Chefinnensache Wolf


Foto: H. Pollin, NABU

10.01.19
UmweltUmwelt, Politik, TopNews 

 

Von WWF

Ministerinnentreffen zum Wolfsmanagement: WWF fordert nationales Herdenschutzzentrum und mehr Unterstützung für Weidetierhalter

Laut Bundesumweltministerium tauschen sich heute Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner darüber aus, ob der Abschuss von Wölfen in Deutschland erleichtert werden soll. Dazu Dr. Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz Deutschland beim WWF Deutschland:

„Endlich setzen sich die Ministerinnen zum Thema Wolf an einen Tisch, statt über Bande zu kommunizieren. Bereits jetzt können einzelne Wölfe, die wiederholt Nutztiere trotz Schutzmaßnahmen angreifen, oder Wölfe, die regelmäßig ihre Distanz zu Menschen verlieren, getötet werden. Dies regelt das Bundesnaturschutzgesetz. Wir begrüßen, dass das Bundesministerium für Umwelt hier durch Präzisierungen im Gesetzestext für mehr Klarheit in der Praxis sorgen will und sich deutlich gegen eine pauschale Bejagung von Wölfen ausspricht. Wir werten dies als eindeutiges Bekenntnis zum Wolf in Deutschland.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium muss sich um die wirklichen Probleme der Weidetierhalter kümmern und seine Blockade einer Weidetierprämie aufgeben. Es ist unglaubwürdig, dass die Wölfe als einziges Problem der Weidetierhalter dargestellt werden, während diesen Landwirten ansonsten die Unterstützung verweigert wird. Seit Jahren berücksichtigt das Ministerium die Belange von Weidetierhaltern  nicht ausreichend und ist damit verantwortlich für die wirtschaftlich ungünstige Lage vieler Schäfereien und Mutterkuhbetriebe.

Mit einer pauschalen Bejagung von Wölfen ist Tierhaltern nicht geholfen. Sie benötigen gute individuelle Beratung, Geld für geeignete Zäune, angemessene Entschädigung für den Arbeitsaufwand, der beim Herdenschutz durch den Wolfanfällt, passend ausgebildete Herdenschutzhunde und unbürokratische Ausgleichszahlung im Fall von Schäden.

Eine zentrale Bündelung von Kompetenzen und Know-how beim Herdenschutz statt des bestehenden mangelhaften föderalen Flickenteppichs ist längst überfällig. Um Weidetiere besser zu schützen und die Halter bei Wolfsrissen schnell zu entschädigen, sollten die Bundesministerinnen zügig gemeinsam ein nationales Zentrum für Herdenschutz mit entsprechenden Kompetenzen auf den Weg bringen.

Insbesondere naturnah wirtschaftende Tierhalter leisten einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz und die Landschaftspflege. Weidetierhalter sind wichtige Partner, um den Erhalt unserer Artenvielfalt zu sichern. Es ist längst überfällig, dass sie durch die Bundesregierung einen angemessenen Ausgleich für ihre ökologischen und gesellschaftlichen Leistungen erhalten.

Letztlich ist es eine gemeinsame Aufgabe von Bundesumweltministerium und Bundeslandwirtschaftsministerium, im Rahmen der nationalen wie auch europäischen Agrarpolitik deutlich bessere Rahmenbedingungen für Weidetierhalter zu schaffen – zum Beispiel in Form von Herdenschutzprogrammen und einer finanziellen Unterstützung von Weidetierhaltern. Die Kosten könnten aus den Agrarzahlungen der EU gedeckt werden. Das sichert den Berufsstand und ist eine notwendige Investition in den Erhalt wertvoller Grünflächen.“

 







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