Asiatisches Löwenmädchen im Frankfurter Zoo getötet: PETA kritisiert verantwortungslose Zucht scharf


31.07.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, Hessen, TopNews 

 

Tierschutzorganisation forderte Zoodirektion bereits 2017 auf, Nachzuchten zu unterbinden

Von PETA

Im April 2018 hatte die Asiatische Löwin Zarina im Zoo Frankfurt drei Babys zur Welt gebracht. Heute gab der Zoo bekannt, dass eines davon, das Löwenmädchen Mira, getötet wurde. Sie litt an neurologischen Symptomen und bei ihr wurde eine Schädelmissbildung diagnostiziert. Auch einer ihrer Brüder hat eine Veränderung am Schädel, zeigt derzeit aber keine Symptome. PETA hatte bereits 2017 an den Zoo Frankfurt appelliert, die Zucht zu stoppen und Löwen aus Zirkusbetrieben ein neues Zuhause zu geben. Die Tierschutzorganisation verleiht diesem Appell nach Miras unnötigem Leiden und Tod Nachdruck. 

„Die meisten Asiatischen Löwen in Zoos sind miteinander verwandt – inzuchtbedingt stirbt ein Großteil der Babys innerhalb der ersten Wochen. Daher ist auch der tragische Todesfall in Frankfurt keine Überraschung, sondern die Folge einer verantwortungslosen Zuchtpolitik der Zoodirektion“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Zudem können in Zoos gezüchtete Löwen verhaltensbedingt nicht ausgewildert werden. Da gleichzeitig Dutzende dieser majestätischen Tiere in Zirkusbetrieben auf ihre Rettung warten, appelliert PETA erneut an die Verantwortlichen, künftig ausschließlich notleidende Großkatzen aus dem Zirkus aufzunehmen.“
 

Hintergrundinformationen
Wissenschaftler kritisieren die Nachzucht mit Asiatischen Löwen in europäischen Zoos scharf. Einer Untersuchung zufolge überlebte rund zwei Drittel des Löwennachwuchses im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP die ersten Wochen nicht. Die meisten Tiere mussten wegen inzuchtbedingter Krankheiten getötet werden oder waren nicht lebensfähig. Grund dafür ist die mangelnde genetische Vielfalt der in Zoos gehaltenen Tiere. Dr. Paul O'Donoghue von der Universität Chester (GB) sagt dazu: „Dies zeigt, dass das Konzept, Zoos wären Werkzeuge für den Artenschutz, komplett falsch ist. Die Untersuchung sprengt diese Annahme.“ [1]

Im Zoo geborene Löwen oder Tiger können nicht ausgewildert werden, da sie in Gefangenschaft nicht lernen, in der Natur selbstständig zu überleben. Die wenigen von Tierschutzorganisationen betriebenen Auffangstationen für Großkatzen in Deutschland und in der EU sind längst überfüllt. Es werden dringend Plätze für notleidende Großkatzen – auch aus Privathaltung – gesucht. Allein in deutschen Wanderzirkussen warten etwa 150 bis 200 Löwen und Tiger auf ihre Rettung – dort leiden die Tiere unter der Haltung in engen Käfigwagen und der Dressur mit der Peitsche. Veterinärbehörden vermeiden dringend erforderliche Beschlagnahmungen, da für Großkatzen nicht genügend adäquate Auffangmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

PETA setzt sich dafür ein, dass Großkatzen wie Tiger, Löwen und Leoparden – außer in Auffangstationen – nicht mehr in Gefangenschaft gehalten werden dürfen. Die Haltung der Tiere in Gefangenschaft leistet keinen Beitrag zum Artenschutz. Vielmehr weisen Großkatzen in Zoos typische Anzeichen für Verhaltensstörungen auf. Die vielen Millionen Euro an Steuergeldern, die derzeit für die Aufrechterhaltung der Zoobetriebe aufgebracht werden, sollten stattdessen in konkrete Projekte zum Schutz der letzten natürlichen Lebensräume der Tiere fließen.

 

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Dailymail (2017): “London Zoo lion family is so inbred that two out three cubs are dying?. Online abrufbar unter: www.dailymail.co.uk/news/article-5216207/London-Zoo-lions-inbred-two-three-cubs-dying.html.

 

Weitere Informationen:

PETA.de/Themen/Zoo







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