PETA - Falschmeldung!?


Foto: Benny Trapp

04.03.12
UmweltUmwelt, News 

 

von Benny Trapp
 
mit Erschrecken und Empörung las ich gestern, kurz nach meiner Rückkehr aus Sri Lanka die Pressemitteilung, die PETA Ihnen zur Verfügung gestellt und die Sie auf Ihrer Webseite eingestellt haben [1]. Der gesamte Inhalt der „Berichterstattung“ ist, wie von PETA nicht anders gewohnt und zu erwarten, frei erfunden und entspricht in keinem einzigen Satz den wahren Begebenheiten.

Dies möchte ich im Folgenden, Satz für Satz, belegen.
Zunächst einmal als kurze Einleitung folgende Information:

Anfang Februar wurde ich als freier Fotograf zu besagter Exo-Terra-Expedition eingeladen um die Reise fotodokumentarisch festzuhalten. Am Tag vor unserer Wiederabreise wurden wir am frühen Morgen von Mitarbeitern des Wildlife-Office aus Colombo in unserer Bungalow-Anlage auf sehr rüde Weise behelligt.

Ganz plötzlich standen etwa 10 Männer in unseren Bungalows, die umgehend mit einer „illegalen“ Durchsuchung unserer Privatsachen begannen, ohne sich vorzustellen oder auszuweisen. Uns wurden die Handys und Pässe abgenommen, wozu die Wildlife Officer im Übrigen ebenso wenig Autorität besitzen, wie zu den Durchsuchungen von Koffern oder Hotelzimmern, bzw. Bungalows. Da sich keiner von uns auch nur das Geringste vorzuwerfen hatte, ließen wir die Officer gewähren, nicht zuletzt auch um unsere Zustimmung und unser Verständnis für die Tätigkeit der „Naturschützer“ zum Ausdruck zu bringen.

Kommen wir zu den von PETA falsch dargestellten Sachverhalten:

Zu keinem Zeitpunkt waren wir in irgendeiner Form verhaftet oder festgenommen, denn die offenbar gesuchten Tiere, von denen angenommen wurde dass wir sie schmuggeln wollten, waren nicht existent. In 2 der 4 Zimmer wurden insgesamt 4 Amphibien gefunden, die zu den häufigsten, für die Terraristik völlig unerheblichen Arten gehören.

Dabei handelte es sich zum Beispiel um 2 Schwarznarbenkröten, die in ganz Asien häufiger sind als Tauben auf dem Kölner Domplatz und vermutlich jeden einzelne Nacht auf Sri Lanka zu hunderten, bei Regen sogar zu tausenden überfahren werden. Hierzu möchte ich folgendes Erklären: Eine der beiden Kröten, sowie einen weiteren, gewöhnlichen Frosch, hatte der zum Team gehörende, praktizierende Tierarzt am Abend zuvor aus dem Salzwasser-Swimmingpool der Anlage gerettet, in dem jede Nacht dutzende Tiere durch hineinfallen ihr Leben verlieren.

Das Reinigungspersonal der Anlage ist jeden Morgen damit beschäftigt die verstorbenen Tiere aus dem Becken zu keschern. Um die durch den Salzgehalt des Wassers beinahe verstorbenen Tiere wiederzubeleben, handelte unser Tierarzt fachlich und Tierschutzgerecht. Er hälterte die leblos erscheinenden, vom Salz vergifteten Tiere über Nacht in mit Süßwasser gefüllten Kunststoff-Dosen um sie wieder zu hydrieren und ihnen somit das Leben zu retten.

Ein weiterer Frosch hatte sich in unserer Dusche verirrt, die andere Kröte der gleichen Art, die ich auf der Terrasse gefunden hatte,  wurde während einer Fotosession kurzfristig in einer mit etwas Süßwasser gefüllten Kunststoff-Dose gehältert, um evtl. Austrocknung auf dem heißen und trockenen Boden zu verhindern. Hätten wir die Absicht gehabt Tiere zu schmuggeln und in den Handel zu bringen, wären dies sicher einige der seltenen Agamen gewesen, die wir auf der Reise beobachten und fotografieren konnten, denn diese hätten zumindest entgegen der Schwarznarbenkröten mehr als drei Euro pro Stück eingebracht!

Auf unserer Reise retteten wir außerdem stets in Anwesenheit von Wildhütern etliche Landschildkröten, die die vielbefahrenen Straßen kreuzten, unser Tierarzt operierte sogar (ebenfalls in Gegenwart und mit ausdrücklicher Billigung einiger Wildhüter) einen 4m langen Tigerpython, den wir mit einer infizierten und dadurch sonst letalen Wunde halb tot am Straßenrand aufgefunden hatten. Wenn es unserem Team also zum Vorwurf gemacht wird, dass wir einer ganzen Reihe von Amphibien und Reptilien das Leben gerettet haben, so bekennen wir uns dessen gerne schuldig!

