Protestaktion in Leipzig: #keinkonsens mit der Kohle-Lobby – Kohleausstieg jetzt!

02.02.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, Sachsen, TopNews 

 

Von Robin Wood

ROBIN WOOD-Aktive demonstrieren mit Kunstaktion in Leipzig für den Kohleausstieg

Heute haben Aktive von ROBIN WOOD auf dem Augustusplatz in Leipzig ein Zeichen gegen den Abschlussbericht der Kohlekommission und für einen klimagerechten Kohleausstieg gesetzt. Im Rahmen einer Kunstaktion verwandelten sie eine urbane Struktur in einen qualmenden Kohleschlot und machten so deutlich, was die von der Kommission vorgeschlagenen 19 weiteren Jahre Kohlenutzung bedeuten: eine Menge Dreck, der den Planeten ruiniert. Dazu entrollten sie ein Banner mit der Aufschrift: „Kohle killt Klima! #keinkonsens“

Die Aktion fand zeitgleich zur Demonstration „Hey Koko – Kohleausstieg jetzt“ in der Leipziger Innenstadt statt und ist Teil einer bundesweiten Aktionswoche, zu der das Bündnis „Ende Gelände“ aufgerufen hat.

„Wir fordern, dass die Analysen des Weltklimarats IPCC ernst genommen werden: Um die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, benötigt es nach aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichungen des IPCC ‚nie dagewesene Veränderungen‘! Dies beinhaltet für uns den schnellstmöglichen Kohleausstieg sowie ein Überdenken unserer expansiven Wirtschaftsweise”, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Manuel Carranza. „Dabei muss der Ausstieg aus den fossilen Energien sozialverträglich ablaufen. Zudem dürfen wir nie vergessen, dass die tatsächlichen Kosten der Umweltzerstörung unendlich viel höher liegen, als jene, die die Konzerne bezahlen. Wir dürfen nie vergessen, dass noch Generationen von Menschen auf der ganzen Erde unter den Folgen der Klimazerstörung leiden werden!”

Mit einem verschleppten Einstieg in den Ausstieg bis 2022, 17 Gigawatt Kohlekapazität, die 2030 noch am Netz sein sollen und dem Enddatum 2038 ist der Abschlussbericht der Kohlekommission eine Bankrotterklärung für den Klimaschutz. Er passt auch nicht zu den Klimazielen der Bundesregierung und zum Pariser Klimaabkommen. Feste Zusagen für den Erhalt der vom Kohleabbau bedrohten Dörfer wie Pödelwitz im Leipziger Land oder vom Hambacher Wald im Rheinland gibt es nicht.

In den Ost-Bundesländern soll bis 2022 gar keine Kohlekapazität abgeschaltet werden. Ein verbindlicher Zeitplan, wann welche Kraftwerke danach vom Netz gehen sollen, fehlt. So ist zu befürchten, dass das Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig besonders lange das Klima und die Leipziger Luft belasten wird.

„Weder Stimmen junger Menschen noch aus dem globalen Süden waren in der Kohlekommission vertreten – dabei sind sie am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Ihre Interessen werden vom Ergebnis der Kommission übergangen“, kritisiert Aktivist Jan Schubert.

Stattdessen trägt der Abschlussbericht die deutliche Handschrift der Kohle-Lobbyisten. So schlägt die Kommission vor, Entschädigungen an die Kraftwerksbetreiber in Höhe von voraussichtlich mehreren Milliarden Euro zu zahlen – auch für Kraftwerke, die schon längst abgeschrieben oder zunehmend unrentabel sind. So wird den Energiekonzernen auf Kosten der Allgemeinheit die überfällige Energiewende vergoldet.

Eine Woche nach dem Ende der Kohlekommission ist deutlich, dass die Auseinandersetzung um das Ende der Kohle nicht befriedet, sondern befeuert wurde. Gestern gab es Demonstrationen in Berlin und Hamburg.

Heute morgen starteten ROBIN WOOD-Aktive einen Anti-Kohle-Protest in Karlsruhe. ROBIN WOOD wird weiterhin zusammen mit der wachsenden Anti-Kohle-Bewegung für einen sofortigen Umsiedlungs- und Rodungsstopp in den Tagebaugebieten und für einen klimagerechten Kohleausstieg streiten.







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