resolution:
 
Am 4. und 5. Mai 2013 haben sich in Korbach die unten aufgeführten Anti-'Fracking'-Initiativen aus Deutschland zur stärkeren Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch getroffen.
 
Folgende Forderungen richten wir an Bund, Länder und die Europäische Union:

  • Ein sofortiges ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von 'Fracking' bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler Energieträger. Dies ist unabhängig davon, ob die Rissbildung mit oder ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, hydraulisch oder andersartig erzeugt wird.
  • Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energie- trägern.
  • Ein generelles Verbot der Verpressung des Rückflusses oder der untertägigen Ablagerung von Fluiden und Lagerstättenwässer.
  • Eine Novellierung des Bergrechts. Die höchsten Umweltstandards und Beteili- gungsrechte der Öffentlichkeit haben im Fokus der Novellierung zu stehen.
  • Ein konsequentes Umsetzen der politisch beschlossenen Energiewende, d.h. Abkehr von fossilen Brennstoffen, Ausbau der erneuerbaren Energien und Stei- gerung der Energieeffizienz.

ErstunterzeichnerInnen:

AG Post Fossil Kassel (HE)
AK Fracking Braunschweiger Land (NI)
Aktionsbündnis No Moor Fracking (NI)
BI "No Fracking" Völkersen (NI)
BI Fracking freies Hessen
BI für ein lebenswertes Korbach (HE)
BIGG Drensteinfurt (NRW)
BIGG Hamm (NRW)
BIGG Hochsauerland (NRW)
BIST e.V. Herbern (NRW)
Stop Fracking BI Witten für sauberes Wasser (NRW)
BUND Bodensee-Oberschwaben (BW)
BUND Hessen
BUND Kassel (HE)
BUND KV-Schwalm-Eder (HE)
BUND-AG "Wir gegen Fracking" Lüneburg (NI)
Food & Water Europe, Brüssel
Hamminkeln Gegen Gasbohren (NRW)
IG Fracking-freies Artland e. V. (NI)
IG Gegen Gasbohren Borken (NRW)
IG Rees gegen Gasbohren e. V. (NRW)
IG Schönes Lünne (NI)
Initiative no Fracking "InoFrack" (NRW)
No Fracking in Mühlheim an der Ruhr (NRW)
NRÜ gegen Fracking e.V. (NI)
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

Auf dem Foto sind von links nach rechts zu sehen:
Oliver Kalusch, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Bundesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz
Ingrid Remmers, DIE LINKE, Mitglied im Deutschen Bundestag;
Ursula Weiß, Moderation, Sprecherin des LINKEN Ortsverbands Witten, Wetter, Herdecke.


VON: DIE.LINKE ORTSVERBAND WITTEN, WETTER, HERDECKE






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