Aktionstag gegen Uranmüllexporte - Proteste in 12 Städten


Bildmontage: HF

08.12.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Von BBU

Am morgigen Montag, 9. Dezember, finden in zwölf Städten im Rahmen eines überregionalen Aktionstages Proteste gegen die zu erwartende Abfahrt eines neuen Uranmülltransports mit 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) von der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau zur Atomanlage Novouralsk in Russland statt. Die Proteste finden nicht nur im Münsterland statt, sondern erstmals auch im Ruhrgebiet, am Niederrhein sowie in Amsterdam, wo die radioaktive Fracht am Mittwoch, 11. Dezember, im Amerikahaven auf die Mikhail Dudin für die Weiterfahrt nach St. Petersburg verladen werden soll. Beim letzten Transport Mitte November stoppten AtomkraftgegnerInnen den Uranzug bei Burgsteinfurt im Münsterland mit einer Abseilaktion für mehr als sieben Stunden.

Für die Ankunft des Atomschiffes in St. Petersburg sind auch in Russland neue Proteste geplant. Rund 53 000 Menschen haben dort bereits eine Online-Petition von Greenpeace Russland unterschrieben.

Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände in Deutschland und Russland fordern vom Betreiber der Gronauer Urananreicherungsanlage, dem Urenco-Konzern, sowie von den deutschen Urenco-Anteilseignern RWE und EON und der Bundesregierung einen sofortigen Stopp der Uranmüllexporte.

Erst am Donnerstag hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze angekündigt, den Export von Brennelementen einschränken zu wollen.

Dieses geplante Verbot muss auf Uranexporte jeglicher Art ausgeweitet werden.

"Die erfreuliche Ausweitung der Proteste zeigt, dass das Abschieben des eigenen Atommülls nach Russland auf immer mehr Ablehnung stößt. Es ist klar, dass Urenco, RWE und EON vor allem die hohen Kosten für eine sichere Entsorgung des Atommülls einsparen wollen – aber Russland ist nicht die Atommüllkippe für NRW. Mit einer eigenen Anlage zur Umwandlung des Uranabfalls in das etwas lagerungsfähigere Uranoxid hat Urenco am britischen Standort Capenhurst seit Jahren offenbar erhebliche technische und finanzielle Probleme. Konsequent sind ein Exportstopp und die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau im Rahmen des deutschen Atomausstiegs," forderte Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau und Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Streckenverlauf des Urantransports von Gronau nach Amsterdam

Der Uranzug wird von Gronau über Burgsteinfurt und Münster zum Güterbahnhof in Hamm fahren und dort mehrere Stunden rangieren und "parken". Im weiteren Verlauf sind zwei Routen möglich:

Nordroute: Von Hamm über Lünen-Recklinghausen-Herten-Gelsenkirchen, Buer-Gladbeck-Bottrop-Oberhausen nach Duisburg-Rheinhausen und Krefeld.

Südroute: Von Hamm über Unna-Hagen-Ennepetal-Wuppertal-Düsseldorf nach Mönchengladbach.

Ab Viersen geht es dann auf einer Strecke über Venlo-Eindhoven-Rotterdam nach Amsterdam.

Zusätzlich fahren ab Montag auch LKWs mit UF6 in zwei Chargen an zwei Tagen von Gronau über Enschede-Hengelo-Almelo-Deventer-Amersfoort zur Verladung nach Amsterdam.

Protestorte am morgigen Montag:

- Gronau (UAA): ab 8 Uhr Mahnwache auf Bahnbrücke Max-Planck-Str.

- Ochtrup (Bhf): ab 7 Uhr Verteilen von Infomaterial im Berufsverkehr

- Burgsteinfurt (Bhf): ab 11 Uhr Mahnwache

- Münster (Hbf): ab 10.45 Uhr Mahnwache

- Hiltrup (Bhf): ab 12 Uhr Mahnwache

- Drensteinfurt (Bhf): ab 7 Uhr Verteilen von Infomaterial im Berufsverkehr

- Hamm (Hbf): ab 14 Uhr Mahnwache

- Unna (Bhf): ab 19 Uhr Mahnwache

- Lünen (Hbf): ab 20.30 Uhr Mahnwache

- Mönchengladbach (Europaplatz): ab 18 Uhr Mahnwache

- Hengelo (Bhf Nordseite): ab 17 Uhr Mahnwache

- Amsterdam-Sloterdijk (Bhf): ab 17 Uhr Mahnwache

 

Der Ko-Vorsitzende der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Vladimir Slivyak, wird am morgigen Montag ab 10.45 Uhr an der Mahnwache vor dem Münsteraner Hauptbahnhof teilnehmen. Herr Slivyak gilt als einer der profiliertesten Umweltexperten in Russland. Herrn Slivyaks Kollegin Alexandra Koroleva hat aufgrund der schwierigen politischen Situation in Russland im Sommer in Deutschland politisches Asyl beantragt.

Aktuelle Hintergrundinfos zu den jetzigen Uranmüllexporten und zur Uranmülllagerung an der Urananreicherungsanlage Gronau finden sich auf www.sofa-ms.de sowie www.urantransport.de.

 







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