Neue Haltungsverordnung aus der Steinzeit – Häsinnen sollen im Käfig bleiben

02.09.13
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VIER PFOTEN hofft auf grundlegende Überarbeitung durch den Agrarausschuss des Bundesrats

Von Vier Pfoten

Hamburg / Berlin, 2. September 2013 – Heute berät der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrats über eine Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung für Mast- und Zuchtkaninchen. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN lehnt den zweiten Entwurf der Bundesregierung rigoros ab. Denn nach dieser Verordnung ist es den Kaninchenmästern z.B. weiterhin erlaubt, Kaninchen in Käfig-Batterien zu halten.

Wie VIER PFOTEN in Undercover-Recherchen aufgedeckt hat, leiden Kaninchen in der Käfighaltung an verletzten Pfoten, Gelenkproblemen und schweren Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Kannibalismus. Die Fäkaliengase reizen oftmals ihre Augen und Schleimhäute, denn unter den Käfigen türmen sich Tonnen von Kot und Urin. VIER PFOTEN fordert ein bundesweites Verbot der Käfighaltung von Mast- und Zuchtkaninchen.

„In den Käfigbatterien der Kaninchenindustrie reihen sich zumeist endlose Reihen winziger Drahtgitterkäfige aneinander. Diese Haltungsmethoden sind aus der Steinzeit. Sie werden seit Jahren praktiziert und entsprechen nicht den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Vom Hoppeln, Haken schlagen oder Buddeln können diese Kaninchen nicht einmal träumen“, so Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. Ein Aufrichten zu voller Größe ist in den niedrigen Käfigen unmöglich, ein Tier hat weniger Platz als auf einem DINA A4 Blatt.

Viele Händler lehnen die Käfighaltung ab und haben entsprechendes Kaninchenfleisch bereits aus den Supermarktregalen ausgelistet. Wer als Konsument beim Einkauf eine bewusste Kaufentscheidung treffen will, sollte auf den Kauf von Kaninchenfleisch aus Käfighaltung verzichten, oder auf das Label „Kontrollierte Bodenhaltung“ von VIER PFOTEN achten. Damit wird Kaninchenfleisch aus tierfreundlicherer Bodenhaltung zertifiziert, bei der die Tiere Platz zum Hoppeln haben und sich in voller Größe aufrichten können.

Die vorgeschriebene Mindestfläche der Haltungseinrichtungen von 0,6 m² für Masttiere bei einer Mindestlänge von 0,8 m ermöglicht den Kaninchen nicht, drei aufeinanderfolgende Hoppelsprünge zu machen – dies ist ein natürlicher Bewegungsablauf von Kaninchen. Die Verordnung sieht zwar zeitweise Gruppenhaltung vor, allerdings haben die Tiere keine notwendigen Ausweichflächen und Rückzugsmöglichkeiten, so dass es zu Aggressivität in der Gruppe kommen kann. Auch Beschäftigungsmaterial fehlt.

VIER PFOTEN fordert den Agrarausschuss auf, die Verordnung im Sinne des Tierschutzes zu überarbeiten.

Ausführliche Kriterien des „Kontrollierte Bodenhaltung“-Labels: www.vier-pfoten.de/kampagnen/nutztiere/kaninchen/mastkaninchen/zertifikat/







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