Nach verheerendem Brand im Affenhaus: PETA kritisiert Neubau-Pläne des Krefelder Zoos und fordert, Tierhaltung generell auslaufen zu lassen


03.01.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Von PETA

Nachdem in der Silvesternacht bei einem Brand im Krefelder Zoo mehr als 30 Tiere starben, ist nun bereits ein Neubau des Affenhauses im Gespräch. [1] Die Haltung – insbesondere der Menschenaffen – in dem niedergebrannten Affenhaus war katastrophal; sie mussten in einem engen, kargen Betonbunker ohne Zugang zu einem Außengehege ausharren. So auch Gorilla Massa, der in den 70er-Jahren als Wildfang von seiner Familie getrennt worden war und seither in Gefangenschaft lebte. Der Krefelder Zoo steht exemplarisch für eine Vielzahl von Zoos und Tierparks, in denen Menschenaffen und andere Tiere unter völlig unangemessenen Bedingungen leben müssen. PETA fordert die Zoo-Verantwortlichen auf, das Affenhaus nicht neu zu errichten und die artwidrige Tierhaltung in viel zu kleinen Gehegen grundsätzlich zu beenden.

„Nur weil sie eingesperrt und den Flammen ausgeliefert waren, mussten über 30 Tiere in Krefeld sterben. Solange wir Tiere als Unterhaltungsobjekte missbrauchen, wird das Leid weitergehen und es kann immer wieder zu ähnlichen Vorfällen kommen. Im Jahr 2020 ist es an der Zeit, einzusehen, dass Tiere nicht mehr gefangen gehalten und ausgestellt werden dürfen wie früher Menschen auf Jahrmärkten oder sogenannten Völkerschauen“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche.

PETA plädiert für echten Artenschutz

Zoos leisten keinen Beitrag zum Artenschutz: Sie können kaum langfristig erfolgreiche Auswilderungen vorweisen – zudem können Tiere Verhaltensweisen, die für ein Überleben in der Natur unverzichtbar sind, in Gefangenschaft nicht oder nur schwer erlernen. Wie gering der Beitrag von Zoos zum Artenschutz bislang ist, zeigt sich beim Vergleich der Spendenabgaben an Projekte vor Ort (in-situ-Artenschutzprojekte) und dem in zoologischen Einrichtungen betriebenen Aufwand, um einige wenige Tiere in Gefangenschaft zu halten und für zahlendes Publikum auszustellen: Während meist Millionen Steuergelder in Zuchtprogramme und kostenintensive Bauprojekte der Zoos fließen, sind die Spenden an Partnerorganisationen, die in den natürlichen Lebensräumen bedrohter Tierarten echten Artenschutz betreiben, verschwindend gering.

Der Zoo Krefeld vermeldete 2017 beispielsweise eine „Rekordsumme“ von insgesamt 21.200 Euro Spenden an Artenschutzpartner. Dagegen kostete allein das 2012 gebaute Gorillagehege den Zoo Krefeld 2,3 Millionen Euro. Aktivitäten zoologischer Einrichtungen können dem Artenschutz sogar entgegenwirken. Würz erklärt: „Der Gesellschaft wird fälschlicherweise suggeriert, dass Tierarten durch die Gefangenhaltung vor dem Aussterben bewahrt werden. Durch diese Behauptung verliert der Erhalt natürlicher Lebensräume von Tieren für viele Menschen an Bedeutung. Doch in Zoo-Gefangenschaft vor dem Aussterben bewahrt zu werden, nützt keinem Tier.“

Die Ansprüche von Tieren sind derart komplex, dass ihnen keine zoologische Einrichtung einen artgerechten Lebensraum bieten kann. Wissenschaftlichen Studien zufolge leiden beispielsweise Menschenaffen in Zoos häufig unter schweren Verhaltensstörungen – auch in vergleichsweise großen Zoogehegen, die für Laien akzeptabel aussehen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

 

[1] https://www.wz.de/nrw/krefeld/krefelder-zoofreunde-vorsitzender-bittet-um-unterstuetzung_aid-48086219.

 

Weitere Informationen

PETA.de/Menschenaffen
PETA.de/Zooirrtuemer







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