Agro-Treibstoffe gefährden Ernährungssicherheit


Ölpalmplantage, Foto: WWF

28.11.07
UmweltUmwelt, TopNews 

 

Zahl der Hungernden steigt bis 2025 von derzeit 854 Millionen auf 1,2 Milliarden Menschen 

Kassel (sk) - "Brot für die Welt" hat die Förderung von Agro-Treibstoffen durch die Industrieländer kritisiert. "Nahrungsmittel werden immer häufiger zur Sättigung des weltweiten Rohstoffhungers missbraucht", erklärte die Direktorin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, bei einer Pressekonferenz zur bundesweiten Eröffnung der 49. Spendenaktion in Kassel. Dies gefährde die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen. Experten schätzten, dass die Zahl der Hungernden bis 2025 von derzeit 854 Millionen auf 1,2 Milliarden Menschen steigen werde, wenn weiterhin Nahrungsmittel in großem Stil als Treibstoffe verbrannt würden.

Häufig würden Investitionen im Bereich Agro-Sprit mit dem Klimaschutz gerechtfertigt. Dabei sei die Landwirtschaft für 14 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. "In Indonesien, Kolumbien und Brasilien werden Regenwälder abgeholzt, um Platz für Palmöl- oder Zuckerrohrplantagen zu schaffen", so Füllkrug-Weitzel. Dies zeige deutlich, dass der Klimaschutz nur als Feigenblatt für das globale Wettrennen um Energie diene. Das Nachsehen hätten vor allem die Kleinbauern. Sie müssten mit multinationalen Agro-Großbetrieben um Land, Wasser und Märkte konkurrieren.

"Die bäuerliche Landwirtschaft weltweit muss wesentlich stärker als bisher gefördert und geschützt werden", forderte Füllkrug-Weitzel. 80 Prozent aller Lebensmittel weltweit würden von Familienbetrieben produziert. "Sie sind das Rückgrat der Ernährung der gesamten Menschheit." "Brot für die Welt" unterstützt deshalb zusammen mit seinen Projektpartnern Kleinbauern in den Ländern des Südens dabei, durch Methoden der nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft ihre Erträge zu steigern und zusätzliche Märkte zu erschließen.







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