Wieder niederländische Beteiligung am Sonntagsspaziergang an der Urananreicherungsanlage

06.07.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Offener Brief zum Euratom-Vertrag

Von BBU

Erstmals seit Beginn der Coronakrise war am 5.7.wieder die Initiative "Enschede voor Vrede" aus den Niederlanden beim Sonntagsspaziergang an der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) beteiligt. Mitglieder niederländischer und deutscher Umwelt- und Friedensinitiativen setzten gemeinsam ein Zeichen für die notwendige Stilllegung der bundesweit einzigartigen Anlage. Es wurden Informationen über die Gefahren der Atomenergie ausgetauscht und Hinweise auf Atomtransporte (LKW, Bahnwaggons) dokumentiert. So waren auch wieder Bahnwaggons auf dem Gelände der UAA zu sehen. Vermutlich wird bald wieder ein Sonderzug mit Uranmüll von Gronau Richtung Hafen Amsterdam bzw. Russland starten.

Im Januar fand der 400. Sonntagsspaziergang an der Gronauer Uranfabrik statt. Die örtlichen und regionalen Proteste gegen die Gronauer Urananreicherungsanlage, sowie gegen die Schwesteranlage in Amelo (NL) werden immer wieder von landesweiten und bundesweiten Organisationen unterstützt. Beide Anlagen werden von dem Urenco-Konzern betrieben, an dem auch die Energiekonzerne RWE und E.ON beteiligt sind.

Der nächste Sonntagsspaziergang wird am 2. August an der Gronauer Urananreicherungsanlage stattfinden. Zuvor wird es weitere Proteste gegen den Uranmüllexport geben.

Auch Gronauer Initiativen haben den Offenen Brief zum Thema Euratom-Vertrag unterschrieben

Die Anti-Atomkraft-Initiativen in und um Gronau sehen in dem Offenen Brief an die Bundesregierung, der letzte Woche zum Thema „Euratom“ veröffentlicht wurde, ein wichtiges Element der Anti-Atomkraft-Bewegung.

Zahlreiche Bürgerinitiativen und Umweltverbände aus der Bundesrepublik sowie aus weiteren europäischen Staaten fordern in dem Briefder deutschen Bundesregierung, dass diese während ihres Vorsitzes im Rat der Europäischen Union in der zweiten Jahreshälfte 2020 konkrete Vorschläge für die Auflösung oder Vertragsänderung des Euratom-Vertrages vorlegt, um die EU-weite Förderung der Atomkraft zu beenden. Die Bundesregierung soll innerhalb der nächsten 6 Monate eine Vertragsstaatenkonferenz einberufen, um die entsprechende Auflösung oder Revision des Euratom-Vertrages in die Wege zu leiten.

Zu den Organisationen, die den Offenen Brief an die Bundesregierung unterschrieben haben, gehören auch der Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG), der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Auch emsländische Initiativen, die sich gegen die Atomanlagen in Lingen engagieren, sind mit dabei. Auf Bundesebene hat u. a. der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) den offenen Brief unterschrieben.

In dem Offenen Brief heißt es u. a.: „Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. In dieser Zeit leitet und koordiniert die deutsche Bundesregierung die Arbeit des Rates. Die unterzeichnenden Organisationen und Initiativen erwarten von der Bundesregierung, dass sie den Vorsitz der Ratspräsidentschaft dafür nutzt, endlich einen konkreten Zeitplan für die Überarbeitung des Euratom-Vertrages zu vereinbaren. (…) Der Euratom-Vertrag verhindert einen ökologischen Umbau der Energieerzeugungsstruktur in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und steht damit den Klimazielen von Paris diametral entgegen. (…)“

 

Den Text des Offenen Briefes sowie die Namen der unterstützenden Organisationen findet man unter https://muettergegenatomkraft.de

 

Weitere Informationen:

 

https://bbu-online.de, https://sofa-ms.de, https://www.enschedevoorvrede.nl, https://www.laka.org







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