Mannheim: Protest bei Hauptversammlung gegen das atomare Geschäftsmodell von Bilfinger

24.06.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Baden-Württemberg, News 

 

Von .ausgestrahlt

Bilfinger muss die atomare Geschäftssparte einstellen / Antrag auf Nichtentlastung des Vorstandes

Anlässlich der Jahreshauptversammlung des Mannheimer Industriedienstleisters Bilfinger SE haben Atomkraftgegner*innen vor der Konzernzentrale gegen das atomare Geschäftsmodell von Bilfinger SE protestiert. Die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragen zudem bei der Hauptversammlung, Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns das Vertrauen zu entziehen.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Während Deutschland mit guten Gründen aus der Atomenergie aussteigt, möchte Bilfinger die  Atomkraft weltweit weiter ausbauen. Das Unternehmen ist beispielsweise an AKW-Neubauprojekten in Großbritannien und Frankreich beteiligt. Diese werden trotz gewaltiger Kostenexplosionen weiter vorangetrieben und schlucken damit Milliarden, die für tatsächlichen Klimaschutz fehlen. Selbst in politisch instabilen Regionen wie dem Nahen Osten möchte Bilfinger an neuen Atomreaktoren mitbauen. Angesichts der mit Atomkraft untrennbar verbundenen Risiken, Kosten und Problemen muss Bilfinger dieses Geschäftsmodell beenden.

In Flamanville in Frankreich ist Bilfinger mit daran beteiligt, ein Atomkraftwerk ans Laufen zu bringen, das aufgrund schwerer technischer Mängel noch vor seiner Inbetriebnahme den Status 'Pannenreaktor' erlangt hat. Damit macht der Konzern die Inbetriebnahme eines Reaktors möglich, dessen zentrale Bauteile - insbesondere der Reaktordruckbehälter - noch nicht einmal den vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen genügen. Der Konzern schreckt selbst davor nicht zurück, an französischen Uralt-Meilern herumzuflicken, damit Frankreich gefährliche Laufzeitverlängerungen durchführen kann.

Ganz nebenbei verhindert das Unternehmen damit wirksamen Klimaschutz. Anders als von Vorstandschef Thomas Blades behauptet, ist beispielsweise das AKW-Neubauprojekt Hinkley Point C in Großbritannien um ein Vielfaches teurer als Investitionen in erneuerbare Energien, die darüber hinaus auch viel schneller umgesetzt werden könnten. Der Ausbau der Atomkraft blockiert damit auch den dringend notwendigen Umbau des Energiesystems.

Die Atomgeschäfte des Unternehmens sind grundsätzlich unvereinbar mit seiner gesellschaftlichen Verantwortung. Sie verstoßen darüber hinaus aber auch gegen das Vorsorgeprinzip, zu dem sich der Mannheimer Konzern im Umgang mit Umweltproblemen selbst verpflichtet hat.“







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