Silvester an der Gronauer Urananreicherungsanlage: Deutsch-Russische Solidaritätsbekundung


Foto: BBU

01.01.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Von BBU

Mit einer spontanen Aktion haben Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner am Silvesternachmittag an der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau ihre Solidarität mit der russischen Anti-Atomkraft-Bewegung zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig sprachen sie sich in einer Silvestererklärung für ein Verbot von Atomtransporten und für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen aus.

An der Aktion beteiligten sich u. a. Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt (AKU) Gronau, der Grün Alternativen Liste (GAL) Gronau, des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen und des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Im Sommer 2019 wurde bekannt, dass der Urenco-Konzern, der die Gronauer Urananreicherungsanlage betreibt, wieder Uranmüll nach Russland exportiert. Die Transporte aus der Gronauer Anlage wurden seit Mai fast im Dreiwochentakt fast immer an Montagen durchgeführt. Dabei wurde der Protest in den letzten Wochen immer stärker und wiederholt fanden neben Mahnwachen auch Kletterproteste oberhalb der Bahnstrecke Gronau – Münster statt, die Polizei und Bahn zum Einstellen des Bahnbetriebes animierten. Der Export des Uranmülls nach Russland führte quer durch die Niederlande und das radioaktive Material wurde von Amsterdam nach St. Petersburg mit Schiffen verbracht. Auch in den Niederlanden und in Russland lösten und lösen die Uranmüllexporte Proteste aus.

Wann rollt der nächste Uranmülltransport von Gronau Richtung Russland?

In der Vorweihnachtszeit erreichten erneut Bahnwaggons die Gronauer Urananreicherungsanlage und Anti-Atomkraft-Initiativen hatten sich zum Jahreswechsel erneut auf die mögliche Abfahrt eines Sonderzuges mit Uranmüll von Gronau über Münster nach Amsterdam vorbereitet. Bis zum Silvesternachmittag haben die Waggons jedoch das Gelände der Gronauer Urananreicherungsanlage nicht verlassen.

Um die mögliche Abfahrt des Uranmülls nicht zu verpassen hatten in den letzten Tagen immer wieder Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner nachgesehen, ob die Bahnwaggons noch auf dem Gelände der Uranfabrik stehen. Die unermüdlichen Beobachterinnen und Beobachter trafen sich dann am Silvesternachmittag zum „Jahresabschluss“ an der nördlichen Feuerwehrzufahrt der Urananreicherungsanlage. Dabei zogen sie ein positives Fazit ihrer Aktivitäten. Sie betonten, dass es 2019 wieder gelungen ist, auf die vielfältigen Gefahren der Urananreicherung und der Urantransporte aufmerksam zu machen. Die Kontakte zu niederländischen und russischen Umweltorganisationen wurden vertieft und für 2020 werden weitere grenzüberschreitende Aktionen vorbereitet.

Solidarität mit der russischen Umweltbewegung

An den Zaun der Urananreicherungsanlage hängten die Anti-Atomkraft-Initiativen eine Silvesterbotschaft: „Solidarity with the Russian environmental movement.

Ban nuclear transports - Decommission nuclear plants. Immediately!“ (Solidarität mit der russischen Umweltbewegung. Atomtransporte verbieten - Atomfabriken stilllegen. Sofort!).

Erste Protest-Aktion im neuen Jahr wird der Neujahrs-Sonntagsspaziergang am 5. Januar 2020 an der Urananreicherungsanlage Gronau sein. Die Sonntagsspaziergänge finden seit Ende 1986 immer am ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr statt. Der Neujahrsspaziergang im Januar wird gleichzeitig der 400. Sonntagsspaziergang in ununterbrochener Folge sein.

 

Weitere Informationen:

 

https://bbu-online.de/Presse.htm, https://www.laka.org, http://www.enschedevoorvrede.nl/agenda, https://sofa-ms.de, http://urantransport.de







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