Flaschenpost

03.11.18
UmweltUmwelt, Kultur, Ökologiedebatte, TopNews 

 

Von Deutscher Einheit(z)-Textdienst

Sehr geehrte Familie Linsenmeier in Deutschland,
Ihre Flaschenpost habe ich die letzten Jahrzehnte regelmäßig erhalten. Sie war so reichhaltig, daß ich noch gar nicht weiß, wie ich mich dafür bei Ihnen bedanken soll. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen nachfolgend auch eine erste Hochrechnung Ihre Plastikmüll-Ablagerungen - auf meinem Rücken - zur Kennt-nis geben:

1. Obwohl Sie angeblich eine gutes Umwelt-Gewissen haben, weil Sie seit vielen Jahren grün wählen, sind in dem Plastikmüll-Strudel, der vor Flori-da treibt und viermal so groß ist wie Deutschland, mindestens 12388 kg Kunststoff-Abfälle auch von Ihnen dabei.

2. Die von Ihnen mit einem grünen Punkt mit ruhigem Gewissen erworbenen Plastikflaschen (die übrigens aneinandergereiht von Oldenburg bis Novo-sibirsk reichen), befinden sich gut gelaunt und wohlbehalten an den Stränden der Coppa Cabana ebenso wie vor Rimini.

3. Außerdem sollte Ihnen hoffentlich bekannt sein, daß sich geschredderte Microteilchen Ihrer Plastikflaschen in Fischkörpern stets pudelwohl füh-len und von Ihnen regelmäßig in Form von Fischstäbchen wieder konsu-miert werden.

4. Der von Ihnen entsorgte Plastikmüll ist natürlich nicht in den Körpern Ih-rer schönen Goldfische in Ihrem neu angelegten Bioteich auf Ihrem Grundstück vorhanden (keine Angst!) – sondern allenfalls in den Mägen von Clownsfischen oder anderen Meeresfrüchten, die sich wegen der Vermüllung der Weltmeere kurz vor dem Aussterben befinden.

Zusammenfassend glaube ich nicht an eine gute Besserung von Ihnen, auch wenn Sie und Ihre Familienmitglieder das stets versichern.
Die Rechnung für Ihre Müllentsorgung der letzten Jahre erhalten Sie daher Zug um Zug von mir –und zwar mit Zinsen. Das kann ich Ihnen garantieren.


Hochachtungsvoll

Ihre ungeliebte Erde







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