Den Vorwurf des Schmuggelversuchs, den auch die Wildlife Officer in keiner Weise belegen konnten, weisen wir allerdings mit aller Deutlichkeit zurück. Dies war übrigens auch niemals Anklagepunkt bei der Verhandlung in Puttalam! Unser Team bestand außer den Mitarbeitern von Exo-Terra aus bereits erwähntem Veterinär (Fachbereich Amphibien und Reptilien), einem gelernten Tierpfleger des Melbourne-Zoos (Australien) und mir als Naturfotograf, darüber hinaus aber auch praktizierender, überzeugter Natur- und Artenschützer.

Hierzu möchte ich bemerken, dass ich seit meiner frühen Kindheit regelmäßig aktiv im BUND an Arbeitseinsätzen mitarbeite, meinen Zivildienst im Umweltschutz beim NABU absolviert habe und außerdem 10 Jahre (die letzten 7 davon in leitender Position) an einem Artenschutzprojekt zum Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Chamäleonart mitgearbeitet habe, siehe:
www.chamaeleo-africanus.eu

Ganz nebenbei sollte ebenfalls erwähnt werden dass die Aussage, Amphibien und Reptilien könnten niemals artgerecht gehalten werden, jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt, dieser sogar wiederspricht. Diese persönliche und überemotionale Angabe ist schlichtweg falsch, was sich durch unzählige Nachzuchtprojekte für den Artenschutz belegen lässt, ohne die etliche durch Lebensraumzerstörung bedrohte Amphibien- und Reptilienarten längst ausgestorben wären!

Hier ist also keinesfalls von einer Fassade zu sprechen, wie es Frau Kutscher von der PETA in ihrer Mitteilung unterstellt. Im Gegenteil glaube ich mit Fug und Recht behaupten zu können, dass es sich bei unseren Team um eine Auswahl von Experten gehandelt hat, die sich gegenseitig unterstützen und für die der Artenschutz das höchste Ziel ist!

Dass die Firma Exo-Terra (Vertrieb von Terrarien und Zubehör, aber auch z.B. hochwertigem Hundefutter etc.) noch nie mit Terrarientieren gehandelt hat ist darüber hinaus eine bekannte Tatsache, die sehr einfach zu recherchieren gewesen wäre.

Ein Reifenservice verkauft auch nicht zwangsläufig gestohlene Autos, wenn ich mir diesen lapidaren Vergleich einmal erlauben darf. Einer Gesellschaft die vom Vertrieb seltener Tiere lebt, hätte sich keiner der Beteiligten je angeschlossen. Der Vorwurf der Skrupellosigkeit ist in diesem Zusammenhang unterstellend und beleidigend, ganz so wie es nicht anders von radikalen Spendensammlern zu erwarten ist.

Da wir wie bereits erwähnt zu keinem Zeitpunkt festgenommen waren, sondern es sich um eine in Abwesenheit der Polizei illegale Durchsuchung der Wildlife Officer gehandelt hatte, ist auch niemals eine Kaution gezahlt, geschweige denn gefordert worden.

Auch hat die Firma Exo-Terra nicht das Geringste mit dem von Frau Kutscher erwähnten Skandal zu tun. Diese Verwechslung mit einem anderen Unternehmen ist, wenn nicht auf böse Absicht, zumindest auf die verwerflich schlampige Recherche von PETA zurückzuführen!

Tatsache ist, dass uns laut unserer Anwälte bei der Gerichtsvorverhandlung zwei Optionen blieben:

Entweder wir bekennen uns allen gestellten Vorwürfen (zu denen nicht das Vorhaben des Schmuggels gehörte) gegenüber schuldig, oder wir müssten die sonst anstehende Hauptverhandlung abwarten. Da diese laut der Anwälte in entweder einer Woche oder bis zu drei Monaten später stattfinden würde, wir also bis dahin entweder hätten im Land bleiben müssen oder zum Verhandlungstermin alle noch einmal nach Sri Lanka hätten fliegen müssen, fiel die Wahl eher leicht. Ich brauche wohl kaum die sonst entstehenden Kosten und Umstände pro Kopf aufzuzählen, um dies verständlich zu machen.

Zur Anklage standen also letztendlich, da die Wildlife Officer ja praktisch umsonst gekommen waren, völlig absonderliche Punkte:

In meinem Fall war dies zum Beispiel der Besitz eines noch verschweißten, also sogar unbenutzten Aquarienkeschers, für den ich zu umgerechnet etwa 150,- Euro Geldbuße verurteilt wurde. Für den „Besitz“ von 6 verschiedenen Pflanzenarten, die einer der Mitreisenden als Fotohintergrund innerhalb der Bungalowanlage (also in Wirklichkeit einzelne Blätter von Zierpflanzen) gesammelt und auf seinem Zimmer liegen hatte, musste er umgerechnet fast 1000,- Euro bezahlen.

