"Silbersee" Giftmüllgrube Brüchau


Bildmontage: HF

21.05.16
UmweltUmwelt, Bewegungen, Sachsen-Anhalt, TopNews 

 

Warum schweigt Magdeburg? Giftmüllgrube für Abfälle aus der Erdgasförderung verschmutzt das Grundwasser - Grube illegal betrieben - Dringender Handlungsbedarf geboten

Von Bürgerinitiative "Saubere Umwelt und Energie Altmark"

Am 19. April war die Versammlung in Kakerbeck (Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt) mit über 100 Anwohnern, die verlangten, dass die im und um den Brüchauer "Silbersee" lagernden Gifte aus der Erdgasförderung an einen Ort verbracht werden, wo sie das Grundwasser nicht kontaminieren, was sie bei Brüchau tun. Landrat Michael Ziche erklärte, dass auch der Altmarkkreis Salzwedel diese Position vertritt und gegenüber den zuständigen Stellen geltend machen wird. Bereits in der Vergangenheit hatte der Kreis das vom Landesamt für Bergwesen und Geologie (LAGB) vorgelegte Sanierungskonzept, welches durch Gaz de France (GdF Suez, neuer Firmenname Engie) erarbeitet wurde, als unzureichend abgelehnt.


Nun ist ein Monat vergangen, der Regierungswechsel vollzogen, doch Magdeburg schweigt. - Die von der Giftschlammgrube betroffenen Menschen schweigen nicht. Sie wollen, dass der "Problemfall Giftmüllgrube Brüchau" zügig bereinigt wird. - "Warum hört man nichts aus Magdeburg und vom LAGB?" fragen Viele. "Wird dort hinter verschlossenen Türen etwas ausgeheckt?  Scheut man die Öffentlichkeit? Das LAGB hat versucht, durch falsche Angaben zum Schadstoffinventar der Giftschlammgrube die Öffentlichkeit zu täuschen. Dreht man dort jetzt an weiteren krummen Dingern? Beispielsweise wurden für das giftige Quecksilber durch die Behörde die Schadstoffmenge von 250 Tonnen angeben. Der ehemalige Mitarbeiter von Gaz de France, Dr. Uwe Baumbach nannte dagegen die erheblich höhere Menge für Quecksilber von 960 Tonnen!" fasst Dr. Christfried Lenz von der Bürgerinitiative "Saubere Umwelt und Energie Altmark" die Stimmungslage zusammen.

 

Das Staatliche Umweltamt Magdeburg von Sachsen-Anhalt stellte im Jahr 2000 fest, dass die Giftschlamm-Grube Brüchau undicht war und das Grundwasser kontaminierte (Dokument siehe Anhang). Wörtlich stellte das staatliche Umweltamt fest: "Durch die bisher durchgeführten Untersuchungen ist nachgewiesen, dass die natürliche Abdichtung nicht den Austrag von Schadstoffen verhindert." Weiter schreibt das Umweltamt: "Die Beeinflussung des Grundwassers durch die Deponie stellt eine Einleitung von Stoffen der Liste I und Liste II nach der Grundwasserverordnung dar. Der § 3 dieser Verordnung regelt eindeutig: "Für das Einleiten von Stoffen der Liste I in das Grundwasser darf eine Erlaubnis nicht erteilt werden". ... Die EG-Richtlinie 80/68/EWG, auf der die Grundwasserrichtlinie basiert, geht im Grundsatz von einem generellen Einleitungsverbot gefährlicher Stoffe (Null-Emission) in das Grundwasser aus."

 

"Trotzdem kippte Gaz de France noch bis 2012 tausende Tonnen giftiger Bohrschlämme und Schlämme aus der Erdgasreinigung dort ab - eindeutig illegal!", sagt Wasserwirtschafts-Bauingenieur Bernd Ebeling.


"Die BI "Saubere Umwelt und Energie Altmark" verlangt Antworten und Taten. Eine Grundwassersanierungs-Kläranlage ist unverzüglich einzurichten, damit nicht noch mehr sauberes Grundwasser durch die Giftmüllgrube kontaminiert wird!", fordern gemeinsam Dr. Christfried Lenz und Bernd Ebeling.

 

Hintergrund:

 

In der undichten Giftschlammgrube Brüchau im Altmarkkreis Salzwedel lagern Reststoffe größtenteils aus der Erdgasförderung von Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Erdölförderung aus Mecklenburg-Vorpommern, sowie bergbaufremde Abfälle aus der Chemieindustrie. Bereits zu DDR-Zeiten wurden in Grundwassermessstellen Phenole und Quecksilber gemessen, nach der Wende wurden weitere Schwermetalle, hohe Salzgehalte, Cyanide und Radionuklide, z. B. Radium 226 mit relevanter Überschreitung der bundesweit anzuwendenden Grundwasserverordnung und Strahlenschutzverordnung behördlich festgestellt. Seit nun über 40 Jahren wird dort das vormals saubere Grundwasser stark verschmutzt, sofortiges Handeln seitens Betreiber Gaz de France (GdF Suez, neuer Name Engie) und dem Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) ist angezeigt. Eine Grundwassersanierung ist umgehend einzurichten und die gesamte Grube mit mind. 110.000 m3 teils hochgiftigen Stoffen sicher in der höchsten Deponieklasse oder einer Untertagedeponie zu verwahren.







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