Tierversuchsstatistik soll wieder unter den Weihnachtsbaum gekehrt werden


19.12.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Stellungnahme von Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V.

Gegen Jahresende veröffentlicht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits seit 1989 jährlich Zahlen, die Auskunft über die Anzahl der sogenannten Versuchstiere geben sollen. Seit 2009 sind diese auch auf der Homepage des BMEL abrufbar. Während die Zahlen in den Jahren zuvor jedoch meist bis Anfang Dezember öffentlich einsehbar waren, scheint es nun, als sollen die erschreckend hohen Zahlen von der Feiertagsbesinnlichkeit verschluckt werden.

Bereits im letzten Jahr wurde die Statistik zwischen den Feiertagen kommentarlos und ohne großes Aufsehen online gestellt. Dabei stieg die Zahl der Tiere, die in Versuchen verwendet und getötet wurden, deutlich an. Dazu kommentiert Stephanie Kowalski, Tierärztin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Menschen für Tierrechte – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V.:

„Vor 15 Jahren wurde der Tierschutz in das Grundgesetz aufgenommen. Seitdem hat sich jedoch für die Tiere in den Versuchslaboren keine wesentliche Verbesserung gezeigt. 2016 wurden 2.854.586 Tiere Opfer von Tierversuchen. Wenn man bedenkt, dass diese Zahl sogar beschönigt ist, ist das ein absoluter Skandal. Denn unzählige Tiere werden in dieser Statistik nicht berücksichtigt. So zum Beispiel die Tiere, die auf Vorrat gezüchtet werden. Sie werden wie wertloser Müll entsorgt, wenn sie nicht für den Versuch benötigt werden. Das ist ein Skandal und spiegelt ein weiteres Mal die Untätigkeit der Politik wieder. Statt weiter auf Tierversuche zu setzen, müssen Alternativmethoden in großem Umfang gefördert werden.“

Auch wenn die Tierversuchsstatistik für 2017 erneut auf sich warten lässt, ein erkennbarer Abwärtstrend ist nicht zu erwarten. Obwohl die Bundesregierung vorgibt, die Reduzierung von Tierversuchen zu forcieren, belegen die Statistiken der vergangenen Jahre, dass die Zahl der Tiere auf einem erschreckend hohen Niveau mit 2,7 bis 3 Millionen Tieren stagniert.







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