Grundwasserversalzung Buggingen: Endlich und viel zu spät ein Fortschritt

09.12.20
UmweltUmwelt, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Von Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein

Na endlich! "Das Bergbauunternehmen K+S wird die Kalihalde in Buggingen zur Verhinderung weiterer Salzeinträge in das Grundwasser mit einer vollständigen Abdeckung sanieren. Darauf haben sich das Unternehmen und das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald als zuständiger Bodenschutzbehörde, in einer Vereinbarung geeinigt." Der Text im Anhang ging heute an die Medien. Das ist erfreulich, denn es gibt Dinge und Themen im Leben, die irgendwann zu einem guten Ende gebracht werden sollten. Von der Kali-Abraumhalde in Buggingen werden pro Tag bis zu 2,58 Tonnen Salz in unser Grundwasser gespült, auf das Jahr gerechnet sind das bis zu 945 Tonnen Chlorid. Wenn es jetzt heißt: „K+S übernimmt mit der Vereinbarung freiwillig die Verantwortung für die Folgen des mehr als 50 Jahre dauernden Abbaubetriebs“, dann ist das doch mehr als beschönigend. Um eine Bestrafung der Verantwortlichen zu erreichen und um das Verursacherprinzip durchzusetzen, hatte ich für den BUND-Regionalverband schon im Dezember 1997 die Verantwortlichen für die Grundwasserversalzung angezeigt und damals die größte Razzia in der Geschichte des Freiburger Wirtschaftskontrolldienstes bei der Firma K+S ausgelöst. Seit dem Jahr 2008 ist die verantwortliche Kali und Salz AG endlich letztinstanzlich in der Pflicht die Sanierung auf Konzernkosten durchzuführen. Doch seit dem Jahr 2008 war außer Dauerverhandlungen zwischen den Behörden und der verantwortlichen Kali und Salz AG, bis zur jetzigen PE nichts Erkennbares geschehen. Jedes Jahr sind seit 2008 bis zu 945 Tonnen Chlorid ins Grundwasser gegangen.

 

Angesichts der Dimension des Problems für unser aller Grundwasser erinnerte mich das stets ein wenige an den Umgang mit Umweltproblemen in meiner Jugend, in den siebziger-Jahren des letzten Jahrhunderts. Die wesentlich umfangreicheren Salzhalden im elsässischen Kalibecken sind längst saniert.

Die heutige PE von Landratsamt und K&S sagt nichts über den tatsächlichen Beginn der Sanierung. Ein Fortschritt für das Grundwasser ist erst die reale Sanierung. Das Übereinkommen ist ein viel zu später Teilerfolg und ein Erfolg kontinuierlichen Drucks. In den Jahren 2008 oder 2009 hätte ich mich sogar noch richtig darüber gefreut.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Alt-) BUND-Geschäftsführer

Mehr Infos: https://www.mitwelt.org/kalihalde-buggingen-verursacherprinzip-erfolg.html








<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz