2 Jahre nach dem Brand: Proteste gegen Uranfabriken in Lingen und Gronau

06.12.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, Niedersachsen, TopNews 

 

Von BBU

In Gronau haben sich am Nikolaus-Sonntag (6.12.2020) Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und der Grafschaft Bentheim, sowie Mitglieder der Grün Alternativen Liste (GAL) Gronau, an der Gronauer Urananreicherungsanlage getroffen. Damit hielten sie die Tradition der Sonntagsspaziergänge aufrecht, die seit Ende 1986 immer am ersten Sonntag im Monat an dieser bundesweit einzigartigen Atomfabrik durchgeführt werden. Gleich zwei Anti-Atomkraft-Nikoläuse aus Gronau und aus Schüttorf überraschten die Anwesenden mit leckeren Kleinigkeiten. „Damit belohnen wir gerne die unermüdlichen Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner aus Gronau und der Umgebung“, betonten die Umwelt-Nikoläuse.

Mit den Sonntagsspaziergängen an der Urananreicherungsanlage wird monatlich die Forderung nach der sofortigen Stilllegung der umstrittenen Atomanlage unterstrichen.

Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und die Grün Alternative Liste
(GAL) Gronau unterstützen aktuell auch die Forderung der emsländischen
Anti-Atomkraft-Bewegung nach Stilllegung der Atomanlagen in Lingen.

Der „Elternverein Restrisiko Emsland“ und das „Bündnis AgiEL“bekräftigten am Nikolaussonntag ihre Forderung nach einer sofortigen und endgültigen Stilllegung der Brennelementefabrik Lingen. Anlass ist der zweite Jahrestag des Brandes in einem nuklearen Labor der Brennelementefabrik Lingen am 6. Dezember 2018, der zu einer fast zweimonatigen Stilllegung der Atomanlage führte. Unterstützt wird die Forderung von weiteren Umweltorganisationen aus dem Bundesgebiet (u. a. vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz) und auch aus den Niederlanden (z. B. von Enschede voor vrede).

"Der Brand in der Brennelementefabrik zeigte, dass es in der mehr als 40 Jahre alten Atomanlage in Lingen gravierende Sicherheitsprobleme gibt. Die Zeit ist mehr als reif, dass auch die Brennelementefabrik in den Atomausstieg mit aufgenommen wird. Ein Ende der Brennelementeproduktion in Lingen ist spätestens mit der Stilllegung der letzten Atomkraftwerke in Deutschland problemlos möglich und zwingend erforderlich," so Gerd Otten vom Elternverein Restrisiko Emsland in einer gemeinsamen Pressemitteilung emsländischer Organisationen.

In der Vergangenheit haben mit der „Lingen-Resolution“ bereits mehr als 350 Initiativen und Verbände die sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen und zudem auch die sofortige Stilllegung des AKW Emsland in Lingen gefordert. Auch Initiativen aus den Niederlanden unterstützen die Proteste gegen die Atomanlagen in Lingen undhaben die Lingen-Resolution unterschrieben.

Text der Resolution unter https://bbu-online.de
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