Für den Besitz eines aufgesammelten Stücks Schildkrötenkots, den wir noch vor Ort auf Parasiten untersuchen wollten, bezahlte der Organisator der Reise ebenfalls etwa 800,- Euro. Die Wildlife Officer vermuteten/unterstellten, wir wollten die Darmausscheidung der Landschildkröte aus dem Land führen, um daraus die DNA der Tiere zu extrahieren und die Schildkröten im Ausland zu Klonen! Diese Idee ist derart grotesk, dass mir dazu nicht das Geringste einfällt!

Abschließend möchte ich noch begreiflich machen, warum diese haltlosen Anklagepunkte der Wildlife Officer vom Gericht nicht einfach fallen gelassen wurden, die Wildlife Officer vor Gericht sogar nachweislich noch Lügen verbreiteten um die Anklagepunke auf ein Maximum zu bringen. Denn ein Viertel des insgesamt etwa 3500,- Euro hohen Bußgeldes, steht den Wildlife Officern selbst zu, eine für die angeblichen Naturschützer verhältnismäßig lukrative Prämie!

Bestimmte Spendensammelvereine in Deutschland haben es sich zum Ziel gesetzt die Haltung von Exoten (zu diesen zählen übrigens bestimmte Fische, Amphibien, Reptilien, also auch Schildkröten, aber auch Meerschweinchen, Katzen und viele andere Haustiere) verbieten zu lassen. Auf machiavellistische Weise wurden schon in der Vergangenheit unwahre und reißerische Geschichten erfunden (nachgewiesen durch z.B. auch Journalisten der TAZ), um ihre weltfremden Ziele durchzusetzen.

Da sich einer der Wildlife Officer uns gegenüber dahingehend äußerte, dass er bereits vor unserem Eintreffen in Sri Lanka von unserer Reise wusste, ist davon auszugehen, dass die entsprechenden örtlichen Behörden seitens solcher Organisationen auf unsere Reise aufmerksam gemacht wurden, mit dem Ziel die Reisenden zu diskreditieren und eine Medienkampagne zu starten.

Wenn Ökotourismus und guter Wille verletzten Tieren in Notfällen zu helfen in dieser uns erfahrenen Form bestraft werden, kann ich Urlaubern die nach Sri Lanka fahren wollen nur davon abraten. Da sich das Gesetz nicht nur auf Amphibien anwenden lässt, sondern auch auf andere Wirbeltiere wie Fische, macht sich praktisch jedes spielende Kind, dass im Meer nach Fischen keschert auf die gleiche Weise strafbar wie es uns geschehen ist.

Auch andere Länder haben schöne und artenreiche Landschaften, setzen aber Paragraphen die gegen Wilddiebe geschrieben wurden nicht gegen harmlose Ökotouristen ein, nur weil diese sich genauso für Amphibien und Reptilien, wie andere für Elefanten, Delphine und Vögel interessieren. Das dies kein Einzelfall gewesen ist, wurde uns übrigens durch dutzende Emails anderer Sri Lanka-Besucher bestätigt.

Ich fordere Sie hiermit aus genannten Gründen auf, die Falschmeldung zu revidieren, für telefonische und schriftliche Interviews stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung!

Darüber hinaus möchte ich Sie persönlich bitten Pressemitteilungen der für ihre Vorgehensweise berüchtigten PETA zukünftig genauer zu prüfen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass gerade Sie sich auf Bildzeitungs-Niveau herablassen wollen. Ihre Leser, zu denen ich selbst ja auch gehöre, werden es Ihnen danken! Was die Vorgehensweise der angeblichen Tierschützer von PETA betrifft, bitte ich Sie sich auch folgenden Link anzusehen:

http://www.bild.de/news/ausland/peta/hat-peta-hunde-und-katzen-getoetet-22865022.bild.html

[1] http://www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22469&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=7b2ba1f992

Im Übrigen behalte ich mir vor die Angelegenheit auch dem Deutschen Presserat vorzulegen.

Herzliche Grüße,
Benny Trapp

PS: hier finden Sie den Blog zur Reise, der belegt wie transparent wir die Reise der Öffentlichkeit täglich vorgestellt haben (würden Wilddiebe so handeln?):
http://ceylonexpedition.blogspot.com
http://www.bennytrapp.de

PETA:
http://www.peta.de/usge

 


VON: BENNY TRAPP


Nach Verhaftungen bei Terraristik-Händler „Exo Terra“ – PETA kritisiert internationalen Handel mit exotischen Tieren - 27-02-12 17:34




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